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04.01.2005
 

Newsticker

Kurzmeldungen zur Flutkatastrophe

+++ 4. Januar 2005 +++

+++ UN rechnen mit mehr als 200 000 Todesopfern +++

[21:34] Die Vereinten Nationen (UN) rechnen damit, dass die Flutkatastrophe in Südasien mindestens 200 000 Todesopfer gefordert hat. Dies sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, am Abend in New York. Die Erdbebenkatastrophe 1976 in China habe 240 0000 Menschen das Leben gekostet, "diese dürfte noch verheerender sein", sagte Egeland.

+++ Angeblich knapp 1100 deutsche Vermisste +++ [17:30] Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios sollen nach der Flutkatastrophe noch knapp 1100 Deutsche in Südostasien vermisst werden. Die Zahl ist wesentlich geringer, als in den vergangen Tagen spekuliert wurde. Das liege vor allem daran, dass sich mehr als 900 Menschen in Deutschland zurückgemeldet haben, die ursprünglich auf der Liste standen, hieß es. Experten gingen davon aus, dass die Zahl der Vermissten nur noch leicht schwanken und wahrscheinlich auf knapp unter 1000 sinken wird.

+++ Bundesregierung will Fluthilfe auf 500 Millionen Euro erhöhen +++ [17:27] Die Bundesregierung will ihre Finanzhilfe für den Wiederaufbau der verwüsteten Flutregionen Südostasiens auf bis zu 500 Millionen Euro aufstocken. In einer Sondersitzung am Mittwoch wolle das Kabinett ein Hilfspaket beschließen, verlautete aus Regierungskreisen. Damit stünde Deutschland bei den Finanzzusagen weltweit an der Spitze. Bisher hatte die Bundesregierung 20 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Die privaten Spenden der Deutschen schnellten auf 70 Millionen Euro hoch.

+++ Offiziell keine Schweigeminuten in Dänemark +++ [17:22] Die dänische Regierung will sich am Mittwoch nicht an den Schweigeminuten zum Gedenken an die Flutopfer in Südostasien beteiligen. Eine entsprechende Aufforderung der EU wurde heute abgewiesen. Vor öffentlichen Gebäuden sollen lediglich die Flaggen auf Halbmast gesetzt werden. Eine Begründung für die Entscheidung gab es nicht. In ganz Europa sollen am Mittwoch um 12.00 Uhr mit drei Schweigeminuten der Opfer des Seebebens gedacht werden.

+++ Städte übernehmen Partnerschaften in Katastrophenregion +++ [15:26] Viele deutsche Städte wollen mit konkreten Partnerschaften den Flutopfern in Südostasien helfen. So unterstützt die Stadt Bonn Opfer in der südindischen Region Cuddalore. München wolle 250.000 Euro für die Stadt Batticaloa in Sri Lanka Spenden. Essen hat Kontakte zu einem Geburts- und Kinderkrankenhaus in Galle in Sri Lanka aufgenommen. Auch in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Halle, Kiel, Köln, Leipzig, Magdeburg, Münster, Potsdam, Regensburg und Reichenberg im Vogtland wird über konkrete Hilfe nachgedacht. Bundeskanzler Schröder hatte in seiner Neujahrsansprache zu den Partnerschaften aufgerufen.

+++ Trauergottesdienst für Flutopfer +++ [14:34] Mit einem großen Trauergottesdienst am Sonntag in Berlin soll der Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien gedacht werden. Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und das Bundeskabinett wollen an dem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom teilnehmen. Die Predigten werden der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann halten.

+++ Indonesier nach neun Tagen aus dem Meer gerettet +++ [12:46] An einen Baumstamm geklammert hat ein Indonesier nach der Flutkatastrophe neun Tage lang auf offener See überlebt. Der 20-Jährige war am 26. Dezember von der Flutwelle aufs Meer hinausgezogen worden und hatte seitdem nur Regenwasser zu sich genommen, meldete der Nachrichtensender "Channel NewsAsia" in Singapur. Die Besatzung eines Containerschiffs zog ihn heute rund zweihundert Kilometer westlich der Provinz Aceh aus dem Wasser.

+++ Landebahn in Banda Aceh wieder frei +++ [12:21] Auf dem Flughafen von Banda Aceh auf der Insel Sumatra können wieder Flugzeuge landen. In der Nacht war dort eine Transportmaschine in eine Kuhherde gerollt und hatte die Start- und Landebahn mehrere Stunden blockiert. Nur Hubschrauber konnten den Flughafen benutzen. Räumungstrupps gelang es heute, das manövrierunfähige Flugzeug beseitigen.

+++ Schröder sagt SPD-Wahlkampfauftakt im Norden ab +++ [11:38] Die Flutkatastrophe in Südostasien überschattet auch den Landtagswahlkampf in Schleswig-Holstein. Bundeskanzler Schröder hat seine Teilnahme an der SPD-Auftaktveranstaltung am Freitag in Neumünster abgesagt. In Schleswig-Holstein entscheiden die Wähler am 20. Februar über den neuen Landtag.

+++ Deutschland will Fluthilfe aufstocken +++ [10:26] Die Bundesregierung will ihre Finanzhilfe für die von der Flutkatastrophe betroffenen Länder deutlich aufstocken. Die "Leipziger Volkszeitung" hatte von einer Erhöhung auf eine halbe Milliarde berichtet. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) wollte die Summe nicht bestätigen. Über die genaue Höhe soll am Mittwoch in einer Sondersitzung des Kabinetts beraten werden. Bislang hat die Bundesregierung 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

+++ Sri Lanka und Phuket bei TUI wieder ab Februar im Programm +++ [10:22] Der Touristikkonzern TUI will voraussichtlich ab Februar wieder Urlauber nach Sri Lanka und ins thailändische Phuket fliegen. Dort gebe es Regionen mit einer intakten Infrastruktur, in denen die Reisenden ihre Ferien verbringen könnten. Die Malediven werden bereits wieder angeflogen, sagte ein TUI-Sprecher. Dennoch könnten Urlauber, die bereits Reisen in diese drei Regionen gebucht hätten, bis Ende Oktober kostenlos auf andere Ziele umbuchen.

+++ Thailand feuert Chef-Meteorologen +++ [9:27] Die thailändische Regierung hat den Direktor des meteorologischen Dienstes, Supharerk, aus seinem Amt entlassen. Grund ist die heftige Kritik an der Behörde, die nicht vor dem verheerenden Tsunami gewarnt hatte. Die thailändische Zeitung "The Nation" hatte zuvor berichtet, die Wetterexperten hätten die Warnung absichtlich zurückgehalten, um das Tourismus-Geschäft nicht zu schaden. Supharerk wurde ins Büro des Premierministers versetzt und soll nun helfen, ein Frühwarnsystem zu entwickeln.

+++ Bundeswehr bringt weitere Verletzte zurück +++ [8:47] Der Lazarett-Airbus der Bundeswehr hat weitere Verletzte aus Thailand nach Deutschland zurückgebracht. Die Maschine mit über 40 Verletzten landete auf dem Köln-Bonner Flughafen. Die meisten Passagiere sind Deutsche, an Bord waren auch drei Niederländer und fünf Briten. Es war der dritte Einsatz des Airbusses seit der Katastrophe.

+++ Jeder zweite Deutsche will spenden +++ [8:44] 52 Prozent der Deutschen wollen noch für die Opfer der Flutkatastrophe spenden. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor. Demnach gaben 16 Prozent der Befragten an, bereits gespendet zu haben. 30 Prozent wollen kein Geld geben. Für den Fernsehsender RTL hatte Forsa 1000 Menschen in Deutschland befragt.

+++ Uno befürchtet zunehmende Kindersterblichkeit +++ [5:47] Die Vereinten Nationen befürchten in den Gebieten der Flutwellen-Katastrophe eine zunehmende Kindersterblichkeit. Es gebe bereits erste Anzeichen für eine erhöhte Todesrate unter Kindern, sagte der Uno-Beauftragte für humanitäre Einsätze, Jan Egeland. Wegen mangelnder Hygiene hätten Durchfallerkrankungen zugenommen.

