Wellington - Der Bürgermeister der kleinen Insel Pitcairn, Steve Christian, wurde der Vergewaltigung in fünf Fällen für schuldig befunden und erhielt eine dreijährige Freiheitsstrafe, teilten britische Behörden in Neuseeland mit. Sein Sohn Randy wurde für vier Vergewaltigungen und fünf Fälle von sexueller Nötigung zu sechs Jahren Haft verurteilt. Ein anderer Inselbewohner muss wegen ähnlicher Vergehen für fünf Jahre ins Gefängnis, ein heute 78-Jähriger für zwei Jahre. Zwei weitere Angeklagte wurden minderschwerer Übergriffe für schuldig befunden und zur Ableistung von gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Ein siebter Mann war vor einigen Tagen freigesprochen worden. Insgesamt wurden den Angeklagten mehr als 50 sexuelle Übergriffe vorgeworfen, von denen einige 40 Jahre zurückliegen.
Die Verteidiger haben bereits Berufung angekündigt, wobei sie insbesondere die britische Rechtshoheit über Pitcairn in Frage stellen wollen. Der Prozess fand nach britischem Recht statt, weil die Insel, auf der sich im 18. Jahrhundert die Meuterer der "Bounty" niederließen, unter der Verwaltung Londons steht. Bis die Rechtshoheit überprüft ist, müssen die Verurteilten die Strafen nicht antreten.
Während des Prozesses waren immer wieder Befürchtungen geäußert worden, wonach eine Verurteilung der Männer dazu führen könnte, dass die Insel aufgegeben werden müsse. Denn immerhin standen mit den sieben Angeklagten beinahe die Hälfte der männlichen Inselbevölkerung vor den Richtern. Mehrere Frauen hatten für sie Partei ergriffen: Ohne die Männer, so hatten sie argumentiert, werde die Insel nicht mehr bewohnbar sein, weil die Frauen die Langboote nicht durch die starke Brandung steuern könnten.
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