Bangkok/Oberursel - Die zehnjährige Flutwaise Sophia aus Oberursel ist auf dem Weg nach Hause. "Der Rücktransport wurde veranlasst", sagte Nina Kuhn, die Sprecherin der Stadtverwaltung Oberursel. Sophia war kurz nach der Flutkatastrophe mit Schnittwunden, Krankenhaus von Phuket gebracht und dort behandelt worden. Die Familie des Mädchens hatte auf der thailändischen Urlaubsinsel Ferien gemacht.
Von Sophias Eltern fehlt nach wie vor jede Spur. Keiner weiß, ob sie noch leben. Nach der Rückkehr des Mädchens würden sich daher Angehörige und Kollegen des Vaters um das Mädchen kümmern, sagte Kuhn.
Der kleine Tom aus Hessen ist bereits zu Hause angekommen. Er landete heute Morgen auf dem Flughafen Frankfurt und wurde zu seinen Großeltern nach Reichelsheim bei Bad Nauheim gebracht. Toms Vater ist seit dem Unglück verschollen. "Von unserem Schwiegersohn haben wir nichts gehört", sagte Toms Großmutter unter Tränen. Die Mutter des Jungen liegt schwer verletzt in einem thailändischen Krankenhaus. Wann sie nach Hause kommen kann, ist noch ungewiss.
Schwedisches Flutkind Hannes sieht seinen Vater wieder
Der zweijährige Schwede Hannes Bergström ist noch immer in Thailand. Aber er hat Glück gehabt: Gestern Abend traf der Junge seinen Vater wieder, von dem ihn die Flut gewaltsam getrennt hatte. Touristen hatten Hannes am Sonntag in der Nähe von Khao Lak entdeckt, wo er allein auf einer Straße saß. Der Junge, der noch nicht sprechen kann, wurde in ein Krankenhaus in Phuket gebracht, das ein Bild von ihm ins Internet stellte. Ein Onkel aus Göteborg meldete sich daraufhin und identifizierte Hannes. Die Mutter und die Großmutter des Jungen gelten nach wie vor als vermisst.
Insgesamt werden noch mehr als 4000 Menschen in Thailand vermisst. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind auch mehr als 1000 Deutsche in den Unglücksgebieten Südostasiens verschollen. Viele von ihnen sind wahrscheinlich tot. Bei vielen Familien herrscht noch banges Warten, andere haben schon schreckliche Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen.
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