+++ Wütende Überlebende nehmen Geiseln +++ [4:25] Auf den südindischen Nikobar-Inseln soll eine Gruppe wütender Überlebender einen Beamten und einen Polizeichef als Geiseln genommen haben, um gegen unzureichende Hilfsmaßnahmen zu protestieren. Das berichtet, die indische Zeitung "Hindustan Times". Die Überlebenden hätten vier Tage lang ohne Lebensmittel ausgeharrt, bevor sie sich durch den Dschungel zu einem Stützpunkt in der Campbell-Bucht schlugen, wo sie den Beamten und Polizisten beim Essen vorfanden. Sie wurden später freigelassen, nachdem sie versprochen hatten, für Nahrungsmittel zu sorgen.

+++ Defektes Flugzeug blockiert Hilfslieferungen +++ [3:37] Ein gechartertes Güterflugzeug blockiert die Landebahn des Flughafen in Banda Aceh an der Westküste Sumatras. Damit wird zeitweise ein Teil der Hilfen für die von der Flutkatastrophe in Südasien besonders stark betroffene Region blockiert.

+++ 3. Januar 2005 +++

+++ Prominente helfen Flutopfern +++ [22:49] Immer mehr Prominente setzen sich für die Opfer der Flutkatastrophe ein. Bei der Sat-1-Spendengala "Deutschland hilft" kamen am Abend mehr als zehn Millionen Euro zur Hilfe der Betroffenen zusammen. An den Telefonen saßen unter anderem Henry Maske, Til Schweiger, die Rockband Scorpions, Bundesminister Wolfgang Clement und FDP-Chef Guido Westerwelle. Eine der größten Einzelspenden in Höhe von einer Million Euro kam vom Energiekonzern E-ON. Fußball-Rekordmeister Bayern München kündigte an, 300.000 Euro zu spenden und langfristig eine Patenschaft für ein Projekt in Sri Lanka zu übernehmen. In den USA spendete die Schauspielerin Sandra Bullock eine Million Dollar (740.000 Euro) an das Amerikanische Rote Kreuz. Das teilte die Hilfsorganisation am Abend mit.

+++ Hilferuf - Somalia wartet auf Unterstützung +++ [18:51] Über eine Woche nach dem verheerenden Seebeben im Indischen Ozean warten in Somalia 50.000 Opfer noch immer auf Hilfe. Zwar habe das afrikanische Land Hilfszusagen aus über 20 Staaten erhalten, angekommen sei aber noch nichts, sagte ein Sprecher des somalischen Präsidenten am Montag. Die Überlebenden der Flutwelle, die neben zahlreichen asiatischen Ländern auch das Horn von Afrika erfasst hatte, benötigten dringend Lebensmittel, frisches Wasser, Unterkünfte und Medikamente. "Wir sind sehr froh, dass Hilfsgüter in Asien eingetroffen sind, das am härtesten von der Tragödie getroffen wurde. Aber Somalia, das von 13 Jahren Bürgerkrieg und Dürren verwüstet ist, braucht auch Nothilfe, um mit dieser jüngsten Katastrophe fertig zu werden", sagte Präsidentensprecher Jussuf Mohamed Ismail der Nachrichtenagentur AP im benachbarten Kenia. Die Zahl der Todesopfer der Flutkatastrophe liegt in Somalia bei 200. Mehrere tausend Menschen wurden Jussuf zufolge obdachlos.

+++ Suche nach Vermissten eingestellt +++ [16:09] Trotz mehrerer Meldungen über wundersame Rettungen ist in vielen Flutregionen die Suche nach Überlebenden eingestellt worden. Die Behörden in den betroffenen Ländern räumten den zehntausenden Vermissten keine Überlebenschancen mehr ein. Die Zahl der Toten stieg auf fast 150.000.

+++ Bundeswehr errichtet Rettungszentrum auf Sumatra +++ [15:11] Die Bundeswehr will in der Provinz Aceh in Nord-Sumatra in der nächsten Woche ein hochmodernes Feldlazarett aufbauen. Dort sollen sich rund 120 Ärzte und Fachkräfte um Verletzte der Flutkatastrophe kümmern. Derzeit erkundet ein Team die Gegend, die von dem Seebeben mit am stärksten betroffen wurde. Zudem ist das Marineversorgungsschiff "Berlin" in Richtung Nord-Sumatra unterwegs. Mit seinen 45 Krankenbetten und zwei Operationssälen soll das Schiff als schwimmendes Krankenhaus eingesetzt werden.

+++ Schweigeminuten für Opfer der Flutkatastrophe +++ [14:48] Mit drei Schweigeminuten soll am Mittwoch um 12.00 Uhr der Opfer des Seebebens in Südostasien gedacht werden. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) rief die Menschen in Deutschland dazu auf, sich daran zu beteiligen. Die Gedenkminuten gehen auf eine Initiative der EU-Ratspräsidentschaft zurück. In allen 25 EU-Staaten soll am Mittwoch das Leben für drei Minuten "stillstehen", hatte der niederländische Regierungschef Jan Peter Balkenende mitgeteilt. Alle Flaggen werden auf Halbmast gesetzt.

+++ Lebensversicherer wollen kulant sein +++ [14:28] Bei der Auszahlung von Lebensversicherungen an die Angehörigen der Flutopfer wollen die meisten Versicherungsunternehmen kulant und unbürokratisch vorgehen. Die Allianz Lebensversicherung wolle die Versicherungssumme schon dann auszahlen, wenn der Versicherte auf einer offiziellen Liste des Auswärtigen Amtes, des Bundeskriminalamtes oder der Landeskriminalämter als vermisst geführt wird, sagte eine Sprecherin dem "Tagesspiegel".

+++ Kriminelle nutzen Flutkatastrophe für ihre Zwecke +++ [14:10] Die schwere Flutkatastrophe in Südostasien hat Kriminelle aller Art auf den Plan gerufen. In Khao Lak in Thailand verkleideten sich Diebe als Polizisten oder Rettungskräfte und plünderten Hotels. In Sri Lanka alarmierte eine Frauenrechtsgruppe die Behörden, weil überlebende Frauen in Flüchtlingslagern vergewaltigt wurden. Schweden veröffentlicht keine Namen von Vermissten mehr, weil Häuser und Wohnungen bereits zum Ziel von Dieben wurden. In Norwegen befürchtet die Polizei, dass Kriminelle versuchen könnten, auf die Vermisstenlisten zu kommen, um eine neue Identität zu erhalten oder Versicherungen abzukassieren.

+++ Zwölfjähriger vermutlich aus Krankenhaus entführt +++ [13:56] Ein zwölf Jahre alter Junge aus Stockholm soll aus einem Krankenhaus nahe Khao Lak entführt worden sein. Wie die schwedische Zeitung "Expressen" berichtet, würden zwei Spezialisten der schwedischen Polizei nach dem Verbleib des Kindes fahnden. Ärzte sagten dem Bericht zufolge, dass der Junge in Begleitung eines europäisch aussehenden Mannes zwei Tage in dem Hospital gewesen und dann mit diesem verschwunden sei. Die Mutter des Jungen und ihr Freund würden vermisst. Die Geschwister des Jungen konnten sich retten und wurden zum Vater nach Schweden gebracht.

+++ Deutsche spenden über 50 Millionen Euro +++ [12:58] Gut eine Woche nach der Flutkatastrophe in Südostasien sind bei Hilfsorganisationen weit über 50 Millionen Euro eingegangen. Allein das Deutsche Rote Kreuz meldete bislang Spenden in Höhe von 11,3 Millionen Euro. Beim Kinderhilfswerk Unicef und bei der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" gingen jeweils rund zehn Millionen Euro ein. Die "Aktion Deutschland hilft" sammelte nach eigenen Angaben mehr als neun Millionen Euro.

+++ Weiter deutlich über 1000 deutsche Vermisste +++ [12:46] Der Krisenstab der Bundesregierung hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, nach dem 3200 Deutsche in Südostasien vermisst werden. "Die Zahl der Vermissten liegt nach wie vor sehr deutlich über 1000", sagte der stellvertretende Stabsleiter, Staatssekretär Klaus Scharioth. Er betonte, dass die Bundesregierung ihre Angaben nur auf belastbare Zahlen stütze. Dies geschehe "auch mit Rücksicht auf Opfer und Vermisste". Die Zahl der identifizierten deutschen Toten blieb Scharioth zufolge konstant bei 60.

