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22.11.2004
 

Algerien

Deutsche Sahara-Touristen verhaftet

Fünf Deutsche, die tagelang in der algerischen Wüste verschwunden waren, sollen wegen Diebstahls archäologischer Objekte vor Gericht kommen. Nach Presseberichten handelt es sich bei der Gruppe vermutlich nicht um Urlauber, sondern um professionelle Plünderer. Den Deutschen drohen jetzt bis zu fünf Jahre Haft.

Algier - Die Gruppe war am Samstagabend nach einer weiträumigen Suchaktion im Süden des Landes im Tassili-Nationalpark etwa 95 Kilometer von Djanet entfernt bei ihren Fahrzeugen aufgefunden und festgenommen worden. Nach offiziellen Agenturberichten sollen die Fünf in ihren Fahrzeugen und in ihrem Gepäck 31 verschiedene Gesteinsproben sowie 113 archäologische Objekte gehabt haben, darunter Keramik, Stößel, Mahlsteine und Pfeilbögen aus der Vorgeschichte. Die Zeitung "El Watan" schreibt in ihrer heutigen Ausgabe, einer der Deutschen betreibe eine Agentur für den Verkauf archäologischer Stücke und sei schon mindestens fünf Mal in der Djanet-Region gewesen.

Den mutmaßlichen Räubern wird nach einem Bericht der nationalen algerischen Nachrichtenagentur APS auch vorgeworfen, gegen die Vorschriften für Touristen im Tassili-Nationalpark und in der Sahara verstoßen zu haben. Nach algerischem Recht drohen ihnen Haftstrafen von zwei bis fünf Jahren sowie hohe Geldstrafen. Der Direktor des bekannten Nationalparks kündigte darüber hinaus eine Zivilklage gegen die Deutschen an.

Zuvor hatte das mysteriöse Verschwinden der Reisegruppe für Spekulationen gesorgt. Die algerische Presse hatte vermutet, die vermeintlichen Touristen könnten nach dem Muster des Geiseldramas von 2003 verschleppt worden sein. In Südalgerien waren im Februar 2003 insgesamt 32 Europäer, darunter 16 Deutsche, von der islamistischen Terrorgruppe GSPC verschleppt worden. Eine Geisel starb während der Gefangenschaft.

Rätselraten hatten aber auch unbestätigte Berichte ausgelöst, denen zufolge die mutmaßlichen Touristen plötzlich losgefahren waren, als ihr Reiseführer gerade Formalitäten in einer Kontrollstelle der Polizei erledigte. Der Führer hatte den Vorfall sofort gemeldet. Wie arabischsprachige Zeitung "El Khabar" berichtet hatte, hatte die Nationalgendarmerie eilig eine weiträumige Suche nach den Deutschen in dieser Region, 1800 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier, aufgenommen. Nähere Angaben über die Herkunft der Touristen waren nicht gemacht und ihr Verschwinden offiziell auch nicht bestätigt worden.

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