Von Conny Neumann, München
Vor dem Münchner Landgericht wird am kommenden Dienstag das Fotoshooting vor dem Landtagswahlkampf 2003 neu belichtet. Der Einsatz der Firma Vohler Photographie soll demnach sehr aufwendig gewesen sein. Es sei "um ein sanfteres, feminineres Image" der Staatsministerin gegangen, umschreiben die Fotografen ihren Auftrag. Keinesfalls sollte die Kandidatin, die zuvor ihren Münchner Stimmkreis stets gegen die SPD verloren hatte, "derb" oder "straußisch" rüberkommen, eher "sportlich-sympathisch". Frau Hohlmeier habe sich denn auch begeistert über die Aufnahmen gezeigt.
Zwölf verschiedene Outfits seien für die CSU-Frau gewählt worden, mal in Jeans und Bluse, mal im Dirndl, elegant oder in Hosenanzügen, mal mit, mal ohne Brille, am Königsplatz oder im idyllischen Hofgarten. Nach rund 350 Aufnahmen seien beide Parteien zufrieden gewesen.
Nur zahlen wollte die Ministerin offenbar später nicht - und das, obwohl sie mittlerweile ihren Wahlbezirk erstmals gewonnen hatte. Denn, so das Kultusministerium, ein freier Mitarbeiter des Wahlkampfteams habe den Preis für die Bilder auf ca. 500 bis 1000 Euro geschätzt, weil ein Kollege kurz zuvor von der Firma Vohler 50 Aufnahmen für 317 Euro bekommen habe. Darüber habe er auch mit der Agentur gesprochen. Die Rechnung sei deshalb völlig überhöht. Nicht länger als sechs Stunden habe das Shooting gedauert, die Ministerin habe sich noch dazu selbst schminken müssen.
Hohlmeier und die CSU zahlten erst nach der Klageerhebung auf Vohlers Konto ein: insgesamt 3400 Euro. Über den Rest wird am Dienstag gestritten.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH