Osnabrück - Den Fahndern war der junge Mann gestern Nachmittag bei der Beerdigung der Frau aufgefallen. Er ähnelte einem Phantombild, das nach Zeugenaussagen angefertigt wurde und den letzten Fahrgast des Taxis zeigt. Im ersten Gespräch mit den Polizisten gestand der Mann, seine Mutter getötet und einen 13-jährigen Jungen schwer verletzt zu haben. Gegen den Täter wurde ein Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes erlassen.
Grund für die Bluttat ist offenbar eine Anklage wegen Unterschlagung gegen den 20-Jährigen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. In dem Fall ging es um die Kasse eines Dartvereins. Zwischen Mutter und Sohn hatte es Polizeiangaben zufolge Absprachen zum Verhalten im Prozess gegeben. Davon hatte die Frau später jedoch Abstand genommen. In der Tatnacht wollte der Sohn seine Mutter zur Änderung ihrer Einstellung bewegen, war aber zu diesem Zeitpunkt bereits fest entschlossen, sie andernfalls umzubringen. Bereits in der Wohnung steckte er ein Messer ein, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Von einer Telefonzelle auf dem Marktplatz aus rief er das Taxi seiner Mutter, stieg ein, und beide fuhren zu einem Teich. Sie stiegen aus, um zu reden und eine Zigarette zu rauchen. Beide gingen bis ans Ufer des kleinen Sees. Der Sohn habe seiner Mutter das Messer in den Bauch gestochen. Diese habe keine Reaktion gezeigt, so dass er weiter zugestochen habe, bis sie in sich zusammengesackt und ins Wasser gefallen sei, hieß es.
Der junge Mann legte danach Spuren im Taxi, die einen Raub vortäuschen sollten. Als er sich in das Taxi beugte, kam ein Junge auf einem Fahrrad vorbei. Aus Angst, als Täter identifiziert zu werden, stach er auch auf den Jungen ein, bis dieser leblos am Boden lag. Der 13-Jährige wollte zwei Freunde treffen, die an dem See angelten. Er schwebt noch immer in Lebensgefahr.
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