Verden - "Die beiden haben wohl verzweifelt versucht, nach draußen zu rudern", sagte Polizeisprecher Helmut Meyer gegenüber SPIEGEL ONLINE. An der Unglücksstelle sei die Weser mit bis zu neun Metern ungewöhnlich tief. Das Auto ist ersten Ermittlungen zufolge mit dem vorne liegenden Motorraum zuerst ins Wasser geraten, so dass es senkrecht nach unten gesunken sein müsse, sagte Meyer. Deswegen hätten Polizeitaucher die eng umschlungenen Leichen am äußersten Ende des Hecks vorgefunden, wohin sie vermutlich in Panik geflohen seien.
Die Handbremse habe wahrscheinlich einer der beiden angezogen, als es schon zu spät war. Zum Zeitpunkt des Unglücks war es noch dunkel. "Möglicherweise haben sie gar nicht rechtzeitig gemerkt, was vor sich ging", sagte der Polizeisprecher. Ein Selbstmord kommt den Ermittlungen zufolge nicht in Frage. Nach den Untersuchungen schließt die Polizei auch Fremdverschulden aus. Die Ermittler gehen von einem Unfall aus. Äußere Beschädigungen am Unglücksfahrzeug stammen vermutlich von Schiffen.
Die 22 Jahre alte Frau und ihr 25-jähriger Freund waren am Sonntagmorgen um 5 Uhr zum letzten Mal gesehen worden. Das Paar hatte den Abend in einer Kneipe in Verden verbracht und danach dem Polizeibericht zufolge mit dem Mazda der jungen Frau noch gemeinsame Bekannte nach Hause gebracht. Danach fuhren sie zu einem Schäferstündchen ans Weserufer. Kurze Zeit später rollte der Wagen ins Wasser. Die Leichen wurden gestern geborgen.
Friederike Freiburg
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