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01.10.2004
 

Vergewaltigungsinsel Pitcairn

"Mädchen wurden wie Sex-Spielzeug behandelt"

Das Leben auf der entlegenen Südseeinsel Pitcairn ist für Frauen alles andere als paradiesisch. Das zumindest sagte eine Bewohnerin im Vergewaltigungsprozess gegen sieben Männer. Missbrauch ist demzufolge an der Tagesordnung.

Die Vulkaninsel Pitcairn: "Leben ist alles andere als paradiesisch"
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DPA

Die Vulkaninsel Pitcairn: "Leben ist alles andere als paradiesisch"

Sydney - In dem Aufsehen erregenden Prozess gegen sieben Nachfahren der legendären "Bounty"-Meuterer erhob eine Bewohnerin schwere Vorwürfe gegen die Angeklagten. "Die Mädchen werden behandelt, als wären sie Sex-Spielzeug", sagte die Frau, die per Video der Gerichtsverhandlung auf dem Eiland zugeschaltet wurde. "Die Männer können mit ihnen machen, was sie wollen", sagte die Frau laut einem australischen Zeitungsbericht.

Sieben der insgesamt 47 Bewohner des letzten britischen Territoriums im Pazifik wird sexueller Missbrauch von Minderjährigen in 96 Fällen sowie Vergewaltigung vorgeworfen, berichtete das neuseeländische Fernsehen. Zum Teil sind die Taten mehr als 40 Jahre zurück. Insgesamt ist die Hälfte der arbeitsfähigen männlichen Bevölkerung, darunter auch Bürgermeister Steve Christian, angeklagt, Frauen und Kinder vergewaltigt zu haben. Nun sagte auch der zweite Angeklagte aus: Dave Brown soll ein fünfjähriges Mädchen missbraucht haben. Ein anderes Mal soll er eine Siebenjährige in der Kirche überfallen haben - vor den Augen anderer Kinder. Brown bestritt die Vorwürfe.

Staatsanwalt Simon Moore vor der Verhandlung auf Pitcairn: Mehr als die Hälfte der Männer auf der Insel unter Verdacht
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AP

Staatsanwalt Simon Moore vor der Verhandlung auf Pitcairn: Mehr als die Hälfte der Männer auf der Insel unter Verdacht

Während das auf Pitcairn geltende britische Recht sexuellen Kontakt mit Minderjährigen unter 16 Jahren verbietet, berufen sich die Angeklagten auf eine lange Tradition: Schon die Europäer, die 1790 nach der Meuterei auf der "Bounty" auf der Insel Zuflucht suchten, seien mit jungen einheimischen Mädchen sexuelle Beziehungen eingegangen.

Sollten die Männer zu Gefängnisstrafen verurteilt werden, ist das Überleben der Inselbevölkerung gefährdet: Denn die Männer steuern die Langboote, die der einzige Zugang zur Außenwelt sind. Das felsige Eiland ist so klein, dass es weder eine Start- und Landebahn noch einen gesicherten Hafen gibt.

Für den Prozess schiffte Großbritannien Richter, Polizisten, ein Gefängnis, Gerichtsbedienstete sowie eine Handvoll Berichterstatter nach Pitcairn.

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