Köln - Beim so genannten Dreikönigen-Regimentsappell hatte Ehrengarde-Präsident Reiner Benner Varell unterbrochen und gesagt, dies sei nicht das Niveau der Ehrengarde. Das bestätigte der Sprecher der Ehrengarde der Stadt Köln, Manfred Damaschke. Er wies darauf hin, dass unter anderem Dompropst Norbert Feldhoff und Oberbürgermeister Fritz Schramma Ehrengäste der Veranstaltung waren. Isabel Varell habe ihren Vortrag damit begonnen, dass sie 835 Tage keinen Sex mehr gehabt habe. "Da reihte sich eine Peinlichkeit an die nächste", sagte Damaschke. Das Publikum habe auch nicht gelacht, und es seien bereits einzelne Pfiffe zu hören gewesen. Darauf sei Präsident Benner auf die Bühne gegangen und habe Varell mit einem Blumenstrauß verabschiedet. Das Publikum habe zustimmend applaudiert.
Varell zeigte sich am Freitag geschockt über den Eklat: "Es war wie in einem Alptraum", sagte sie im RTL-Mittagsmagazin "Punkt 12". Sie habe gedacht: "Das ist unfassbar, das macht man nicht." Dass ihr Auftritt abgebrochen wurde, liegt ihrer Meinung nach daran, dass derartige Witze von Frauen nicht erwünscht seien. "Eine Frau darf heute, glaube ich, noch nicht dieses Thema behandeln, in dem es um Sex geht. Wir sind noch nicht so weit", sagte die Zweitplatzierte der RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!".
Ehrengarde-Sprecher Damaschke dagegen sagte, im Kölner Sitzungskarneval seien Witze mit sexuellen Anspielungen generell nicht üblich. "Ich nehme an, man hatte Frau Varell sehr schlecht beraten." Wenn Benner sie nicht unterbrochen hätte, hätte es ein Pfeifkonzert gegeben, sagte er. Dass Isabel Varell noch einmal für einen Auftritt beim Kölner Karneval gebucht werde, könne er sich nicht vorstellen.
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