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31.12.2004
 

Pfeile zur Begrüßung

Steinzeitvolk überlebt Tsunami

Tagelang gab es keine Informationen über das Schicksal der Eingeborenen-Stämme auf den Andamanen- und Nikobaren-Inseln. Experten fürchteten, dass die isoliert lebenden Urzeit-Völker durch die Flutwellen ausgelöscht worden sein könnten. Nun gibt es ein Lebenszeichen: Einen Helikopterpiloten empfingen sie mit einer Ladung Pfeile.



Luftbild der Car Nikobar-Insel: Wie mit einem Bulldozer plattgewalzt
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AFP

Luftbild der Car Nikobar-Insel: Wie mit einem Bulldozer plattgewalzt

Neu Delhi - Selten wohl hat die Besatzung eines Hubschraubers der Küstenwache mit so großer Erleichterung auf einen Angriff vom Boden aus reagiert. Sentinelesen hätten eine Luftpatrouille mit Pfeilen beschossen, als diese ihnen zu nahe gekommen sei, berichtete der Chef der Küstenwache, Arun Kumar Singh, der Zeitung "The Telegraph". Der Angriff sei das sicherste Zeichen gewesen, dass der Stamm die Flutwelle überlebt habe.

Damit hat die indische Küstenwache den ersten eindeutigen Beleg dafür, dass die verheerende Flutwelle die isoliert lebenden Eingeborenenstämme auf den Andamanen und Nikobaren nicht ausgelöscht hat. "Es gab mehrere Medienberichte, die von einer Bedrohung der indigenen Völker und Stämme gesprochen haben", sagte Singh. "Ich habe die Behauptung persönlich überprüft. Sie ist absoluter Unfug."

Die Andamanen und Nicobaren bestehen aus insgesamt 550 Inseln, von denen etwa drei Dutzend bewohnt sind. Doch noch immer konnten die Retter nicht zu jeder der betroffenen Inseln vordringen. Offiziellen Stellen zufolge könnte es allein auf den Andamanen und Nikobaren 6000 Tote gegeben haben. Insgesamt sind die Inseln Heimat von 350.000 Menschen, weniger als ein Zehntel davon sind Ureinwohner.

Den Eingeborenen seien wahrscheinlich der Katastrophe entgangen, weil sie vor allem mitten im Dschungel und nicht in Meeresnähe lebten, erklärte Singh. Die etwa sechs Stämme, die sich als Halbnomaden durch Jagen und Sammeln ernähren, leben bereits seit Tausenden von Jahren abgeschottet vom Rest der Welt auf den Archipeln.

Unklar ist bislang, wie viele tote Stammesangehörige zu beklagen sind. Der Stämme der Großen Andamanesen umfassten vor der Flutwelle nur rund 40 Angehörige. Zu den Onges zählten noch rund 100 Menschen. Dem Stamm der Sentinelesen gehörten bis Sonntag schätzungsweise 250 Menschen an.

Eine andere Hubschrauber-Besatzung, die nach der Flutwelle Hilfsgüter auf einer Insel abladen wollte, bewarfen Eingeborene vom Stamm der Sentinelesen mit Steinen.

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