Bangkok - Im Finale der fünf Schönsten konnte sich die in Russland geborene Glebova gegen vier Kandidatinnen aus Lateinamerika durchsetzen, darunter die zuvor favorisierten Miss Venezuela Monica Spear und Miss Puerto Rico Cynthia Olavarria. Die Entscheidung der zwölfköpfigen Jury fiel nach der letzten Frage, was die 23-Jährige als ihre größte Herausforderung betrachte. "Ich bin jemand, für den das Glas immer halb voll ist. Und ich versuche, meine positive Einstellung zu behalten." Mit ihrer neuen Popularität als schönste Frau des Universums will Natalie Glebova in den kommenden Monaten Geld für den Kampf gegen Aids sammeln.
Vorjahressiegerin Jennifer Hawkins aus Australien setzte der brünetten, blauäugigen Glebova unter dem Beifall von mehr als 7000 Zuschauern in Thailands Hauptstadt die Diamantenkrone auf. Nach ihrem Sieg lobte die neue Miss Universum die offene Einwanderungspolitik ihrer neuen Heimat Kanada, wohin ihre Familie vor zwölf Jahren gezogen war. "Das verhilft den Menschen zu einem neuen Leben", sagte die 1,79 Meter große Glebova.
Die Studentin gewann den Wettbewerb gegen starke Konkurrenz: Das Finale der letzten fünf bestritten neben Glebova, Spear und Olavarria auch die Teilnehmerinnen aus Mexiko und der Dominikanischen Republik. Deutschlands Bewerberin, die türkischstämmige Asli Bayram, 23, aus Köln, hatte es nicht in die Runde der letzten 15 Teilnehmerinnen geschafft.
Umgerechnet bis zu 1000 Euro hatten Zuschauer in Bangkok für eine Eintrittskarte gezahlt. Der Wettbewerb wird jedes Jahr von mehreren hundert Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt verfolgt.
Die Kandidatinnen waren bereits am 10. Mai in Thailand eingetroffen und hatten das Land bereist. Öffentlichen Unmut hatte ausgelöst, dass sich die Schönen im Bikini vor Bangkoks berühmtesten buddhistischen Tempeln hatten ablichten lassen.
Zum ersten Mal seit neun Jahren war auch wieder eine Vertreterin Indonesiens ins Rennen gegangen, nachdem 1996 der damalige Machthaber Suharto die Teilnahme des nach der Bevölkerungszahl größten muslimischen Landes der Welt verboten hatte. Aus Rücksicht auf die religiösen Gefühle ihrer Landsleute hatte Artika Saru Devi bei ihren Auftritten einen Badeanzug dem Bikini vorgezogen.
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