Washington - Schuldig gesprochen wurde Malvo von den Geschworenen in Chesapeake in Virginia bereits am vergangenen Donnerstag. Sie folgten damit nicht der Argumentation der Verteidigung, wonach Malvo zur Tatzeit eine willenlose Marionette seines 42-jährigen Komplizen John Allen Muhammad gewesen sei. Jetzt legten die Gewschorenen das Strafmaß fest. Das formelle Urteil wird der Richter erst in einigen Wochen sprechen. Er ist dabei jedoch an den Beschluss der Geschworenen gebunden.
Gestützt auf psychologische Gutachten hatten Malvos Verteidiger erklärt, dass Muhammad seinen zur Tatzeit noch minderjährigen Freund einer Gehirnwäsche unterzogen habe. Ein von der Staatsanwaltschaft bestellter Psychologe hatte diese Darstellung zurückgewiesen und Malvo als willensstark und uneingeschränkt schuldfähig beschrieben.
Von den zehn tödlichen Schüssen, die im Oktober vergangenen Jahres den Großraum Washington mehrere Wochen lang in Angst und Schrecken versetzten, wird Malvo einer zur Last gelegt: Er soll am 14. Oktober 2002 eine FBI-Beamtin aus dem Kofferraum eines Wagens heraus auf offener Straße erschossen haben. Malvo hatte sich in polizeilichen Vernehmungen zunächst zu allen Schüssen bekannt, diese Aussage später aber als Lüge zu Gunsten Muhammads bezeichnet.
Muhammad war bereits im vergangenen Monat in Virginia wegen Mordes schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen hatten empfohlen, ihn wegen der tödlichen Schüsse auf Dean Harold Meyers zum Tode zu verurteilen. Malvo und Muhammad waren die ersten beiden Angeklagten, die nach den neuen Anti-Terror-Gesetzen des Staates Virginia verurteilt wurden. Beide könnten in den US-Staaten Maryland und Louisiana für die dortigen Morde erneut vor Gericht gestellt werden.
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