Michigan City - Der Gouverneur von Indiana, Mitch Daniels, hatte es zuvor abgelehnt, die Hinrichtung wegen der geplanten Organspende zu verschieben. Auch der Begnadigungsausschuss hatte sich gegen einen Aufschub ausgesprochen. "Jeder hat getan, was er tun musste", waren die letzten Worte des Verurteilten, bevor um 12.28 Uhr Ortzeit das Gift in seinen Körper geleitet wurde.
Daniels zufolge hätten die in der Frage konsultierten Ärzte von einer Organspende abgeraten. Hepatitis-B-Antikörper und Johnsons hohes Körpergewicht sprachen demnach gegen die Transplantation eines Teils seiner Leber. Johnsons 48-jährige Schwester werde vermutlich außerdem eine neue Niere brauchen - beide Organe sollten aber möglichst von ein und demselben Spender stammen.
Der Todeskandidat hatte am Montag seinen Antrag bei den Behörden eingereicht. Bei Johnsons Schwester war drei Wochen zuvor eine Steatohepatitis diagnostiziert worden, eine schwere Leberentzündung, die häufig durch Diabetes hervorgerufen wird. Den Ärzten zufolge würde eine Lebertransplantation die Überlebenschancen der Frau erhöhen, vor allem, wenn das Organ von einem Angehörigen stamme. Eine Transplantation nach der Hinrichtung ist nicht möglich: Die Spritze würde die Organe vergiften.
In einem Interview hatte Johnson unlängst betont, es gehe ihm mit seinem Antrag nicht um das eigene Leben. Er wolle nur seiner Schwester "geben, was sie braucht". In einer handschriftlichen Notiz, die nach der Exekution gefunden wurde, schreibt Johnson: "Es gibt Menschen, die sagen, Debbie würde innerhalb von drei Wochen nach Einschreibung auf der Warteliste eine neue Leber erhalten. Ich werde das von oben beobachten und erwarte, dass sie sich dann erholen wird."
Die Familie des Mordopfers erklärte nach der Hinrichtung, sie hoffe, der Verurteilte werde als kaltblütiger Killer in Erinnerung behalten, nicht als jemand, der versucht habe, seine Schwester zu retten. Johnson war 1986 zum Tode verurteilt worden, weil er eine 82 Jahre alte Frau während eines Einbruchs erschlagen hatte.
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