Sydney - Der 22-jährige Brett Mann sei von dem Salzwasserkrokodil an der Schulter gepackt und in den Fluss gezogen worden, berichtet die australische Zeitung "Northern Territory News". Der Australier hatte im Finniss, der etwa 80 Kilometer von der Stadt Darwin entfernt liegt, sein Fahrrad gewaschen. Der Finniss war nach längeren Regenfällen stark angeschwollen.
Seine beiden Freunde wollten ihm noch zu Hilfe kommen - doch sie mussten sich selbst vor dem Reptil auf einen Baum flüchten. Die beiden 19-Jährigen hätten sich in letzter Minute in Sicherheit gebracht, sagte die Polizei in Darwin. "Wir haben nichts gehört, kein Schreien, kein Geplätscher, nichts", sagte einer der Freunde, Shaun Blowers über das Verschwinden von Brett Mann. "Zwei Minuten später brachte das Krokodil ihn an die Oberfläche, als wollte es ihn uns zeigen. Dann schwamm es weg." Fünf Minuten später sei das Tier jedoch zurückgekehrt und habe die ganze Nacht auf der Lauer gelegen.
22 Stunden mussten die Freunde ausharren, lange Zeit davon in stockdunkler Nacht. Dann entdeckte sie ein Polizeihubschrauber und zog sie aus den Ästen, unter denen noch immer das Reptil wartete. Die Leiche von Brett Mann konnte bislang nicht gefunden werden.
Salzwasser- oder Leistenkrokodile leben vor allem im Norden Australiens und können bis zu sieben Meter lang werden. Damit zählen sie zu den drei größten Krokodilarten der Erde. Weil die Reptilien sich auch von Tieren ernähren, die an Flüssen leben, kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit menschlichen Opfern.
Im vergangenen Jahrhundert wurden Salzwasserkrokodile von Jägern fast ausgerottet, bis sie 1971 unter Schutz gestellt wurden. Seitdem hat sich die Population erholt, derzeit gibt es etwa 100.000 dieser Tiere. In Australien warnen die Behörden davor, in Flüssen zu baden, in denen die Reptilien leben könnten.
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