Hayle - In einer spektakulären Rettungsaktion wurden nun 54 griechische Männer und Frauen, die als Blumenpflücker unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten mussten, befreit, berichtet der "Independent" heute.
Mit falschen Versprechungen waren die Wanderarbeiter zu der Narzissenfarm in Hayle in Cornwall gelockt worden. Einmal da, mussten sie in 10-Stunden Schichten unabhängig von Wetter und gesundheitlichen Umständen arbeiten, berichtete die 19-jähige, schwangere Chrisovalandou Mandela. Als Nachtlager diente ihnen der kalte Boden einer Scheune, die Männer schliefen im Zelt. Für 60 Personen gab es eine Toilette. Thomas Dalipis: "Wir bekamen Hundefutter zu Essen, noch nicht mal eine Dose pro Person."
Wirklicher Unmut regte sich aber erst, als der Lohn ausblieb. 50 € pro Tag war ihnen versprochen worden. Doch die Chefs dachten gar nicht daran zu zahlen. Erst sollten die Griechen angebliche Reisekosten von 1500 € pro Person abarbeiten.
Auch die Rückreise wurde den Arbeitern verboten. "Sie bedrohten mich mit ihren Waffen als ich den Wunsch äußerte zurückzugehen", sagte Stelios Saris, der auf der Farm gearbeitet hat, dem Blatt. Saris: "Die Männer fragten mich, ob ich wüsste, was es heisst, sich mit der Mafia einzulassen?"
Einer kleinen Gruppe gelang es schließlich doch per Telefon Hilfe zu holen. Die griechische Botschaft in London und eine rumänische Hilfsorganisation leiteten vergangenen Dienstagabend die Rettungsaktion ein. Noch in derselben Nacht wurden die Betroffenen unter Polizeischutz in ihre Heimat ausgeflogen.
Der Geschäftsführer der Narzissenfarm Angelos Christopoulos, ein britischer Bürger griechischer Abstammung, weist derweil alle Anschuldigungen von sich. Anzeige wurde nicht erstattet.
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