+++ Diebe stehlen Spendenbox aus Kathedrale +++ [12:34] Diebe haben aus der Kathedrale von Salisbury in Südwestengland eine Box mit Geldspenden für die Überlebenden der Flutkatastrophe gestohlen. Wie die Polizei mitteilte, packten die Täter die hölzerne Kiste auf einen Rollstuhl und flüchteten. Die leere Box und der Rollstuhl wurden am Sonntag in einer Gasse nahe der Kathedrale gefunden.

+++ Frankreich kritisiert Langsamkeit der EU +++ [12:26] Der französische Gesundheitsminister Philippe Douste-Blazy hat kritisiert, das die Europäische Union nur langsam auf die Flutkatastrophe reagiere. Dem Nachrichtensender LCI sagte er: "Ist es normal, dass man zehn Tage warten muss, bis es ein Treffen der europäischen Gesundheitsminister gibt?". Douste-Blazy, selbst Arzt, hatte am 29. Dezember die "schnellstmögliche Einberufung" des Rats der Gesundheitsminister gefordert. Die EU hat ein Treffen für den 7. Januar vereinbart.

+++ Dänemark verschiebt Wahl +++ [12:25] Die für Januar erwartete Neuwahl des Parlaments in Dänemark wird offenbar wegen der Flutkatastrophe in Südostasien verschoben. Wie mehrere Kopenhagener Zeitungen berichten, hat sich Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen zu einem Aufschub entschlossen. Der Wahlkampf solle den Berichten zufolge nicht von der Trauer über die Toten und der Ungewissheit über Vermisste überschattet werden. Bei der Flutkatastrophe starben mindestens sieben Dänen, 69 weitere vermisst.

+++ Großvater rettet Vierjährige aus Leichenhalle +++ [12:19] Ein vierjähriges Mädchen aus Sri Lanka ist von seinem Großvater lebend in der Leichenhalle eines Krankenhauses gefunden worden. Die kleine Mimani sei mit ihrer Familie Opfer des schweren Zugunglücks bei Galle geworden, berichtet die italienische Zeitung "La Stampa". Da das Mädchen dem Bericht zufolge im Krankenhaus jedoch kein Lebenszeichen von sich gab, dachten die Ärzte, es sei tot und brachten Mimani in die Leichenhalle. Dort habe sie ihr Opa, der verzweifelt alle Kliniken der Umgebung abgesucht habe, schließlich lebend gefunden. Das Kind habe nur leichte Verletzungen, hieß es. Von den Eltern und der kleinen Schwester fehle jede Spur.

+++ Australischer Retter festgenommen +++ [11:45] Ein Australier, der während der Flutkatastrophe in Thailand 20 Menschen gerettet hat, ist in seiner Heimat im Gefängnis gelandet. Thomas Connell war von den Medien als "guter Samariter von Patong Beach" gefeiert worden. Die australische Polizei glaubt allerdings, in ihm einen wegen Körperverletzung gesuchten Verdächtigen erkannt zu haben. Bei seiner Rückkehr wurde Connell in Brisbane festgenommen, meldet die australische Nachrichtenagentur AAP. Der Verdächtige selbst streitet die Vorwürfe ab.

+++ Indonesierin nach fünf Tagen aus dem Meer gerettet +++ [11:23] Eine 23-jährige Indonesierin hat fünf Tage lang auf einem Baumstamm auf offener See überlebt. Ein malaysisches Schiff entdeckte die Frau, die sich mit Hilfe einer entwurzelten Palme über Wasser hielt, vor der Provinz Aceh. Sie war am Bein verletzt und sehr schwach, aber bei Bewusstsein.

+++ Elfjährige überlebt auf Holzblock im Meer +++ [11:04] Ein Hubschrauber hat ein elfjähriges Mädchen aus dem Meer gerettet. Sylvia Lucas habe sich während der Flutkatastrophe an einen Holzblock geklammert und mehr als 24 Stunden in dem von Haifischen wimmelnden Meer überlebt, berichtet die britische Zeitung "Daily Express". Das Mädchen aus Sri Lanka sei von den Rettungshubschraubern zunächst nicht bemerkt worden, weil sie "zu klein" war. Schließlich sei es ihr gelungen, einen Arm zu heben und zu winken. Die Eltern des Mädchens überlebten das Unglück ebenfalls.

+++ Angeblich unrechtmäßige Adoptionen +++ [10:44] In Südasien sollen nach der Flutkatastrophe offenbar elternlose Kinder zu Unrecht adoptiert worden sein. Beamte in Sri Lanka berichteten von entsprechenden Klagen. Die Kinderschutzorganisation NCPA warnte davor, verirrte Kinder aufzugreifen. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Eltern oder Angehörige gefunden werden. Hilfsorganisationen befürchten jedoch, dass einige Verwandte von Waisen mehr an Zuschüssen der Regierung interessiert sind und die Kleinen verstoßen, sobald sie das Geld haben, berichtet die indische Zeitung "Hindustan Times". Auch sollen sich Fremde als Verwandte ausgegeben haben, um an das Geld zu kommen.

+++ 1300 Tote bei Zugunglück in Sri Lanka +++ [8:43] Bei der Flutkatastrophe in Sri Lanka hat sich mit inzwischen mehr als 1300 Toten das schlimmste Zugunglück aller Zeiten ereignet. Weitere Leichen lägen noch unter den Waggons und der Lokomotive, sagte der zuständige Polizeioffizier, B.P.B. Ayupala.

+++ Indonesien kündigt Aufbau eines Tsunami-Warnsystems an +++ [6:19] Als Konsequenz aus der Flutkatastrophe in Asien will Indonesien gemeinsam mit seinen Nachbarstaaten ein Tsunami-Frühwarnsystem aufbauen. Das kündigte am Montag Präsident Susilo Bambang Yudhoyono an. Die Zahl der registrierten Toten in Indonesien erhöhte sich unterdessen noch einmal um fast 14.000 auf über 94.000.

+++ US-Soldaten werden in Sri Lanka erwartet +++ [5:42] In der besonders schwer von den verheerenden Flutwellen betroffenen Stadt Galle in Sri Lanka werden die ersten 200 US-Soldaten zur Katastrophenhilfe erwartet. Eine genaue Ankunftszeit stehe noch nicht fest, sagte eine US-Sprecherin. Gemessen an der Einwohnerzahl von 20 Millionen ist Sri Lanka das am schwersten von der Naturkatastrophe betroffene Land.

+++ Merkel und Müntefering für nationale Gedenkfeier +++ [1:49] Die Parteichefs von CDU und SPD wollen mit einer nationalen Trauerfeier der Opfer der Flutkatastrophe in Asien gedenken. Sowohl Angela Merkel als auch Franz Müntefering sprachen sich für eine solche Veranstaltung aus.

+++ 2. Januar 2005 +++

+++ Erdbebenwarnung für Assam löst in Indien Panik aus +++ [20:10] Eine Erdbebenwarnung für den Unionsstaat Assam im Nordosten Indiens hat Angst und Schrecken unter der Bevölkerung ausgelöst. Die Behörden von Assam gaben die Warnung heraus, nachdem mehrere indische Zeitungen von einer Erdbeben-Vorhersage eines seismologischen Forschungsinstituts in den USA berichtet hatten.

+++ Weitere 36 THW-Kräfte auf dem Weg nach Indonesien +++ [19:32] Die Bundesregierung entsendet ein weiteres Team des Technischen Hilfswerks nach Indonesien. Die 35 Helfer fliegen am Montag von Frankfurt am Main ins Katastrophengebiet nach Banda Aceh. Die Experten sollen die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser versorgen und Unterstützung bei der Instandsetzung der Infrastruktur leisten.

