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15.03.2004
 

Unfallflucht auf hoher See

Ermittler haben "Todesfrachter" aufgespürt

Ein wahrer Koloss von Schiff hat im Ärmelkanal ein französisches Fischerboot gerammt - doch statt die Besatzung von dem sinkenden Kutter zu retten, fuhr der Frachter einfach weiter. Nun haben die Ermittler das mutmaßliche "Todesschiff" in Südchina aufgespürt.

"Seattle Trader" im Hafen von Guangxi: Mit 39.000 Registertonnen gegen einen Fischkutter?
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AFP

"Seattle Trader" im Hafen von Guangxi: Mit 39.000 Registertonnen gegen einen Fischkutter?

Guangxi - Bei dem Unglück waren im Januar alle fünf Besatzungsmitglieder des bretonischen Trawlers "Bugaled Breizh" ums Leben gekommen. Ein großer Frachter, vermutlich der unter philippinischer Flagge fahrende "Seattle Trader", hatte das Boot gerammt und zum Sinken gebracht. Die "Seattle Trader" vom Typ Panamax gehört zur größten Schiffsklasse, die eben gerade noch den Panamakanal durchqueren kann. Im beladenen Zustand wiegt das Schiff bis zu 76.000 Tonnen.

Anschließend hatte der "Todesfrachter", wie das Schiff in französischen Zeitungen genannt wurde, seine Fahrt fortgesetzt - ohne Hilfe zu leisten. Er entwischte den Fahndern übers Mittelmeer ins Rote Meer und verschwand dann in den Weiten des Indischen Ozeans.

 Schrammen am Rumpf: "Die Untersuchungen sind sehr kompliziert"
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Schrammen am Rumpf: "Die Untersuchungen sind sehr kompliziert"

Nun ist die "Seattle Trader" wieder aufgetaucht. Sie lief im Hafen Fangchenggang im südchinesischen Guangxi ein. An der Steuerbordseite des Frachters entdeckten die Ermittler Schrammen und Kratzer.

"Die Untersuchungen sind sehr kompliziert", erklärte ein Mitarbeiter der Hafenverwaltung in Guangxi. Die Crew der "Seattle Trader" sei bereits verhört worden, Ergebnisse würden jedoch noch nicht mitgeteilt. Außer der "Seattle Trader" stehen noch mehrere andere Schiffe im Verdacht, den tödlichen Unfall verursacht zu haben.

Frankreichs Verkehrsminister Gilles de Robien forderte eine harte Bestrafung. Der Zusammenstoß müsse bemerkt worden sein, sagte Robien. Präsident Jacques Chirac hatte die Jagd auf die Verantwortlichen zur Staatsaffäre gemacht. Es war sogar der Einsatz der Marine erwogen worden.

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