Stuhr/Montpellier/Mexiko-Stadt - Erste heftige Herbstürme haben in Niedersachsen Sachschäden in Millionenhöhe verursacht. Wie die Polizei am Morgen mitteilte deckte eine Windhose in Stuhr im Kreis Diepholz mehrere Dächer ab, darunter das eines Autohauses. Die herabfallenen Ziegel beschädigten im Ortsteil Seckenhausen mehr als zwanzig Gebrauchtwagen. "Der Sturm hat einen Smart komplett angehoben und drei bis vier Meter weit in andere Autos gedrückt", sagte Polizeisprecher Hartwig Zierath.
Nach Angaben der Polizei gab es keine Verletzten. Der Sachschaden betrage zwischen 500.000 und einer Million Euro. "Obwohl die Windhose in zehn Minuten durchzog, sah es aus wie auf einem Schlachtfeld", sagte Jens Hillmann, Brandmeister der Ortsfeuerwehr Seckenhausen. Eine Ampelanlage sei verdreht worden, und ein Baum teilweise auf eine Gaststätte gekippt. "Eine Eiche mit 50 Zentimetern Durchmesser wurde oberhalb der Wurzeln einfach abgedreht. So was habe ich noch nicht gesehen", berichtete Hillmann.
In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover deckte der Sturm etwa 150 Quadratmeter des Daches eines Baumarktes ab. Auch ein nahe gelegenes Wohnhaus wurde erheblich beschädigt. Sechs Autos, die im Innenhof des Wohnhauses geparkt waren, wurden von Dachziegeln getroffen.
Eine weitere Windhose hat im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Bäume entwurzelt und das Dach eines Carports abgedeckt. Die Windhose sei am Montagabend auf einem Streifen zwischen Langenberg, Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh entlang gezogen, teilten Sprecher von Polizei und Feuerwehr mit. Dabei sei ein Baum an der Autobahn 2 umgestürzt und blockierte vorübergehend zwei von drei Fahrstreifen in Richtung Hannover. Menschen seien auch hier nicht verletzt worden.
Unwetter legt Bahnverkehr in Südfrankreich lahm
In Südfrankreich standen in der Nacht zum Dienstag die Züge still. Wegen heftiger Unwetter mit schweren Regenfällen mussten rund 1000 Bahnreisende die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen. Hunderte Schüler übernachteten in Schulen. In Montpellier und anderen südfranzösischen Ortschaften standen ganze Straßenzüge bis zu einem Meter unter Wasser. In Lunel fiel eine Frau in einen Kanalschacht und wurde von den Wassermassen mitgerissen. Sie konnte nach einigen Stunden jedoch unverletzt gerettet werden.
Die Gewitterregen unterbrachen die Bahnlinien zwischen Montpellier und Nimes. Auf dem Flughafen von Montpellier wurden zahlreiche Flüge gestrichen. Das Rote Kreuz und die Bahngesellschaft SNCF verteilten Essenspakete an die betroffenen Reisenden. Erst am Dienstagmorgen waren alle Bahnstrecken wieder frei.
Hurrkikan "Marty" verwüstet Teile Mexikos
Mit Windgeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern war Hurrikan "Marty" am Montagmorgen auf die Südspitze der Halbinsel Baja California getroffen. Im Badeort Los Cabos, im Nordwesten Mexikos wurde ein Mann von einem herabstürzenden Dach erschlagen. In La Paz, der Hauptstadt des Bundesstaates Baja Claifornia Sur, kam ein weiterer Mensch ums Leben.
Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt und Straßen überflutet. Mehr als 2500 Menschen mussten evakuiert und in Notunterkünften untergebracht werden. Das Zentrum des Hurrikans lag am Montagabend (Ortszeit) rund 90 Kilometer südwestlich von Bahia Kino im Bundesstaat Sonora über dem Meer. Zwischenzeitlich hatte "Marty" sich von einem Hurrikan zu einem einfachen Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten von 110 Stundenkilometern abgeschwächt. Als Hurrikan gelten Stürme mit Geschwindigkeiten über 119 Stundenkilometer.
"Marty" bewegte sich weiter über den Golf von Kalifornien auf das mexikanische Festland zu. Große Teile Mexikos wurden in den letzten Wochen von ungewöhnlich heftigen Regenfällen heimgesucht. "Marty" ist in diesem Jahr bereits der 13. Tropensturm vor den amerikanischen Pazifikküsten.
872 Menschen sterben bei Monsunregen in Indien
Starke Unwetter auch im Norden Indiens: Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Uttar Pradesh kamen nach offiziellen Angaben bei den Monsunregen in 24 Stunden 19 Menschen ums Leben. Zehntausende fliehen vor den Fluten.
Die diesjährigen Monsunregen sind die zweitstärksten der vergangenen 100 Jahre. In ganz Indien starben bislang 872 Menschen. Allein in Uttar Pradesh seien bisher über 25.000 Häuser beschädigt worden und rund drei Millionen Menschen von den Fluten betroffen, teilte ein Regierungssprecher mit. Zwar nähmen die Monsunniederschläge langsam ab, würden aber voraussichtlich noch bis Ende September andauern, hieß es.
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