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08.10.2004
 

Todesschüsse in der Bank

Tatverdächtiger entlastet

Der tödliche Banküberfall im baden-württembergischen Siegelsbach stellt die Polizei vor ein Rätsel. Die Fahnder haben zwar vorübergehend einen Verdächtigen festgenommen, wollen aber nicht von einer heißen Spur sprechen. Ein angeschossener Bankkunde hingegen gab einen Hinweis auf den Täter - doch der erwies sich als falsch.

Überfallene Bank in Siegelsbach: Noch keine heiße Spur zum Täter
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DPA

Überfallene Bank in Siegelsbach: Noch keine heiße Spur zum Täter

Siegelsbach - "Es war der Bäcker", sagte der verletzte Mann Polizeiangaben zufolge. Der 66-Jährige erlitt bei der Tat einen Kopfschuss. Er wird zurzeit im künstlichen Koma gehalten, ist aber außer Lebensgefahr. Seine 65 Jahre alte Frau wurde bei dem Überfall auf die Sparkassenfiliale in Siegelsbach getötet. Ein Angestellter der Bank wurde mit einem stumpfen Gegenstand schwer am Kopf verletzt. Sein Zustand ist nach Angaben der Polizei kritisch.

Der Verdächtige wurde einige Stunden lang verhört und dann wieder freigelassen. Der Tatverdacht habe sich nicht erhärtet, teilte die Polizei am Abend mit. Die Ermittler haben eine 20-köpfige Sonderkommission gebildet.

Der Tathergang liegt noch weitgehend im Dunkeln. Andere Kunden entdeckten die Tote und die beiden Verletzten laut Polizei erst rund zehn Minuten nach dem Überfall. Zum Täter gibt es bislang kaum Informationen, und auch die Art der Flucht ist unbekannt. "Uns fehlen zehn Minuten", sagte ein Polizeisprecher.

Große Hoffnung setzt die Sonderkommission "Siegelsbach" nach eigenen Angaben auf die Auswertung der am Tatort gesicherten Finger-, Faser- oder Blutspuren. Nach den bisherigen Ermittlungen wurde das Ehepaar im Kundenraum der Bankfiliale mit zwei Schüssen niedergestreckt. Der Bankangestellte musste offenbar zunächst den Tresor öffnen, danach wurde er brutal niedergeschlagen.

Aus dem offenen Tresor fehlt nach Angaben der Bank ein niedriger fünfstelliger Betrag. Weil an dem Tresor keine Spuren von Gewalt festzustellen sind, geht die Polizei davon aus, dass der Angestellte gezwungen wurde, ihn zu öffnen. Das aus einer Nachbargemeinde stammende Ehepaar war zu dem Zeitpunkt offenbar allein im Schalterraum gewesen und hatte auf ein Beratungsgespräch gewartet.

Die Sparkassenfiliale war laut Polizei bereits im Oktober 2003 Ziel eines Überfalles. Damals war der Täter per Motorrad geflüchtet. Der Fall wurde bislang nicht aufgeklärt.

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