Heldrungen - Der Fall sei äußerst tragisch, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Raimund Sauter in Erfurt auf Anfrage. Der flüchtige Mörder Dieter Zurwehme soll unter anderem im März in Remagen zwei Ehepaare ermordet haben.
Ein Zeuge hatte den Mann aus Köln nach einem Fahndungsaufruf im Fernsehen für den sogenannten Mörder von Remagen gehalten und die Polizei alarmiert. Die MDR-Sendung "Kripo live" hatte am Sonntag abend über den als extrem gefährlich geltenden Schwerverbrecher berichtet. Als Merkmale für den Gesuchten seien ein Wanderstock und ein Rucksack genannt worden, berichtete Sauter. Dies habe auch auf den Urlauber gepaßt.
Eine zivile Einsatzgruppe der Polizei sollte dann in der Nacht zum Montag die Identität des Verdächtigen klären. Als der Urlauber sein Hotelzimmer öffnete, seien zwei Schüsse abgefeuert worden. Eine der Kugeln habe offenbar das Herz des Kölners durchschlagen.
In der Zimmertür wurde ein weiterer Einschuß entdeckt. Die Schüsse seien aus zwei Dienstwaffen abgefeuert worden, sagte Sauter. Gegen beide Polizisten werde nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Beamten hätten bislang nicht aussagen wollen. Deswegen sei es schwierig aufzuklären, wie es zu dem Schußwaffeneinsatz kommen konnte. Die Leiche des 63jährigen sollte noch am Montag obduziert werden.
Der gesuchte Mörder Dieter Zurwehme war einige Tage zuvor in der Region Dessau vermutet worden. Er ist seit Dezember 1998 flüchtig. Zurwehme war 1973 wegen Mordes an einer Frau, Raub und Sexualverbrechen in Aachen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Seit seiner Flucht geriet Zurwehme für acht weitere Morde in Verdacht. So wird der 56jährige verdächtigt, im März in Remagen zwei Ehepaare grausam ermordet zu haben. Auf ihn ist eine Belohnung von 10.000 Mark ausgesetzt.
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