Von Markus Brügge
Hamburg - Ihre Schwester Nicky hatte das Angebot des US-Senders Fox abgelehnt - sie könne gut auf das "simple life", das "einfache Leben" verzichten, ließ sie ausrichten. "Simple Life", so heißt die Comedy-Serie, die in den USA ein Riesenerfolg war - und die ab Mittwoch auch den deutschen Zuschauern auf ProSieben Paris Hilton en naturelle zeigen wird.
Zusammen mit ihrer besten Freundin Nicole Richie, Tochter des Sängers Lionel Richie, zog Paris in das Kaff Altus im Bundesstaat Arkansas. Dort mistete sie für die Kameras den Kuhstall aus, wusch Wäsche und stöckelte in hochhackigen Schuhen über die Farm der achtköpfigen Familie Leding, bei der Hilton und Richie wohnten.
Ein echter Kulturschock - und zwar für beide Seiten. So herrscht betretenes Schweigen, als die Hotelerbin die Einkaufserlebnisse ihrer Gastmutter mit der Frage kommentiert: "Wal-Mart, was ist das?! Verkaufen die da Wände?"
Natürlich bereitet Fox die Landpartie dementsprechend absurd auf und lässt Hilton ihre (zum Glück behandschuhte) Hand in das Rektum einer Kuh stecken. Die US-Zuschauer amüsierten sich prächtig, schon zum Serienstart schalteten 13 Millionen Menschen "Simple Life" ein, um Hilton und Richie ohne Kreditkarte und Champagnerglas zu sehen.
Für Paris Hilton, die sonst vorzugsweise das verwöhnte Gör gibt, war der Urlaub auf dem Bauernhof jedenfalls eine interessante Erfahrung: "Ich dachte es wäre witzig, mal eine andere Seite von mir zu zeigen. Ich wollte wissen, was noch so im Leben los ist." Sie habe viel dabei gelernt, sagte Hilton. Unter anderem, dass andere Menschen hart für ihr Geld arbeiten müssen. Das Jet-Set-Girl, das schon mal fünf Geburtstagspartys auf fünf Kontinenten feiert, war jedenfalls über ihren Tageslohn mehr als überrascht: "Wir haben nur 42 Dollar in acht Stunden verdient." So viel gibt die schöne Paris sonst vermutlich in 30 Sekunden aus.
Um ihre Serie öffentlichkeitswirksam zu vermarkten, ließ Hilton übrigens - wieder einmal - die Hüllen fallen: Das Herrenmagazin GQ zeigt sie allerdings nicht mit Strapsen und Mistforke, sondern gewohnt als Glamour-Girl.
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