Köln - Nach Angaben der Feuerwehr hatte sich der 40 Meter hohe Turm der katholischen Kirche St. Johann Baptist gegen 2 Uhr ruckartig gesenkt und um einen Meter zur Seite geneigt. Dabei war ein deutlicher Riss zwischen Turm und Kirchenschiff aufgebrochen, die Erschütterung löste zugleich die Alarmanlage der Kirche aus.
Wegen der Einsturzgefahr mussten etwa 70 Anwohner ihre Wohnungen verlassen, außerdem musste ein Teil des morgendlichen Berufsverkehrs umgeleitet werden. Unter anderem wurde eine der wichtigsten Rheinbrücken, an deren Auffahrt die Kirche liegt, kurzfristig gesperrt. Statiker haben nach Angaben der Stadt Köln inzwischen festgestellt, dass für den Turm keine akute Einsturzgefahr besteht. Der Verkehr über die nahe Severinsbrücke wurde inzwischen wieder freigegeben.
Wie die Kölner Behörden mitteilten, sind wahrscheinlich unterirdische Baumaßnahmen im Severinsviertel in der südlichen Kölner Altstadt für das Kippen des Turmes verantwortlich. In etwa 6,5 Meter Tiefe unter der Kirche war in den vergangenen Tagen ein Versorgungsschacht für den späteren Bau des eigentlichen U-Bahn-Tunnels vorangetrieben worden. Der Vorstandschef der städtischen Verkehrsbetriebe, Walter Reinartz, sagte, der Zwischenfall komme überraschend. Bei den bisherigen Arbeiten und bei den Probebohrungen seien zuvor keine Probleme festgestellt worden. Die Verkehrsbetriebe wollen laut Reinartz alles tun, um die Kirche zu retten.
Der schräge Turm soll nach Angaben der Stadt noch heute mit Stahlträgern abgestützt werden. Über das weitere Vorgehen wollen die Experten danach beraten. Die unmittelbare Nachbarschaft der Kirche und die in der Nähe liegenden Straßenbahngleise bleiben noch gesperrt. Die Anwohner sollen voraussichtlich morgen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.
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