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05.12.2003
 

Wettschuld

Gottschalks Geheimauftritt im Bundestag

Es passierte unter Ausschluss der Öffentlichkeit und dauerte nur vier Minuten. Thomas Gottschalk hat im Reichstag den Abgeordneten die Meinung gesagt und damit seine Wettschuld eingelöst. Allerdings waren die Parlamentarier wenig erbaut über den Auftritt des Showmasters.

Thomas Gottschalk: "Trennung von Politik und Unterhaltung ist nicht mehr zeitgemäß"
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AP

Thomas Gottschalk: "Trennung von Politik und Unterhaltung ist nicht mehr zeitgemäß"

Freiburg - Einzelheiten zu seiner Rede will er am Samstag in seiner nächsten "Wetten, dass ...?"-Sendung präsentieren. Gottschalk sagte lediglich, er habe den Abgeordneten in einer "geheimen Kommandosache" im Parlament die Meinung gesagt.

Um den Wunsch von Gottschalk, im Bundestag zu sprechen, hatte es in den vergangenen Wochen heftige Diskussionen gegeben. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hatte Gottschalk einen Auftritt unter Berufung auf die Geschäftsordnung verweigert.

"Es hat mich fasziniert, wie mit einem heiligen Ernst auf meinen Wetteinsatz reagiert wurde", sagte Gottschalk. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass sich die Politik derart abschotte. "Die Reaktion hat sicherlich zur Politikverdrossenheit vieler Deutscher beigetragen", glaubt er zu wissen. Es sei nicht mehr zeitgemäß, die Politik von der Unterhaltung abzugrenzen. Sonst bestehe die Gefahr, dass sich Politiker vom Volk zu sehr entfernten. "Man muss versuchen, die Politik menschlicher zu machen und zu knacken", sagte der Showmaster.

Gottschalk wollte nicht sagen, ob er im oder vor dem Reichstagsgebäude aufgetreten ist. "Die Würde des Hohen Hauses ist nicht verletzt worden", sagte er. Die Reaktionen der Abgeordneten, die von Gottschalk überrascht wurden, seien teilweise heftig gewesen. Für ihn sei das unverständlich: "Ich habe nur das gesagt, was jeder sagen würde", sagte Gottschalk. Dies müsse in einer Demokratie möglich sein. Er betreibe Familienunterhaltung und habe nicht das Ziel, respektlos zu sein. Bei seinem Auftritt habe er einen dunklen Anzug mit roter Krawatte getragen.

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