Washington - Im Lauf des heutigen Tages, vermutlich um die Mittagszeit (Ortszeit) wird "Isabel" im Osten von North Carolina auf das Festland treffen.
Meteorologen haben "Isabel" auf Stufe Zwei der fünf Gefahrenstufen umfassenden Saffir-Simpson-Skala eingestuft. Ein Wirbelsturm dieses Gefährlichkeitsgrades kann schwere Verwüstungen hinterlassen. Besondere Sorge der Behörden gilt der erwarteten Sturmflut. Tausende Helfer bemühten sich am Morgen weiter darum, gefährdete Objekte mit Sandsäcken zu sichern und die Fenster der Häuser mit Sperrholzplatten gegen Bruch zu schützen.
Die meisten Menschen in den vom Hurrikan bedrohten Gebieten haben sich eingebunkert. Kerzen müssen das Licht bei Stromausfall ersetzen, in sturmsicheren Kellern haben sie Nahrungsmittel für viele Tage deponiert. Das Risiko der Küstenbewohner ist, vom Flutwasser möglicherweise Tage lang eingeschlossen zu werden. Die Sturmflut an der Ostküste könnte nach Voraussagen der Wetterdienste drei Meter und mehr über Normal liegen. In einigen Regionen wurde vorsorglich der Notstand ausgerufen.
Auch in Washington rechnen die Behörden mit erheblichen Schäden und Überschwemmungen. Alle Bundesbehörden, Ämter und Schulen in der Hauptstadt sollen geschlossen bleiben. Der U-Bahnverkehr in Washington soll am Vormittag angesichts der zu erwartenden heftigen Regenfälle und der befürchteten Überflutungen eingestellt werden.
Der Präsident flüchtet vor Isabel
Auch im Weißen Haus bereitet man sich - wie in den Häusern von Millionen anderer Amerikaner - auf den Orkan vor. Alle beweglichen und vom Sturm bedrohten Gegenstände würden in Sicherheit gebracht, berichtete der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan. US-Präsident George W. Bush reiste aus Washington nach Camp David ab - einen Tag eher als ursprünglich geplant.
Die meisten seiner Landsleute in den bedrohten Küstengebieten taten es ihm gleich. Weit mehr als 100.000 Menschen verließen bis Mittwochabend (Ortszeit) ihre Häuser und Wohnungen. Schulen in mehreren Bundesstaaten wurden geschlossen. Zahlreiche Zugverbindungen wurden für den Donnerstag vom Fahrplan gestrichen.
In den Bundesstaaten Virginia, North Carolina und Maryland war bis zum Mittwoch der Notstand ausgerufen wurden. Die Nationalgarde stand bereit, im Fall einer Katastrophe bei der Rettung von Menschen und bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Nach Angaben des US-Statistikamtes leben mehr als 50 Millionen Menschen in der vermuteten Schneise des Hurrikans, die von Cape Fear in North Carolina bis zur Hauptstadt Washington reicht. Besonders bedroht sind die Outer Banks, eine bei Urlaubern beliebte lange Inselkette vor North Carolina.
Zuletzt war vor vier Jahren ein Hurrikan dieser Stärke über den Bundesstaat hinweg gerast. Hurrikan "Floyd" verursachte nach CNN-Angaben einen Schaden in Höhe von sechs Milliarden Dollar. Damals waren mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen.
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