Pinellas Park - Neun Tage nach der Entfernung der Magensonde von Terri rückt ihr Tod nun immer näher. In der Osternacht versuchten ihre Eltern vergeblich, der katholischen Frau die Kommunion zu geben.
Der Oberste Gerichtshof in Florida hatte am späten Samstagabend den letzten Eilantrag der Eltern, Bob und Mary Schindler, abgelehnt. Sie hätten keine neuen Argumente für eine Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung vorgebracht, begründete das Gericht seine Ablehnung.
Nun stehen noch zwei Berufungsklagen aus: Vom Staat Florida sowie von Gouverneur Jeb Bush. Beide werden indes vom 2. Bezirksberufungsgericht behandelt. Vorherige Klagen im Fall Terri hatte das Gericht abgewiesen.
"Die Familie bittet alle, nach Hause zu gehen", sagte der Franziskanerbruder Paul O'Donnell, ein geistlicher Berater des Ehepaares Schindler, vor dem Hospiz in Pinellas Park. "Geht zu Euren Kindern, nehmt sie fest in den Arm und genießt jeden Augenblick, den Ihr mit ihnen habt." Der Fall wird in den USA von Seiten christlicher Gruppen mit starken Emotionen begleitet. Die tiefgläubigen Eltern erhalten zudem Unterstützung von Abtreibungsgegnern und anderen konservativen Gruppen, die sich im November für eine Wiederwahl Bushs stark gemacht hatten. Die Polizei hat etwa zwei Dutzend Menschen festgenommen, die überwiegend symbolische Versuche unternommen haben, mit Wasser und Nahrung in das Hospiz einzudringen. Terri Schiavo liegt seit 15 Jahren im Wachkoma. Ihr Mann Michael Schiavo hat vor Gericht die Absetzung der künstlichen Ernährung erwirkt. Nach seinen Worten hat sich Terri gegen lebenserhaltende Maßnahmen ausgesprochen, als sie noch bei Bewusstsein war.
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