+++ Uno-Sondergesandte fordert psychologische Hilfe +++ [18:44] Die Uno-Sondergesandte für humanitäre Hilfe hat auf die Notwendigkeit einer psychologischen Unterstützung der Flutopfer in Asien hingewiesen. Viele der obdachlos gewordenen Menschen in den Notaufnahmelagern seien traumatisiert, sagte Margareta Wahlström bei einem Besuch in Sri Lanka.

+++ UNHCR startet Luftbrücke mit Hilfsgütern +++ [18:10] Das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat eine dreitägige Luftbrücke für die Nothilfe in dem indonesischen Katastrophengebiet Aceh begonnen. Ein Flugzeug mit 100 Tonnen Hilfsgütern verließ Dänemark in Richtung der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Das UNHCR will insgesamt 400 Tonnen Hilfsgüter aus seinen Materiallagern in Kopenhagen und Dubai nach Aceh bringen.

+++ "Die Welt" berichtet von 3200 vermissten Deutschen +++ [18:02] Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" werden in Südostasien etwa 3200 Deutsche vermisst. Diese Zahl sei in internen Beratungen hochrangiger Vertreter der Innenministerien von Bund und Ländern genannt worden, berichtet das Blatt in seiner Montagsausgabe unter Berufung auf Sicherheitskreise. Das Auswärtige Amt bestätigte die Zahl nicht.

+++ Lazarett-Airbus wieder nach Thailand unterwegs +++ [17:53] Der Lazarett-Airbus "MedEvac" der Bundeswehr ist zum dritten Mal in Richtung Thailand gestartet. Das voraussichtliche Ziel der "fliegenden Intensivstation" ist Bangkok.

+++ US-Außenminister Powell reist nach Südostasien +++ [17:15] US-Außenminister Colin Powell ist zu einer Reise durch die von dem Seebeben verwüstete Region in Südostasien aufgebrochen. Er hatte die besonders hart getroffene indonesische Provinz Aceh auf der Insel Sumatra zu einem Schwerpunkt der US-Hilfe erklärt. Die Vereinigten Staaten haben bisher 350 Millionen Dollar (258 Millionen Euro) Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

+++ DRK-Suchdienst forscht nach 680 vermissten Deutschen +++ [17:04] Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) forscht aktuell nach 680 Deutschen, die seit der Flutkatastrophe in Südasien vermisst werden. Wie die Organisation mitteilte, konnte der Suchdienst inzwischen das Schicksal von weiteren 120 Menschen klären.

+++ Uno sieht Gefahr der Hungersnot gebannt +++ [16:45] Die Gefahr einer Hungersnot ist nach UN-Angaben gebannt, allerdings steigt das Seuchenrisiko weiter. Die Behörden in den elf betroffenen Ländern meldeten bis zum Sonntag mehr als 123.000 Todesopfer.

+++ Mehr als 165.000 Opfer befürchtet +++ [16:12] Die offiziellen Angaben zu bereits geborgenen und geschätzten Todesopfern der Flutwelle im Indischen Ozean gehen vereinzelt weit auseinander. Indonesien: offiziell 80.000, befürchtet 100.000; Sri Lanka: offiziell 28.475, befürchtet mehr als 42.000; Indien: offiziell 9451, befürchtet mehr als 13.000; Thailand: offiziell 4985, befürchtet mehr als 10.000. Zusammen: offiziell 122.911, befürchtet mindestens 165.000.

+++ Papst empfiehlt Trost im Glauben +++ [16:09] Der Glaube an Gott kann nach den Worten von Papst Johannes Paul II. hilfreich sein, um mit Katastrophen wie der großen Flutwelle in Asien zurechtzukommen. Der Glaube lehre, dass Gott den Menschen auch bei den schwersten und schmerzlichsten Heimsuchungen nicht allein lasse, sagte der Papst heute in einer Ansprache an Tausende auf dem Petersplatz in Rom versammelte Touristen und Gläubige.

+++ Deutsche spenden mehr als 30 Millionen Euro +++ [16:06] Allein Unicef Deutschland rechnete bei heute mit mehr als 10 Millionen Euro, der ARD-Silvesterstadl brachte einen Erlös von gut 5 Millionen Euro. Die Bundesregierung schloss nicht aus, die von ihr bereitgestellten 20 Millionen Euro für Soforthilfe nötigenfalls aufzustocken.

+++ 700.000 Kinder in Aceh krank oder hungrig +++ [14:19] Die Hilfe vor allem in das von der Flutkatastrophe besonders betroffene Indonesien kommt nach Angaben deutscher Hilfsorganisationen nur schwer voran. 700 000 Kinder leiden in der Region Aceh im Norden Sumatras nach Unicef-Angaben an Krankheiten, Nahrungs- und Wassermangel, Verletzungen oder Traumata.

+++ 60 tote Deutsche identifiziert +++ [12:39] Die Zahl der identifizierten toten deutschen Touristen in Südasien hat sich auf 60 erhöht. Darunter seien 46 in Thailand und 14 in Sri Lanka, sagte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Klaus Scharioth, am Sonntag in Berlin nach der Sitzung des Krisenstabes. Die Zahl der Vermissten steige weiter an und liege jetzt bei "sehr deutlich über 1000".

+++ Vermutlich mehr als 100 Schweizer Opfer +++ [11:07] Außenministerin Micheline Calmy-Rey sprach von einer sehr schlimmen Katastrophe auch für die Schweiz. Bislang wurden 16 Schweizer Urlauber identifiziert; für 85 Vermisste wird das Schlimmste befürchtet. Calmy-Rey traf heute auf der thailändischen Insel Phuket ein, um ihrer Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe Ausdruck zu geben und sich vor Ort über die Arbeit der Schweizer Hilfskräfte zu unterrichten.

+++ Katastrophenhelfer befürchtet 1000 deutsche Opfer in Thailand +++ [10:14] Für die in Thailand vermissten Deutschen gibt es nach Auffassung eines deutschen Katastrophenhelfers kaum noch Hoffnung. Detlef Dodenhoff vom Arbeiter Samariter Bund, der in Phuket dem Kriseninterventionsdienst der Bundesregierung angehört, sagte dem TV-Sender N24: "Nach den mit vorliegenden Tatsachen dürfte es so sein, dass die Vermissten alle tot sind. Wenn sich die Zahl der Vermissten auf mehr als tausend belaufen sollte, kann man davon ausgehen, dass es mehr als tausend Tote sind."

+++ Drei Vermisste meldeten sich bei Polizei +++ [10:14] Nach Angaben der Polizei Aachen haben sich drei seit dem 31. Dezember vermisst gemeldete Personen aus dem Kreisgebiet Aachen inzwischen per Telefon oder SMS bei Bekannten gemeldet. Es handele sich dabei um einen 62 Jahre alten Mann, eine 44-jährige Frau und ein zwölfjähriges Mädchen, die sich zum Zeitpunkt der Katastrophe im Krisengebiet aufhielten.

+++ Thailand setzt Elefanten zur Bergung ein +++ [08:41] Sechs der Tiere wurden inzwischen aus einem Elefanten-Camp in Zentral-Thailand in die besonders schwer getroffene Provinz Phang Nga gebracht. Besitzer Sompas Meepien sagte, die Tiere kämen selbst in schlammigem Gelände voran, in dem Fahrzeuge wahrscheinlich stecken blieben.

+++ Lazarett-Airbus "MedEvac" bringt 40 Verletzte nach Deutschland +++ [07:37] Die Bundeswehr-Maschine landete am Morgen im militärischen Teil des Flughafens Köln-Bonn. An Bord waren nach Angaben eines Bundeswehrsprechers 39 Deutsche - darunter auch ein vierjähriges Kind - und ein Schweizer. Sechs Schwerverletzte wurden während des Fluges künstlich beatmet. Die Maschine kam aus Thailand und wird am Nachmittag zu ihrem dritten Rettungsflug nach Bangkok zurückfliegen.

+++ Weiter Nachbeben im Indischen Ozean +++ [07:32] Eine Woche nach der verheerenden Flutwelle im Indischen Ozean ist der Meeresgrund immer noch nicht zur Ruhe gekommen. Mehrere Nachbeben erschütterten heute die indische Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren. Der heftigste Erdstoß erreichte nach Angaben indischer Seismologen eine Stärke von 5,9.

