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22.04.2004
 

Tabubruch

Briten empört über Fotos der sterbenden Diana

Aufruhr im Königreich: Dass der US-Sender CBS Fotos der sterbenden Diana gezeigt hat, ist in Großbritannien mit Empörung aufgenommen worden. Seit dem Unfall am 31. August 1997 hatten die Medien darauf verzichtet, die Paparazzi-Bilder zu veröffentlichen.

Der Unfallwagen: Mit Tempo 160 gegen den Tunnelpfeiler
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DPA

Der Unfallwagen: Mit Tempo 160 gegen den Tunnelpfeiler

London - Die königliche Familie wollte keine Stellung zu der CBS-Sendung nehmen, in der erstmals die Bilder der sterbenden Diana gezeigt worden waren. Der Bruder der Verstorbenen, Lord Charles Spencer, erklärte, die Veröffentlichung sei Ekel erregend. Ein ehemaliger Sprecher des Palastes sagte der BBC, für Dianas Söhne sei die Zurschaustellung ihrer sterbenden Mutter sicherlich einfach grauenhaft. Das würden die jungen Prinzen ihr ganzes Leben nicht vergessen, wird Dicky Arbiter zitiert.


Die Bilder sind die vielfach veröffentlichten Fotos von dem Unglück. Keines gehört zu dem Paparazzi-Material, das CBS jetzt veröffentlicht hat.

Der Vater des mit Diana gestorbenen Dodi al-Fayed, Mohammed al-Fayed, sagte: "Das ist vernichtend für mich sowie für Prinz William und Prinz Harry." Er warf CBS nackte Geldgier vor. Außerdem hielt er daran fest, dass es sich nicht um einen Unfall handelte, sondern dass sein Sohn und die Prinzessin Opfer eines Anschlags wurden, an dem der britische Geheimdienst beteiligt gewesen sei.

Vivienne Parry, die für den Diana-Erinnerungsfonds gearbeitet hatte, wird im "Daily Mirror" mit den Worten zitiert: "Das ist grauenhaft". Für die Veröffentlichung der Fotos könne es keine Rechtfertigung geben. Ähnlich sah das die sonst nicht gerade zimperliche britische Boulevardpresse. Sie hatte sich bereits im Vorfeld darauf verständigt, die Bilder nicht zu zeigen.

Der TV-Sender verteidigte seine Entscheidung, die umstrittenen Fotos zu veröffentlichen. Dies sei "im journalistischen Kontext der Berichterstattung über Dianas medizinische Untersuchung erfolgt", sagte eine CBS-Sprecherin. Der Sender verfügt nach eigenen Angaben über lückenlose Kopien der 4000 Seiten umfassenden Akten der französischen Justiz. Wie CBS in deren Besitz gelangte, wurde nicht mitgeteilt.

Prinzessin Diana: Keine Hinweise auf Schwangerschaft
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DPA

Prinzessin Diana: Keine Hinweise auf Schwangerschaft

Die Fotos stammen nach Angaben des Senders CBS aus den Ermittlungsakten der französischen Behörden. Die konfiszierten Bilder seien in einer Kopie den Akten beigelegt worden. Auf den Schwarz-Weiß-Bildern, die CBS zeigte, ist die blutende und bewusstlose Prinzessin zum Teil in Nahaufnahme zu sehen. Sie liegt auf ihrer rechten Seite, ihr Gesicht scheint makellos.

CBS berichtete, es gebe in den französischen Akten keinerlei Hinweise auf ein angebliches Mordkomplott gegen die Prinzessin. Sie enthielten außerdem keine Anzeichen dafür, dass Diana von ihrem Liebhaber Dodi al-Fayed, schwanger gewesen sei. Die französischen Ermittler waren 1999 zu dem Ergebnis gekommen, dass der Unfall durch den betrunkenen Fahrer, Henri Paul, verursacht worden war.

Bereits im vorigen Monat hatte ein US-Fernsehsender ein Tabu im Zusammenhang mit Prinzessin Diana gebrochen. NBC hatte bislang geheime Tonbänder ausgestrahlt, auf denen Diana von ihrer schwierigen Ehe mit Prinz Charles und ihren Essstörungen berichtet.

Nach französischem Recht verletzen die Bilder die Intimsphäre der Unfallopfer. Allerdings waren die drei Fotografen Ende November vergangenen Jahres von einem französischen Gericht freigesprochen worden - unter anderem, weil die Fotos nicht veröffentlicht worden waren.

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