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07.06.2004
 

Pannen-Meiler Temelin

Tschechisches AKW leckt

Aus dem Kühlsystem des umstrittenen Atomkraftwerks Temelin ist eine radioaktive Flüssigkeit ausgetreten. Die tschechischen Behörden wiegeln ab, doch beim Nachbar Österreich wächst die Sorge.

Prag - Etwa 3000 Liter radioaktiv verseuchte Kühlflüssigkeit seien aus dem Primärkreislauf des abgeschalteten zweiten Blocks ausgetreten, bestätigte das Amt für Atomsicherheit in Prag. Nach Angaben der Betreibergesellschaft CEZ besteht keine Gefahr für Menschen oder Umwelt. Erst vor wenigen Tagen war der zweite Block Reaktors wegen eines defekten Transformators abgeschaltet worden.

Die Regierung in Österreich reagierte dagegen mit Sorge auf den erneuten Zwischenfall in dem grenznahen Atom-Meiler. Umweltminister Josef Pröll forderte in Wien eine umfassende Untersuchung und einen detaillierten Bericht der tschechischen Seite. Temelin steht rund 100 Kilometer nördlich von Linz und etwa 230 Kilometer nordöstlich von München. In der Anlage ist es seit Auslösen der atomaren Kettenreaktion im Oktober 2000 zu mehr als 50 Störungen gekommen. Temelin produziert derzeit keinen Strom, da auch der erste Block wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet ist.

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