+++ Präsident warnt vor Reiseboykott in Katastrophenländer +++ [02:50] Der Bundesverband Deutsche Tourismuswirtschaft spricht sich dafür aus, möglichst schnell wieder in den von den Seebeben betroffenen Ländern Urlaub zu machen. "Neben der Hilfe aus aller Welt für den Wiederaufbau der zerstörten Regionen ist die beste Unterstützung, wenn die Touristen danach zügig wieder in die betroffenen Länder reisen", sagte Präsident Klaus Laepple der "Bild am Sonntag". Diese Länder dürfen durch einen Reiseboykott nicht ein zweites Mal bestraft werden.

+++ 1. Januar 2005 +++

+++ Sechzig Vermisste aus Rheinland-Pfalz +++ [17:00] Das Innenministerium von Rheinland-Pfalz prüft rund 60 Vermissten-Fälle. «Wir gehen von über 60 Vermissten-Fällen aus, die wir in Rheinland-Pfalz abklären müssen», sagte Innen-Staatssekretär Karl-Peter Bruch. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte die Zahl.

+++ Drei Vermisste zurückgemeldet+++ [16:50] Drei der 164 vermissten Touristen aus Bayern haben sich bei der Polizei zurückgemeldet. Es werden weiterhin 161 Urlauber vermisst, vier Menschen aus Bayern sind gestorben.

+++ Japan spendet 500 Millionen Dollar +++ [16:32]Japans Ministerpräsident Koizumi stellte 500 Millionen Dollar Hilfe für die von der Flutwelle betroffenen Länder in Aussicht. Japan erhöhte damit seine Zusagen um mehr als das Zehnfache. Koizumi kündigte an, an einer Tsunami-Hilfskonferenz in Indonesien in der nächsten Woche teilzunehmen, um Japans Hilfsbereitschaft zum Ausdruck zu bringen.

+++ Neun Touristen aus Brandenburg vermisst, eine Tote +++ [16:11] Nach Angaben der Polizei forderte die Flutkatastrophe bislang ein Todesopfer aus Brandenburg. Wie die Polizei heute mitteilte, handelt es sich bei dem Opfer um eine Frau, die Urlaub in Thailand machte. Nach der Naturkatastrophe in Südasien werden bislang neun Menschen aus dem Land Brandenburg offiziell vermisst.

+++ 140 vermisste Baden-Württemberger - vier Tote identifiziert +++ [15:48] Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums und des Landeskriminalamtes sind zwei Frauen und zwei Männer aus Baden-Württemberg bei der Flutkatastrophe gestorben. Woher die Opfer kommen, teilten die Behörden nicht mit. 140 Urlauber aus Baden-Württemberg werden noch vermisst. 124 von ihnen könne die Polizei den einzelnen Regierungspräsidien gesichert zuordnen. 51 Menschen seien aus dem Regierungsbezirk Stuttgart, 28 aus dem Bezirk Karlsruhe, 32 aus Tübingen und 13 Menschen aus dem Regierungsbezirk Freiburg. Den Aufenthaltsort vieler Urlauber, die ursprünglich als Vermisste auf der Liste des Auswärtigen Amtes genannt waren, habe die Polizei mittlerweile feststellen können.

+++ 47 Berliner offiziell vermisst +++ [15:11]Nach der Flutkatastrophe werden 47 Berliner offiziell vermisst. Auch fünf Kinder seien unter den Vermissten, sagte heute ein Sprecher der Polizei. Einen bestätigten Todesfall gäbe es bislang nicht. Das Schicksal von elf vermissten Berlinern sei geklärt worden. Die Polizei geht davon aus, dass die Zahl der gemeldeten Vermissten noch steigt.

+++ Thailand richtet Internetseite für die Suche nach Opfern ein +++ [15:01] Unter der Adresse www.csiphuket.com sollen von heute an alle vorhandenen Informationen zu den bei der Flutkatastrophe Getöteten und Verletzten veröffentlicht werden. Die Angaben zu den Opfern sind von freiwilligen Helfern bei Besuchen in Lazaretten und an den Sammelstellen der Opfer erfragt und auf Formularen eingetragen worden. Außerdem sollen Fotos von noch nicht identifizierten Leichen veröffentlicht werden, damit Kleidung, Schmuck oder andere persönliche Dinge als Hinweis genutzt werden können. Die Seite soll nach Aussage ihres Managers zunächst in sieben Sprachen angeboten werden.

+++ Sechs Vermisste aus Mecklenburg-Vorpommern +++ [14:24] Nach der Flutkatastrophe werden momentan die Schicksale von sechs vermissten Urlaubern aus Mecklenburg-Vorpommern untersucht. Diese Zahl könne sich jederzeit verändern, sagte der Chef des Landeskriminalamtes heute. Mit einem Bauunternehmer von Rügen beklagt Mecklenburg-Vorpommern bislang ein Todesopfer.

+++ 27 Urlauber aus Sachsen vermisst +++ [13:36]Nach der Flutkatastrophe werden 27 Urlauber aus Sachsen vermisst. Unter den bisher zweifelsfrei identifizierten Toten seien aber keine Sachsen, teilte das Landeskriminalamt heute in Dresden mit. Bereits 17 vermisste Urlauber aus Sachsen wurden in den Krisengebieten lebend gefunden.

+++ Mehr als 12.700 Tote in Indien +++ [13:26] In Indien hat sich die Zahl der durch die Flutwelle getöteten Menschen auf mehr als 12.700 erhöht, teilte das indische Innenministerium mit. Im Bundesstaat Tamil Nadu sei die Zahl der Todesopfer um mehr als tausend auf 7397 Menschen hochgeschnellt. Offiziell bestätigt sei bislang der Tod von 8955 Menschen, so ein Sprecher des Ministeriums weiter. Experten befürchten inzwischen, dass durch die Flutwellen 150.000 Menschen getötet wurden, ein Drittel davon Kinder.

+++ Auswärtiges Amt rät dringend von Reisen in Katastrophengebiete ab +++ [13:25] Das Auswärtige Amt rät Angehörigen von Flutopfern dringend von Reisen in die betroffene Region ab. Zwar sei es verständlich, dass Familien endlich Gewissheit über das Schicksal ihrer vermissten Angehörigen oder Freunde haben wollten, sie selbst könnten allerdings bei einem Aufenthalt in den betroffenen Gebieten nichts bewirken, so Staatssekretär Klaus Scharioth heute in Berlin.

+++ Weiter Unklarheit über Zahl der Vermissten aus Niedersachsen und Hessen +++ [12:55] Nach der Flutkatastrophe ist die genaue Zahl der Opfer oder Vermissten aus Hessen und Niedersachsen weiterhin unklar. "Die Zahlen ändern sich stündlich", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Wiesbaden. Mindestens zwei Touristen aus Niedersachsen sind bei der Flutkatastrophe gestorben. Über die Zahl der Vermissten aus Niedersachsen gab es auch heute noch keine Klarheit. Aus Bremen werden weiter 17 Reisende vermisst.

+++ Zahl der vermissten deutschen Urlauber steigt weiter +++ [12:51] Knapp eine Woche nach der Flutkatastrophe gingen immer noch neue Vermisstenmeldungen ein, so der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Klaus Scharioth, heute in Berlin nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung. Deutlich über 1000 Menschen aus Deutschland würden vermisst. Weiterhin sind 34 deutsche Todesopfer identifiziert. Von einer wesentlichen Veränderung könne man auch für die nächsten Tage nicht ausgehen, sagte Scharioth, weil die Identifizierung nur anhand der DNS oder des Zahnstands erfolgen könne. Rund 6700 deutsche Touristen seien inzwischen aus dem Katastrophengebiet zurückgekehrt, so Scharioth.

+++ Obdachlosenlager in Sri Lanka evakuiert +++ [12:16] Heftige Regenfälle haben die Not der Flutopfer weiter verschärft. In Sri Lanka musste wegen des starken Regens ein Lager mit 2000 Menschen, die seit der Flutkatastrophe obdachlos sind, evakuiert werden.

