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11.08.2004
 

Tod auf der Kirmes

Mädchen in Bungee-Kugel waren nicht angeschnallt

Das Mädchen, das auf einem Volksfest in der Eifel aus einer Bungee-Kugel geschleudert wurde, war nicht mit Gurten gesichert. Ein Mitarbeiter hat nach Angaben des Betreibers zu früh den Startknopf gedrückt. Die 14-Jährige kam ums Leben, ihre ebenfalls nicht angeschnallte Freundin konnte sich am Fahrgerät festklammern.

Bungee-Katapult: Gurte an Brust und Beinen sollen die Insassen sichern
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DPA

Bungee-Katapult: Gurte an Brust und Beinen sollen die Insassen sichern

Daun - Der 23 Jahre alte Mitarbeiter ging nach Angaben der Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Mädchen angegurtet waren. Überprüft habe er das aber nicht.

"Es ist mir unerklärlich, aber beide Mädchen waren nicht gesichert", sagte der 55-jährige Betreiber der Bungee-Anlage "Sling-Shot" aus Kastellaun. "Wir hatten erst kürzlich unsere TÜV-Abnahme." Alle Sicherheitsüberprüfungen seien einwandfrei gewesen und lückenlos dokumentiert.

"Jeder Sitz hat einen eigenen gepolsterten Bügel und Gurte - beide waren offen", sagte der Fahrgeschäftsleiter. "Ich bin mit meiner Familie wie gelähmt." Warum keinem der drei Mitarbeiter rechtzeitig aufgefallen sei, dass die Bügel offen waren, sei ihm unklar. Zum Zeitpunkt des Unglücks sei kein allzu großer Andrang gewesen. "Die haben mit den Mädchen und dem Publikum Spaß gemacht und darüber ihre Verantwortung vergessen", vermutet der gelernte Maschinenbauer. Der verantwortliche Mitarbeiter sei eigentlich "ein sehr zuverlässiger Mann" und seit Monaten mit der Anlage vertraut.

Dass die Mitarbeiter der Anlage den Schleudermechanismus zu früh auslösten, bestätigten auch mehrere Augenzeugen. "Einer ging hinter die Kugel und drückte auf den Knopf", sagte ein Mitarbeiter einer benachbarten Kirmesbude dem Radiosender SWR 1. Eine Frau berichtete, die Umstehenden hätten erst Sekunden nach dem Unfall reagieren können. Viele, darunter Kinder, waren fassungslos und geschockt, nachdem sie die Mädchen aus der Kugel fallen sahen. "Die meisten um mich herum haben geweint", sagte die Frau.

Bei der Rummelplatzattraktion handelt es sich um eine Kugel aus Metallgestänge, die mit Seilen 65 Meter hoch in die Luft katapultiert wird und dann binnen Sekunden wieder zu Boden fällt. Die 14-Jährige und ihre 16-jährige Freundin hatten sich gestern ein Ticket für die rasante Fahrt gekauft, dann kletterten sie in die Kugel, die mit zwei Überrollbügeln wie bei einer Achterbahn gesichert ist. In einer Höhe von 40 Metern wurde das jüngere Mädchen aus der Kugel geschleudert und gegen ein Außengestänge der Anlage geschmettert. Dann stürzte das Kind zu Boden.

Die Ältere konnte sich an dem Gestänge festhalten, bis die Kugel wieder den Boden erreichte, teilte die Polizei mit. Sie wurde leicht verletzt, steht aber unter Schock.

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