Offenbach - Hitzehoch "Michaela" lässt selbst in der Nacht nicht nach: Die Nacht zum Freitag war die heißeste Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen.
An der Weinstraße in Rheinland-Pfalz lag die Tiefst-Temperatur mit 26,7 Grad so hoch wie noch nie an irgendeiner Station des Deutschen Wetterdienstes, berichtete Meteorologe Norbert Bonanati am Freitagmorgen in Offenbach. Bisheriger Rekordhalter war Freiburg mit 26,0 Grad am 5. Juli 1957.
Die heißen Nächte machen das Schlafen zur Qual. Dagegen wird das Sexualhormon Testosteron vermehrt gebildet. Statt zu ruhen, geben sich viele Menschen dem Sex hin. Umfragen zeigen: Doppelt so häufig, wie normal.
Selbst auf dem Mittelgebirgen konnten Hitzegeplagte keine Abkühklung finden: Auf dem Kleinen Feldberg im Taunus (826 Metern über NN) wurden 23,2 Grad gemessen, auf dem Kahlen Asten im Sauerland (841 Meter) 22,9 und in Bad Marienberg im Hohen Westerwald (550 Meter) 25,6 Grad. 26,7 Grad wurden laut Wetterdienst auf dem 500 Meter hohen Weinbiet im Pfälzer Bergland gemessen. Die extrem hohen Nachttemperaturen führen die Meteorologen auf eine höchst seltene Luftschichtung zurück, bei der sich in rund 500 und mehr Metern Höhe ein dickes Warmluftpolster bildet.
Kältester Ort war in der Nacht zum Freitag die Zugspitze mit 6,9 Grad, gefolgt von Baruth in Brandenburg mit 10,8 Grad.
Durch die anhaltende Hitze und Trockenheit sind in Europa immer mehr Wälder durch Brände bedroht. In Brandenburg stand am Abend zum zweiten Mal binnen vier Tagen ein ehemaliger Schießplatz der Roten Armee in Flammen. Erst nach rund fünf Stunden hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Da das früher von russischen Streitkräften genutzte Areal nahe der Stadt Jüterbog als munitionsverseuchtes Gelände eingestuft wird, durften die Einsatzkräfte das 35 Hektar große Gebiet nicht betreten. Die Löscharbeiten mussten deshalb vor allem aus der Luft durch drei Flugzeuge und einen Helikopter des Bundesgrenzschutzes erfolgen.
In Spanien mussten am Donnerstagabend 2500 Menschen auf der Flucht vor den Flammen ihre Häuser und Campingplätze verlassen. Auch in weiten Teilen Norditaliens wüten Brände. Allein auf der Mittelmeerinsel Elba fielen den Flammen 750 Hektar Land zum Opfer. Auch in Portugal flammen die Waldbrände im Landesinneren immer wieder auf.
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