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26.03.2005
 

Streit um Komapatientin

"Terri kämpft höllisch"

Die Eltern der amerikanischen Komapatientin Terri Schiavo haben ihre letzte Niederlage vor Gericht erlitten. Nachdem ein Bezirksrichter in Florida einen erneuten Antrag der Schindlers zurückgewiesen hat, erklärten diese, keine Gerichte mehr anzurufen. Ihre Hoffnung ist nun, dass Floridas Gouverneur Bush doch noch einschreitet.

Ein Demonstrant betet vor dem Krankenhaus für das Leben von Terri Schiavo
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AP

Ein Demonstrant betet vor dem Krankenhaus für das Leben von Terri Schiavo

Clearwater - Bobby und Mary Schindler hatten beantragt, die künstliche Ernährung ihrer 41-jährigen Tochter wieder aufzunehmen. Ein Anwalt der beiden hatte zuvor mitgeteilt, die Entscheidung des Bezirksgerichts für Pinellas sei die letzte Chance, Terri Schiavo am Leben zu erhalten.

Die Eltern wollten nach dieser Entscheidung von Richter George Greer nicht länger den Rechtsweg beschreiten und ein Berufungsgericht des Bundes anrufen, hieß es. In ihrem letzten verzweifelten Versuch vor Gericht hatten sie geltend gemacht, Terri Schiavo habe bei der Entfernung des Nahrungsmittelschlauchs am vergangenen Freitag versucht zu sprechen. Auf die Aufforderung, zu sagen: "Ich will leben", habe sie zwei Laute für die ersten beiden Wörter geformt.

Medizinische Gutachter halten das für unglaubwürdig. Schiavo sei in einem Wachkoma ohne Bewusstsein. Mimik und Laute seien unkontrollierte Reflexe, haben zahlreiche Ärzte festgestellt. Richter Greer, der sich seit sieben Jahren mit dem Fall befasst, lehnte es ab, die Angaben der Eltern neu untersuchen zu lassen.

Die letzte Hoffnung der Eltern ruht nun auf dem Gouverneur von Florida, Jeb Bush. Dieser hat jedoch bereits erklärt, er habe bereits alles in seiner Macht stehende unternommen, um die Vormundschaft für Schiavo zu bekommen.

Schiavos Vater Bob Schindler wollte die Hoffnung auf Rettung seiner Tochter dennoch nicht aufgegeben. "Terri kämpft höllisch, um am Leben zu bleiben", sagte er nach einem Besuch seiner Tochter vor dem Hospiz in Clearwater wenige Minuten vor dem jüngsten Urteil. "Es ist noch nicht zu spät, sie zu retten."

Flehentlich forderte er Bush auf, persönlich einzugreifen und die Ernährung seiner Tochter durchzusetzen. "Er hat Terri durch eine Höllenwoche gehen lassen und ich flehe ihn an, dies zu beenden. Hier geht es um einen juristischen Mord und er muss das stoppen", forderte Schindler. Dazu dürfe er sich auch über Gerichtsurteile hinwegsetzen, befand Schindler.

Seiner Tochter gehe es den Umständen entsprechend bemerkenswert gut. "Sie will nicht sterben." Die nach einer Herzattacke vor 15 Jahren schwer hirngeschädigte Frau wird seit dem 18. März nicht mehr künstlich ernährt. Ärzte gaben ihr nur noch wenige Tage zu leben.

Vor dem Hospiz, in dem Terri Schiavo seit fünf Jahren lebt, versammelten sich am Samstag zahlreiche Demonstranten, die auf Plakaten eine Lebenschance für Schiavo verlangen und dem Ehemann und Richtern Mord vorwerfen. Am Freitag hatten wieder mehrere Menschen versucht, mit Plastikbechern voll Wasser in der Hand auf das Gelände des Hospizes vorzudringen. Sie überschritten absichtlich eine von der Polizei gezogene Linie und ließen sich festnehmen. Darunter war der zehnjährige Joshua Helbreth aus North Carolina, der seinen Vater nach dessen Angaben selbst gebeten hatte, ihn die rund tausend Kilometer nach Clearwater zu fahren.

Die zerstrittene Familie von Schiavo wachte abwechselnd am Bett der Kranken. Während die Eltern vor und nach den Besuchen bei ihrer Tochter am Eingang der Klinik vor zahlreichen Fernsehkameras regelmäßig Appelle an die Öffentlichkeit richten, benutzt Ehemann Michael Schiavo stets einen Hintereingang. Er spricht seit mehr als zehn Jahren nicht mehr mit seinen Schwiegereltern. Die Besuche werden von den Krankenschwestern so koordiniert, dass sie sich nicht begegnen.

Der Ehemann ist der Vormund und kann weitgehend bestimmen, wer wann zu seiner Frau darf. Die Eltern werfen Schiavo vor, ihre Tochter seit Jahren zu vernachlässigen und eine Therapie zu verweigern, mit der sich ihr Zustand bessern würde. Der Ehemann sieht dafür wie die große Mehrheit der Gutachter keine Chance und sagt, seine Frau habe früher gesagt, sie wolle in einem solchen Zustand nicht am Leben gehalten werden.

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