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06.11.2004
 

Großbritannien

Tote und Dutzende Verletzte bei Zugunglück

Bei einem Zugunglück in England sind am Samstagabend sechs Menschen ums Leben gekommen und Dutzende zum Teil schwer verletzt worden. Der Personenzug hatte an einem Bahnübergang ein Auto erfasst und war entgleist.

Schlagseite: Die Lok des Unglückszugs
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DPA

Schlagseite: Die Lok des Unglückszugs

London - Der Zug mit der Nummer 1735 von der Gesellschaft First Great Western hatte 300 Passagiere an Bord und war auf dem Weg von London-Paddington nach Plymouth, als es zu der Kollision kam, teilte die Polizei mit. Mehrere Waggons entgleisten. Der Unglücksort lag in Ufton Nervet etwa 65 Kilometer westlich von London.

"Die Bedingungen hier sind sehr schwierig", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte. "Wir arbeiten nur mit Scheinwerfern in völliger Dunkelheit." Die Polizei ging in der Nacht zwar davon aus, alle Eingeschlossenen befreit zu haben. Die Bergungsarbeiten sollten jedoch bis zum Morgen fortgesetzt werden.

Jonny Saunders, einer der Passagiere, sagte, der Zug habe plötzlich sehr hart gebremst, als sei die Notbremse gezogen worden: "Die Lichter gingen aus, Schreie, Rufen, und es wurde stockdunkel. Dann für einige Momente ein völliges Chaos im Waggon." Die Hilfsdienste seien dann aber schnell zur Stelle gewesen. "Es gab einen harten Ruck, der Zug wurde schneller und legte sich auf die Seite", sagte eine 19-jährige Passagierin. "Ich hörte wie Leute schrieen und Glas zersplitterte. Wir haben uns eine Zeit lang nicht gerührt. Es war so dunkel."

Unter den Toten war auch der Zugführer. Es war zunächst unklar, warum das Auto auf den Gleisen gestanden hatte. Hinweise auf ein technisches oder menschliches Versagen von Seiten der Bahngesellschaft lagen zunächst nicht vor. Im BBC-Fernsehen hieß es, der Zug sei mit einer Geschwindigkeit von etwa 160 Kilometer pro Stunde gefahren. Die Polizei begann mit der Untersuchung der Unfallursache.

Seit der Privatisierung der britischen Eisenbahn in den neunziger Jahren ist den Firmen vorgeworfen worden, nicht genug in die Sicherheit zu investieren. Bei Zugunglücken in Großbritannien sind in den vergangenen fünf Jahren 42 Menschen getötet worden.

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