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05.12.2004
 

Integration in Italien

Weihnachtslieder ohne Jesus?

Der Versuch einer Lehrerin, ein christliches Weihnachtslied auch für muslimische Schüler zugänglich zu machen, hat im katholischen Italien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die integrationsbeflissene Pädagogin wollte den Namen Jesus aus dem Liedtext streichen.

Christen-Erlöser Jesus (Statue im Allgäu): Fester Bestandteil der Weihnachtsgesänge
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DPA

Christen-Erlöser Jesus (Statue im Allgäu): Fester Bestandteil der Weihnachtsgesänge

Rom - Die Mittelschul-Lehrerin aus dem norditalienischen Como machte den moslemischen Schülern in ihrer Klasse einen gut gemeinten, aber brisanten Vorschlag: Falls sie wollten, könnten sie in einem Weihnachtslied die Zeile "dies ist der Tag Jesu" durch "dies ist der Tag der Tugend" ersetzen.

Die Tageszeitung "Il Giornale", die der Bruder des konservativen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi leitet, titelte daraufhin am Sonntag auf der ersten Seite: "Jesus aus Weihnachtsliedern verbannt". Der Bürgermeister von Como, Stefano Bruno, selbst Mitglied in Berlusconis Partei Forza Italia, sagte der Nachrichtenagentur Agi: "Das Wort Jesus in einem Weihnachtslied zu ersetzen, ist ein ernsthafter Fehler und eine Beleidigung der gesamten katholischen Gemeinschaft."

Eine Eskalation der Diskussion wurde gerade noch verhindert, indem die zehn- und elfjährigen Schüler sich dafür aussprachen, am althergebrachten Liedtext festzuhalten.

Pasquale Capria, der Direktor der Schule, sagte am Sonntag vor Journalisten: "Die ausländischen Schüler haben mir von sich aus gesagt, es sei für sie kein Problem, das Wort Jesus zu singen." An der Schule beträgt der Ausländeranteil rund ein Fünftel, viele davon sind Moslems. Insgesamt leben in dem überwiegend katholisch geprägten Italien (57 Millionen Einwohner) rund eine Million Moslems.

Die wachsende Zahl von Ausländern in Italien schon mehrfach religiöse Kontroversen ausgelöst. So war vergangenes Jahr lange diskutiert worden, nachdem ein Richter verfügt hatte, dass ein Kruzifix aus einer Schule entfernt werden sollte. Papst Johannes Paul II. hatte sich damals persönlich in die Diskussion eingeschaltet und es als undemokratisch und gefährlich bezeichnet, die religiösen Symbole eines Landes auszulöschen.

In diesem Jahr kam es erneut zu Debatten, nachdem ein Kindergarten sich geweigert hatte, eine moslemische Frau einzustellen. Nach Ansicht der Kindergartenleitung hätte das Kopftuch der Frau die Kinder erschrecken können.

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