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13.12.2004
 

Havarierter Frachter

Ölklumpen erreichen Alaskas Küste

Experten sollen aus der Luft auf das Wrack des vor der Küste von Alaska havarierten Frachters abgeseilt werden, um das Ausmaß der Schäden zu bestimmen. Beim Auseinanderbrechen des Schiffs sollen mehr als eine halbe Million Liter Öl ausgetreten sein. Naturschützer befürchten eine Umweltkatastrophe.

Havarist "Selendang Ayu": Hunderttausende Liter Öl treten aus beiden Schiffsteilen aus
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AP / U.S. Coast Guard

Havarist "Selendang Ayu": Hunderttausende Liter Öl treten aus beiden Schiffsteilen aus

Anchorage - Starker Wind und meterhohe Wellen hatten Rettungsarbeiten an dem in zwei Teile zerbrochenen Frachtschiff "Selendang Ayu" in den vergangenen Tagen stark behindert. Für heute erwarten die Meteorologen eine Wetterbesserung. Die US-Küstenwache hofft, ein Spezialisten-Team aus der Luft auf die "Selendang Ayu" abseilen zu können. Die Experten sollen das Wrack untersuchen und die Menge des ausgelaufenen Öls bestimmen.

Der Frachter hatte bereits am Dienstag Schiffbruch erlitten. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich etwa 1,8 Millionen Liter Bunkeröl und Diesel an Bord. Der unter malaysischer Flagge fahrende Frachter hatte Sojabohnen aus dem US-Bundesstaat Washington nach China transportieren sollen.

Als der Frachter am Donnerstag in zwei Teile zerbrach, wurde offenbar ein Tank beschädigt, der fast 530.000 Liter fasst. Die Küstenwache geht davon aus, dass dieses Öl zumindest teilweise ins Meer gelangt ist. An der Küste von Unalaska, rund 1300 Kilometer südwestlich von Anchorage, wurden Ölklumpen von der Größe eines Tennisballs angespült. Das Gebiet ist Teil des Naturreservats Alaska Maritime National Wildlife Refuge und wichtiger Lebensraum für Seevögel und Meeressäuger. Jetzt sind Seelöwen, Robben, Seeotter und zahlreiche Seevögel von den Folgen einer möglichen Ölkatastrophe bedroht.

"Dies könnte sich zur größten Öl-Katastrophe seit dem 'Exxon-Valdez'-Unglück entwickeln", sagte Greg Siekaniec von der Naturschutzbehörde Alaska Maritime Refuge der "Seattle Times". 1989 war der Tanker "Exxon Valdez" im Prince-William-Sund auf Grund gelaufen. Rund 40 Millionen Liter Öl verschmutzten damals einen fast 2000 Kilometer langen Küstenabschnitt. Tausende Vögel und Meerestiere starben.

Sechs Besatzungsmitglieder der "Selendang Ayu", die von dem Schiff evakuiert wurden, kamen am Mittwoch beim Absturz eines Rettungshubschraubers ums Leben. Die Suche nach den Vermissten wurde am Freitagabend eingestellt. Der zuständige Offizier, Darrel Wilson, sagte am Sonntag, die Küstenwache gehe mit äußerster Vorsicht vor, um weitere Opfer zu vermeiden.

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