+++ Flugzeuge mit Verletzten der Flutkatastrophe landen in Frankfurt +++ [11:46] Nach der Flutkatastrophe treffen weitere Flugzeuge mit verletzten Urlaubern auf dem Flughafen in Frankfurt ein. Heute landeten drei Maschinen aus Bangkok. Einzelheiten über die Zahl der Verletzten oder ihre Herkunft gab es zunächst nicht. Ein für heute Abend erwarteter Flug einer Condor-Maschine aus Bangkok über München nach Frankfurt werde sich erheblich verspäten, sagte ein Flughafensprecher. "Um zehn Uhr stand die Maschine noch auf dem Flughafen in Bangkok."

+++ Anzahl getöteter Ausländer bei Seebeben in Südasien+++ [11:35] Die Zahl der bei der Flutwelle getöteten Menschen liegt nach neuesten offiziellen Angaben bei mindestens 125.930. Viele Opfer sind Urlauber aus Europa. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes werden weit über tausend Deutsche vermisst, 300 Verletzte wurden bislang registriert. 3559 Schweden gelten als vermisst, 60 Tote sind schon identifiziert. Norwegen vermisst 980 Landsleute. Mindestens sieben Dänen sind ums Leben gekommen, 466 werden vermisst. Frankreich hat von 560 seiner Staatsbürger keine Nachricht, 96 sind offiziell als vermisst gemeldet. Aus der Schweiz sind 13 Tote bestätigt, für 70 weitere "gibt es praktisch keine Hoffnung mehr". 700 Schweizer sind vermisst. Österreich beklagt 130 tote Landsleute, von 782 weiteren fehlt jede Spur. Italien vermisst 700 seiner Staatsbürger, mindestens 14 sind gestorben. Elf Australier sind gestorben, 111 gelten offiziell als vermisst, über das Schicksal von weiteren 1200 gibt es keine Informationen. Russland vermisst 50 Landsleute. In den Zahlen sind die Angaben der thailändischen Behörden nicht enthalten.

+++ Fünf Tote und 96 Vermisste aus Nordrhein-Westfalen +++ [11:32] Auch in Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der vermissten Flutopfer weiter an. Nach aktuellen Angaben des NRW-Innenministeriums werden 96 Bürger des Landes im Katastrophengebiet vermisst. Mindestens fünf Urlauber aus Nordrhein-Westfalen sind bei dem Seebeben ums Leben gekommen.

+++ Vier Tote und 164 Vermisste in Bayern+++ [11:10] Nach Angaben des bayerischen Landeskriminalsamts ist die Zahl der als vermisst gemeldeten Urlauber aus Bayern auf 164 angestiegen. "Wir gehen davon aus, dass die Zahl weiter steigt", sagte ein LKA-Sprecher. Erstmals hat das LKA in München offiziell den Tod von bayerischen Touristen bestätigt. Ein Ehepaar aus Unterfranken, eine Rentnerin aus Mittelfranken und ein einjähriger Junge aus Schwaben seien bei der Katastrophe ums Leben gekommen.

+++ Bundeswehr soll Lazarett in Sumatra errichten +++ [10:46] Nach einem Bericht der Zeitung "Bild am Sonntag" soll die deutsche Bundeswehr auf der indonesischen Insel Sumatra ein Lazarett für die Opfer der Flut-Katastrophe errichten. Die indonesische Regierung habe dem Aufbau des Lazaretts in der Katastrophenprovinz Aceh bereits zugestimmt, heißt es.

+++ Starkes Nachbeben vor indonesischer Küste +++ [10:36] Vor der indonesischen Küste ist heute ein Nachbeben mit der Stärke 6,5 gemessen worden. Das Beben war eines der stärksten seit dem verheerenden Seebeben vor knapp einer Woche, teilte die US-Erdbebenbehörde mit. Man gehe aber nicht davon aus, dass das Beben, das rund 345 Kilometer von der indonesischen Stadt Banda Aceh entfernt gemessen wurde, auf dem Festland Zerstörungen anrichten werde. Es gäbe auch keine Informationen darüber, dass die Erschütterung in Indonesien zu spüren gewesen sei. Seit vergangenem Sonntag gehören Nachbeben in der Gegend zum Alltag.

+++ Briten spenden 70 Millionen Euro +++ [08:44 Uhr] In Großbritannien sind von der Bevölkerung umgerechnet 70 Millionen Euro für die Katastrophengebiete in Südasien gespendet worden. Das teilte der Dachverband der Hilfsorganisationen in London mit. Dazu kommen noch 70 Millionen Euro von der britischen Regierung. Die Regierung schickt außerdem zwei Kriegsschiffe zur Katastrophenhilfe in die Region. Am Silvesterabend gedachten viele Briten mit Schweigeminuten der Opfer des Seebebens. Königin Elizabeth II. bedankte sich in einer Neujahrsbotschaft für die Solidarität der britischen Bevölkerung. "Die furchtbaren Ereignisse in Asien haben uns alle schockiert", sagte sie.

+++ Möglicherweise Choleraausbruch unter indonesischen Flutopfern +++ [04:34 Uhr] Zahlreiche Überlebende sind in Indonesien möglicherweise an Cholera erkrankt. Mehr als 200 Menschen in Auffanglagern in der verwüsteten Provinzhauptstadt Banda Aceh litten unter Symptomen, die der schweren Durchfallerkrankung ähnlich seien, meldete die Zeitung "Media Indonesia" unter Berufung auf Ärzte.

+++ 31. Dezember 2004 +++

+++ Die USA stocken Hilfe auf 350 Millionen Dollar auf +++ [20:22 Uhr] Das ist das Zehnfache der ursprünglich vorgesehenen Summe. Erste Erkenntnisse in die Region entsandter US-Spezialistenteams deuteten darauf hin, dass die Erfordernisse an Geld und anderer Unterstützung in den kommenden Tagen und Wochen ständig steigen würden, hieß es in einer Erklärung von Präsident George W. Bush.

+++ Luftbrücke nach Indonesien +++ [19:16 Uhr] Das Uno-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) richtet eine Luftbrücke für die besonders schwer betroffenen Regionen Indonesiens ein. Am Sonntag will die Organisation mit Hilfsflügen beginnen, um 100.000 überlebende Opfer in der Provinz Aceh mit Notunterkünften und Hilfsgütern zu versorgen.

+++ USA wollen Hilfszahlungen aufstocken +++ [19:15 Uhr] Die USA werden nach Angaben aus Regierungskreisen in Washington Hilfsgelder in Höhe von 350 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Einzelheiten des Pakets müssten noch ausgearbeitet werden, hieß es. Es war zunächst nicht klar, ob dieses Paket die bereits zuvor zugesicherten Hilfsgelder von 35 Millionen Dollar einschließt.

+++ Kanada stundet Katastrophenländern die Schulden +++ [17:32 Uhr] Kanada hat den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern in Süd- und Südostasien die Schulden gestundet. Indonesien ist mit 588 Millionen Dollar der größte Schuldner Kanadas unter den zwölf betroffenen Ländern am Indischen Ozean. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte sich schon für ein Schuldenmoratorium ausgesprochen und angekündigt, bei der nächsten Sitzung des Pariser Clubs Ende Januar dafür eintreten zu wollen.

+++ Papst betet in Mitternachtmesse für Bebenopfer +++ [17:23 Uhr] Papst Johannes Paul II. wird in einer Mitternachtsmesse zum Jahreswechsel der Opfer der Flutkatastrophe in Südasien gedenken und für sie beten. "Der Papst wird auch an die Familien der Opfer erinnern und daran, wie sie in Folge der Katastrophe in diesen Tagen leiden", erklärte der Vatikan. Er werde aber auch an jene denken, die sich darum bemühen, die furchtbaren Leiden der betroffenen Menschen zu lindern.

+++ Drei Schweigeminuten in der gesamten EU +++ [16:48 Uhr] Mit drei Schweigeminuten will die Europäische Union (EU) am kommenden Mittwoch der Opfer der Flutwellenkatastrophe in Asien gedenken. Dies teilte der niederländische Regierungschef Jan Peter Balkenende in Luxemburg nach einem Treffen mit seinem luxemburgischen Kollegen Jean-Claude Juncker mit. In den 25 EU-Staaten soll um 12.00 Uhr das Leben für drei Minuten "stillstehen".

