Tokio - Japanische Politiker legten Kränze am Fuße der Friedensstatue nieder, beim Glockenschlag vormittags um 11.02 Uhr legten die Anwesenden eine Schweigeminute ein - genau zu diesem Zeitpunkt vor 59 Jahren hatte der US-Pilot Charles Sweeney die zweite Atombombe "Fat Man" über Japan abgeworfen. Damals, drei Tage nach dem Atombombenabwurf über Hiroschima, waren in Nagasaki etwa 74.000 Menschen durch direkte Einwirkung getötet worden, 75.000 wurden verletzt.
Nagasakis Bürgermeister Itcho Ito appellierte bei der zentralen Gedenkfeier an die USA, die Entwicklung von nuklearen Kleinwaffen einzustellen. Die so genannten "Mini-Nukes" hätten eine verheerende Wirkung und könnten Schäden anrichten, die sich nicht von denen der Nagasaki-Bombe unterschieden. Der US-Senat hatte im Juni Forschungsarbeiten an so genannten "Bunkerbrechern" gebilligt, nicht aber die Herstellung solcher Waffen. 1992 hatten sich die USA selbst ein Moratorium für Atomwaffentests auferlegt.
Bei der Zeremonie im Friedenspark sagte Bürgermeister Ito: "Wenn die Menschheit überleben will, gibt es nur einen Weg, und das ist die Abschaffung von Nuklearwaffen." Ministerpräsident Junichiro Koizumi bekräftigte, dass Japan auch weiterhin keine Atomwaffen produzieren, besitzen oder weiterverbreiten wolle.
Nagasaki nahm in diesem Jahr 2707 Menschen in eine Gedenkliste auf. Sie waren an den Spätfolgen der Verstrahlung gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Opfer auf 134.592.
Der Pilot, der damals die Maschine mit dem Namen "Bockscar" über Nagasaki steuerte, hat Zeit seines Lebens darauf bestanden, an jenem Morgen das Richtige getan zu haben. Wenige Tage nach dem Angriff, am 15. August, kapitulierte Japan. Der Zweite Weltkrieg war beendet.
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