Phuket - Es war ein Wiedersehen inmitten Verletzter. Gestern wurde der kleine Hannes Bergström endlich zu seinem Vater Marko Karkkainen gebracht, der im Krankenhaus von Phuket liegt. Seit Sonntag hatte der zweijährige Junge selbst in einem Krankenhaus gewohnt, weil lange Zeit keiner seiner Angehörigen in Thailand auffindbar gewesen war. "Er sah trostlos aus, als er am Sonntagabend hier eingeliefert wurde mit einigen oberflächlichen Hautabschürfungen im Gesicht und am Körper", sagte Vilad Mumbansao, ein Angestellter des Krankenhauses.
Touristen hatten den zweijährigen Hannes am Sonntag in der Nähe des Urlaubsortes Khao Lak gefunden. Er saß allein auf einer Straße und schwieg, denn Hannes kann noch nicht sprechen. Der Junge, dessen Nationalität erst unklar war, wurde in ein Hospital in Phuket eingeliefert. Das Krankenhaus stellte dann ein Bild des Jungen ins Internet, und ein Onkel aus dem schwedischen Göteborg meldete sich und identifizierte Hannes.
Das Kleinkind war nach Angaben seines Onkels mit vier Verwandten auf einer einmonatigen Thailandreise gewesen. Laut der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" liegt auch Hannes' Großvater in einem thailändischen Krankenhaus. Die Mutter und die Großmutter des Jungen gelten nach wie vor als vermisst.
In den flutverwüsteten thailändischen Urlaubsregionen sind noch immer Dutzende Familien getrennt, viele Kinder sind zu Flutwaisen geworden. In Thailand werden noch mehr als 4000 Menschen vermisst. Darunter sind auch viele Urlauber: Zum Zeitpunkt der Flutwelle waren nach Angaben des schwedischen Außenministeriums rund 20.000 Schweden in Thailand, die Behörden vermuten, dass 2200 von ihnen tot sind.
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