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09.09.2004
 

Märchenhochzeit in Brunei

Brautstrauß aus Gold und Diamanten

Es ist die Vermählung des Jahres in Asien: Der Kronprinz von Brunei hat in einer prunkvollen Zeremonie eine Bürgerliche geheiratet - und bot Tausenden Gästen ein Hochzeitsspektakel der Superlative.


Gemeinsames Gebet nach der Zeremonie: Das frisch vermählte Paar im Nurul-Iman-Palast
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REUTERS

Gemeinsames Gebet nach der Zeremonie: Das frisch vermählte Paar im Nurul-Iman-Palast

Bandar Seri Begawan - Die Auserwählte des Prinzen al-Muhtadee Billah Bolkiah ist 17 Jahre jung und Halbschweizerin. Die Mutter von Sarah Salleh war in den siebziger Jahren in den streng muslimischen Monarchenstaat auf der Insel Borneo gekommen und hatte im Gesundheitsministerium gearbeitet. In einer farbenprächtigen, Jahrhunderte alten, malaiischen Zeremonie wurde ihre Tochter heute mit dem 30-jährigen Thronfolger von Brunei vermählt. Um die Ehe zu besiegeln, hatte der Vater des Bräutigams, Sultan Hassanal Bolkiah, die Hand seines Sohnes genommen und mit ihr den Kopf der Braut berührt.

An ihrem großen Tag trug die mädchenhafte Braut ein saphirblaues malaiisches Gewand mit einem bodenlangen Schleier sowie ein Diamantendiadem. Ihr Gatte erschien im traditionellen violettfarbenen Kostüm. Dazu trug er einen goldenen Kopfschmuck und einen Dolch. Auch am Brautstrauß wurde nicht gespart: Er bestand aus purem Gold und Diamanten. Tausende Menschen säumten die Straßen, als das frisch vermählte Paar in einem goldfarbenen Rolls-Royce an der Spitze eines Autokorsos aus über 100 Fahrzeugen durch die Straßen von Bruneis Hauptstadt fuhr.

Einziger Wermutstropfen: Wie schon dem spanischen Thronfolgerpaar im Mai war auch dem künftige Herrscherpaar des ölreichen Sultanats das Wetter nicht hold. Es regnete in Strömen, als sich die Brautleute in ihren kostbaren Roben der Bevölkerung zeigten. Sie wurden völlig durchnässt.

Die rund vier Millionen Euro teure Veranstaltung ist trotzdem ein Mega-Event, eine orientalische Märchenhochzeit nach allen Regeln der Kunst: Etwa 2000 Gäste sind geladen, der prunkvollen Zeremonie im Palast der Hauptstadt Bandar Seri Begawan beizuwohnen. Die illustren Gäste aus internationaler Highsociety und Politik müssen sich dabei keineswegs drängeln: Die Residenz des Sultans hat 1788 Zimmer.

Neben dem japanischen Kronprinzen Naruhito, König Hamad von Bahrain und dem Prinzen Bandar von Saudi-Arabien treffen sich hier auch die Staatschefs aus Indonesien, den Philippinen, Malaysia und Singapur. Auch das britische Königshaus ist vertreten. Von Freitag an sollen drei Nächte in Folge Feuerwerke den Himmel über Brunei erleuchten.

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