+++ Hilfswerke sprechen von überwältigender Spendenbereitschaft +++ [16:41 Uhr] Mit einer überwältigenden Spendenbereitschaft unterstützen die Menschen in Deutschland den historischen Großeinsatz deutscher Rettungsdienste in den Krisengebieten der Flutkatastrophe. In nur zwei Tagen wurden drei Millionen Euro unter dem Motto "Reis statt Böller" gespendet, wie die Deutsche Welthungerhilfe mitteilte.

+++ Keine Partys, kein Alkohol +++ [16:23 Uhr] Als Zeichen der Trauer um die befürchteten rund 30.000 Toten der Flutkatastrophe bleiben auf Sri Lanka zu Silvester und Neujahr alle Bars geschlossen. Auch in Restaurants wurde kein Alkohol ausgeschenkt. In den Supermärkten wurden ebenfalls kein Bier und kein Schnaps verkauft. Der indonesische Präsident Susilo Yudhoyono rief die Bevölkerung auf, im Gedenken an die Opfer der Naturkatastrophe auf Silvesterpartys zu verzichten.

+++ 3500 vermisste Schweden +++ [15.38 Uhr] Das schwedische Außenministerium beziffert die Zahl der vermissten Bürger des eigenen Landes auf 3500. Das sind doppelt so viele als zuvor angenommen. Schweden ist damit das am stärksten von der Katastrophe betroffene europäische Land.

+++ 150.000 Tote befürchtet +++ [15.08 Uhr] Die Behörden der betroffenen Küstenregionen in Südostasien befürchten mittlerweile insgesamt rund 150.000 Tote. Offiziell gemeldet sind bisher rund 120.000 Opfer.

+++ Mindestens zwei Tote aus Niedersachsen +++ [14.48 Uhr] Das Landeskriminalamt in Hannover hat den Tod von mindestens zwei Touristen aus Niedersachsen bestätigt. Die beiden hatten Urlaub auf Sri Lanka gemacht. Die Zahl der Vermissten aus dem Land Brandenburg ist auf zehn gestiegen.

+++ Identifizierung der Bebenopfer immer schwieriger +++ [14.10 Uhr] Angehörige von Opfern der Flutkatastrophe in Südasien müssen sich auf eine lange Zeit der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Vermissten einrichten. Die Identifizierung der Flutopfer wird laut Auswärtigem Amt immer schwieriger.

+++ Hunderte Briten werden noch vermisst +++ [14.06 Uhr] Nach Angaben des britischen Außenministeriums werden noch mehrere hundert britische Staatsbürger vermisst. Offiziell ist der Tod von 29 Briten bestätigt. 23 davon starben in Thailand, 3 in Sri Lanka und 3 auf den Malediven. Britische Privatleute haben bisher umgerechnet 45 Millionen Euro für die durch das Seebeben verwüsteten Gebiete gespendet.

+++ Zahl der Todesopfer übersteigt 120.000 +++ [13.40 Uhr] Die Zahl der Todesopfer hat die Marke von 120.000 überschritten. Das am schwersten betroffene Land Indonesien bezifferte die Zahl der Toten mit knapp 80.000. Die Regierung in Jakarta äußerte die Befürchtung, dass die Opferzahl in dem Land auf 100.000 steigen könnte. Die Zahl der in Thailand registrierten Toten verdoppelte sich fast auf mehr als 4.500, fast die Hälfte davon Ausländer.

+++ Kritik an Deutschen, die den Urlaub fortsetzen +++ [13.36 Uhr] Die deutschen Reisebüros und -veranstalter appellieren an die verbliebenen Urlauber in der Katastrophenzone, mehr Rücksicht auf Flutopfer und ihre Helfer zu nehmen. Die Kritik an Touristen, die ihren Urlaub auch in den zerstörten Regionen unverändert fortsetzen wollten, sei berechtigt.

+++ Mehr als 100 Vermissten-Fälle in Hamburg +++ [13.30 Uhr] Die Sonderkommission "Seebeben" der Hamburger Polizei spricht von mehr als 100 Vermissten-Fälle. Die Zahlen ändern sich ständig. Neue Anfragen kämen hinzu, gleichzeitig würden sich bisher gesuchte Urlauber wieder zurückmelden. Todesfälle gebe es bisher nicht.

+++ Vier Tote und 111 Vermisste in Bayern +++ [13.22 Uhr] Das bayerische Landeskriminalamt bestätigt erstmals offiziell den Tod von bayerischen Touristen. Ein Ehepaar aus Unterfranken, eine Rentnerin aus Mittelfranken und ein einjähriger Bub aus Schwaben seien bei der Katastrophe ums Leben gekommen. Angehörigen seien von Polizeibeamten verständigt worden.

+++ Wien rechnet mit mehr als 100 Toten +++ [13.17 Uhr] In Thailand und Sri Lanka werden noch rund 800 Österreicher vermisst. Das teilte das Außenministerium in Wien mit. Für mindestens 100 dieser Vermissten aus dem Gebiet um das völlig zerstörte Urlaubsgebiet Khao Lak in Thailand rechnet man "mit dem Schlimmsten". Offiziell wurde bisher der Tod von fünf österreichischen Urlaubern bestätigt. Vier von ihnen starben in Thailand, eine Touristin wurde in Sri Lanka getötet.

+++ China und Australien stocken Hilfe auf +++ [13.08 Uhr] China hat der Katastrophenregion in Asien Hilfe in Höhe von 60 Millionen Dollar zugesagt. Dies gab Ministerpräsident Wen Jiabao nach einem Treffen mit Diplomaten aus den betroffenen Staaten bekannt. Bisher hatte China lediglich 2,6 Millionen Dollar Unterstützung versprochen. Ferner wurden Hilfsgüter und Experten in das Flutgebiet entsandt. Auch Australien stockte seine Hilfe um weitere 25 Millionen australische Dollar (14,3 Millionen Euro) auf. Das meiste Geld ist für die indonesische Provinz Aceh bestimmt.

+++ 209 Hotelgäste des "Magic Lagoon" gelten als tot +++ [13.06 Uhr] Der Weihnachtsurlaub im thailändischen Luxushotel "Magic Lagoon" bei Khao Lak ist wahrscheinlich für 209 Urlauber aus Europa zur Reise in den Tod geworden. Diese vorläufige Bilanz zog der französische Hotelkonzern Accor in Paris. Außerdem werden 99 Hotelangestellte vermisst, so dass vermutlich 308 Menschen in der Luxusherberge den Tod fanden.

+++ Simonis geht von zweistelliger Vermisstenzahl aus +++ [13.02 Uhr] Eine zweistellige Zahl von Urlaubern aus Schleswig-Holstein wird vermisst. Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD), die sich im Kieler Lagezentrum über die Koordination der Ermittlungen und der Anfragen von Angehörigen nach Vermissten informierte, sprach von einer "nicht ganz niedrigen zweistelligen Zahl".

+++ Lazarett-Airbus wieder nach Thailand unterwegs +++ [13.00 Uhr] Der Lazarett-Airbus der Bundeswehr ist nach seiner ersten Evakuierungsmission vom Flughafen Köln/Bonn mit neuem medizinischen Material wieder Richtung Thailand gestartet. Die fliegende Intensivstation hatte in der Nacht 49 Verletzte aus Phuket nach Deutschland gebracht. Der Flug nach Phuket dauert mit einem Tankstopp in Dubai etwa 15 Stunden.

+++ 34 deutsche Todesopfer identifiziert - Vermisstenzahl steigt weiter +++ [12.38 Uhr] Fünf Tage nach der Flutkatastrophe in Südostasien sind nach Angaben des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt, Klaus Scharioth, insgesamt 34 deutsche Todesopfer identifiziert worden. Die Zahl der vermissten Deutschen steige weiter. Sie liege derzeit deutlich über 1000. Von den 34 Toten seien 27 in Thailand und sieben in Sri Lanka identifiziert worden. 5700 Urlauber kehrten bisher aus der Krisenregion nach Deutschland zurück.

