Erst jetzt, mehr als zwei Stunden nach dem Bombenanschlag auf Hitler, holt General Friedrich Olbricht die "Walküre"-Befehle aus dem Panzerschrank. Den Soldaten des Ersatzheeres soll durch die Befehle vorgegaukelt werden, dass eine "gewissenlose Clique frontfremder Parteiführer" Hitlers Tod ausnutze, um an die Macht zu kommen.
Gegen 16 Uhr betritt Olbricht das Büro von Generaloberst Friedrich Fromm, dem Befehlshaber des Ersatzheeres. Hitler ist tot, erklärt Olbricht. Fromm müsse die "Walküre"-Befehle erteilen. Fromm hat sich bislang nicht am aktiven Widerstand beteiligt, aber Stauffenberg und die Attentäter gedeckt. Angesichts der Nachricht aus Ostpreußen gibt sich Fromm skeptisch.
Da Olbricht inzwischen glaubt, das Attentat sei tatsächlich geglückt, lässt er Fromm in der Wolfschanze anrufen. Doch am anderen Ende der Telefonleitung berichtet Wilhelm Keitel, Hitlers höchster Militär, wie es wirklich ist: Hitler lebt. Daraufhin sagt Fromm zu Olbricht: "Es besteht kein Grund zu übereilten Maßnahmen." Er unterzeichnet die "Walküre"-Befehle nicht.
Inzwischen beschließt Mertz von Quirnheim, der Stabschef Olbrichts, zu handeln. Ohne die Genehmigung Fromms lässt er die Fernschreiben an die Wehrkreiskommandos absetzen. Inhalt: Hitler sei tot, die Reichsregierung habe den militärischen Ausnahmezustand verhängt, die Wehrmacht übernehme die Gewalt. Minister, NSDAP-Gauleiter und andere Funktionsträger des Dritten Reichs sollten verhaftet, KZ-Mannschaften festgenommen, strategisch wichtige Punkte besetzt werden.
Doch Mertz' entschlossene Aktion verläuft nicht wie gewünscht. Dass Fromm die Papiere nicht persönlich abgezeichnet hat, erregt in den Wehrkreiskommandos Misstrauen - und die Nachrichten werden viel langsamer verbreitet, als für einen Erfolg notwendig gewesen wäre. Denn die Texte werden mit der höchsten Geheimhaltungsstufe versendet. Das bedeutet, dass statt der 20 möglichen Schreibkräfte nur vier an der Übertragung arbeiten: Die anderen haben schlicht nicht die Befugnis, "Geheime Kommandosachen" in die Hände zu nehmen. So erreichen die "Walküre"-Befehle teilweise erst abends, oft nach Dienstschluss, die Wehrkreiskommandos.
Als Fromm vom Auslösen der "Walküre"-Befehle erfährt, tobt er und brüllt von Hochverrat und Todesstrafe. Er lässt Mertz festsetzen.
Was zuvor geschah:
Der Morgen: Bomben im Handgepäck
12 Uhr: Der Anschlag
13 Uhr: Flucht und Ungewissheit
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