+++ Keine Hoffnung auf Bergung weiterer Überlebender +++ [12.11 Uhr] Das Technische Hilfswerk hält die Bergung aller bei der verheerenden Flutkatastrophe im Süden Thailands getöteten Touristen und Einheimischen für unmöglich. Nach Angaben von THW-Einsatzleiter Klaus Buchmüller wurden viele von den mörderischen Wellen ins Meer hinausgespült oder unter Schlamm- und Sandmassen begraben worden.

+++ EU prüft Hilfe in Höhe von 300 Millionen Euro +++ [11.43 Uhr] Die EU-Kommission prüft, ihre Hilfe für die Opfer des verheerenden Seebebens in Südasien um bis zu 300 Millionen Euro aufzustocken. Nach Angaben des Entwicklungshilfe-Kommissar Louis Michel ist es möglich, auf Reservefonds im Haushalt zurückzugreifen, wenn die EU-Staaten und das Parlament zustimmen.

+++ Krisenstab in Berlin berät erneut +++ [11.27 Uhr] Der Krisenstab der Bundesregierung ist erneut zusammengekommen, um über die Folgen der Flutkatastrophe in Asien zu beraten. Gestern hatte der Krisenstab die Zahl der vermissten deutschen Urlauber auf mehr als 1000 nach oben korrigiert.

+++ Drei Kinder aus Wangen in der Heimat +++ [11.23 Uhr] Die drei bei der Flutkatastrophe in Thailand verletzten Kinder aus Wangen im Allgäu sind wieder zu Hause. Das Schicksal der sieben anderen Mitglieder der Großfamilie bleibt unklar. Von den Eltern der Kinder sowie Verwandten, die gemeinsam Urlaub in Khao Lak machten, fehlt jedes Lebenszeichen. Die Familie hatte sich auf der Flucht vor den Wellen aus den Augen verloren.

+++ Mehr als 200 Flutopfer in Somalia +++ [11.15 Uhr] Im ostafrikanischen Staat Somalia ist die Zahl der geborgenen Leichen auf mehr als 200 gestiegen. Viele Menschen werden noch vermisst. Besonders betroffen von der Katastrophe ist die Küste der halbautonomen Region Puntland mit der Insel Hafun.

+++ Radiohörer will eine Million Euro spenden +++ [11.15 Uhr] Ein Hörer des Mannheimer Privatsenders "Radio Regenbogen" hat eine Spende von einer Million Euro für die Opfer der Flutkatastrophe in Asien angekündigt. "Wir kennen den Spender, er will allerdings anonym bleiben", sagte der Vize-Programmdirektor des Senders.

+++ Erste Opfer in Berliner Charité operiert +++ [11.14 Uhr] In der Berliner Charité sind die ersten beiden schwer verletzten Opfer der Flutkatastrophe operiert worden. Dabei handelte es sich um zwei Berlinerinnen im Alter von 37 und 63 Jahren. Sie waren an Bord des Lazarett- Airbus der Bundeswehr am Flughafen Köln-Bonn gelandet. Die beiden Patientinnen waren seit der Katastrophe vor fünf Tagen auf Phuket medizinisch völlig unversorgt geblieben. Noch immer steckten Holzstücke im Oberschenkel. Die Wunden waren stark infiziert.

+++ Trauerfeier für Flutopfer in Phuket +++ [11.11 Uhr] Im thailändischen Phuket wird am Freitagabend (19.30 Uhr Ortszeit, 13.30 MEZ) die erste offizielle Trauerfeier für die Toten der Flutkatastrophe und ihre Angehörigen stattfinden. Wegen des erwarteten enormen Andrangs wird die Zeremonie in einem großen Einkaufszentrum abgehalten.

+++ Tod von drei Touristen aus Bayern bestätigt +++ [09.56 Uhr] Nach der Flutkatastrophe in Asien hat das Landeskriminalamt jetzt erstmals offiziell den Tod von bayerischen Touristen bestätigt. Ein Ehepaar aus Unterfranken und ein einjähriger Junge aus Schwaben seien bei der Katastrophe ums Leben gekommen, teilte das LKA in München mit. Die Angehörigen seien von Polizeibeamten verständigt worden. Die Zahl der als vermisst gemeldeten Bayern ist auf 86 gestiegen.

+++ Tote Europäer sollen in die Heimat gebracht werden +++ [09.37 Uhr] Die bei der Flutkatastrophe auf Sri Lanka getöteten Europäer werden nach einer Anweisung des obersten Polizeichefs in die Hauptstadt Colombo gebracht. Dies gelte bereits seit Wochenbeginn, hieß es heute aus der Behörde. Die Leichen werden in ein Krankenhaus gebracht und sollen dort von Spezialisten des Bundeskriminalamtes und Experten anderer Länder identifiziert werden. Dann sei ihre Überführung in die Heimat geplant.

+++ Indonesische Regierung befürchtet 100.000 Tote +++ [08.54 Uhr] Im besonders betroffenen Nordwesten der Insel Sumatra würden immer noch weitere Leichen gefunden, sagte Gesundheitsministerin Siti Fadillah Supadi. Offiziell bestätigt waren zunächst knapp 80.000 Tote.

+++ Kardinal Lehmann mahnt weltweite Solidarität an +++ [08.15 Uhr] Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, sagte, die betroffenen Ländern könnten sich nicht "selbst aus dieser furchtbaren Katastrophe herausziehen", sagte der Mainzer Bischof am Freitag im Deutschlandfunk. Er plädierte unter anderem für feste Partnerschaften "über den Tag hinaus" zwischen den betroffenen Ländern und den wohlhabenden Staaten.

+++ Mehr als 2200 Ausländer in Thailand umgekommen +++ [05.18] Die thailändische Regierung hat die Zahl der bei der Flutkatastrophe umgekommenen Ausländer am Freitagmorgen mit 2230 angegeben. Gegenüber den bisherigen Annahmen bedeutet dies eine Verdreifachung.

+++ 500 Millionen Dollar für Flutopfer zugesagt +++ [04.27 Uhr] Nach der Flutkatastrophe in Südostasien werden ständig neue Finanzhilfen für die Opfer angeboten. Uno-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich mit der Spendenbereitschaft der Weltgemeinschaft sehr zufrieden. Bis Donnerstagabend wurden nach seinen Angaben schon insgesamt 500 Millionen Dollar (fast 370 Millionen Euro) zugesagt.

+++ 3500 Leichen an thailändischem Strandabschnitt entdeckt +++ [04.12 Uhr] Nach der Flutkatastrophe in Südostasien sind allein an einem 30 Kilometer langen Strandabschnitt in Thailand rund 3500 Leichen gefunden worden. Regierungsangaben zufolge sind viele dieser Toten noch nicht in die vorläufige Opferbilanz eingegangen.

+++ Kanada gewährt Aufschub für Schuldenzahlungen +++ [02.43 Uhr] Das Moratorium werde für die gesamte Zeit des Wiederaufbaus gelten, sagte Außenminister Pierre Pettigrew am Donnerstagabend in Ottawa. Am meisten profitiert Indonesien, das bei Kanada knapp 360 Millionen Euro Schulden hat. Ebenso von der Entscheidung betroffen sind Sri Lanka, Thailand, Malaysia, Birma, Indien, die Malediven und Kenia. Kanada hat den Flutopfern bereits Finanzhilfen im Umfang von 33 Millionen Dollar zugesagt und bislang zwei Flugzeuge mit Versorgungsgütern ins Katastrophengebiet entsandt.

+++ Luftwaffenmaschine bringt 49 Schwerverletzte nach Deutschland +++ [01.19 Uhr] Ein Spezialflugzeug der Luftwaffe hat am frühen Freitagmorgen die ersten Schwerverletzten der Flutkatastrohe am Indischen Ozean nach Deutschland gebracht. Der MedEvac-Airbus 310 kam von der thailändischen Insel Phuket. Er landete gegen 01.15 Uhr auf dem Flughafen Köln/Bonn. An Bord waren 49 Patienten - nach Angaben des Sprechers des Bundeswehr-Sanitätsführungskommandos, Kai Schmidt, in der Mehrheit Deutsche, aber auch Schweden, Briten, Belgier, Österreicher und Dänen.

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