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10.06.2005
 

Urteil

Hohe Haftstrafen für "Opa-Bande"

Rentner-Bonus ausgeschlossen: Das Landgericht Hagen hat die mutmaßlich ältesten Bankräuber Deutschlands zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die drei betagten Straftäter hatten bei Überfällen auf 14 Banken etwa 1,3 Millionen Euro erbeutet.

Die Bankräuber Wilfried A., Rudolf R. und Lothar A. (von links nach rechts) vor Prozessbeginn im Landgericht Hagen
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DPA

Die Bankräuber Wilfried A., Rudolf R. und Lothar A. (von links nach rechts) vor Prozessbeginn im Landgericht Hagen

Hagen - Der 74-jährige Rudolf R. muss nach dem heute verkündeten Urteil wegen schweren Raubes und schwerer räuberischer Erpressung für neun Jahre hinter Gitter, der 73-jährige Wilfried A. für zehn Jahre. Das jüngste Mitglied der sogenannten Opa-Bande, der 64-jährige Lothar A., muss für zwölf Jahre in Haft.

Laut Staatsanwaltschaft haben die drei Senioren in 16 Jahren 14 Banküberfälle verübt und mehr als eine Million Euro erbeutet. Die rüstigen Rentner hatten ihre Überfälle vor allem in Ostwestfalen und dem Märkischen Kreis im Sauerland begangen. Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter den Anträgen der Anklage, die Haftstrafen zwischen 14 Jahren und 10 Monaten und 14 Jahren und 6 Monaten gefordert hatte.

Das betagte Trio ging meist nach demselben Muster vor. Nachdem die Banken generalstabsmäßig ausgekundschaftet worden waren, drangen die Männer maskiert in Sparkassen- oder Volksbankfilialen ein und forderten von den Angestellten die Herausgabe des Geldes. Dabei drohten sie den Überfallenen mit einer Maschinenpistole oder einer Handgranatenattrappe. "Es ist unglaublich, wie einfach es ist, eine Bank zu überfallen", hatte der Angeklagte Wilfried A. vor dem Landgericht Hagen erklärt. Er hatte - wie seine Komplizen - ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Bei ihren Raubzügen waren die Senioren nicht eben zimperlich. Mit einem Vorschlaghammer und einer Axt sollen sie Panzerglasscheiben zertrümmert haben. Einer Bankangestellten, die nicht sofort den Tresor öffnete, schlugen sie den Ermittlungen zufolge auf den Hinterkopf. "Unser Bestreben war es, Schrecken zu verbreiten", bekannte Wilfried A., der bereits 40 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht hat. Zwei Schüsse hätten sich bei den 14 Banküberfällen versehentlich gelöst. Einer hätte ihn fast selbst getroffen. "Wir erschießen uns hier gegenseitig", habe er noch gedacht, sagte A. dem Richter.

Immer wieder störten körperliche Gebrechen der listigen Rentner den reibungslosen Ablauf der Überfälle. So rutschte Rudolf R. bei einem Überfall 2003 in Löhne bei der Flucht auf einer Eisfläche aus und konnte nur mit Mühe in letzter Minute in den Fluchtwagen gezerrt werden. Er wurde von seinen Komplizen zudem für die häufigen "Pinkelpausen" gescholten, die aufgrund seiner schwachen Blase eingelegt werden mussten. Der Älteste der Renter-Truppe sei gesundheitlich sehr angeschlagen gewesen und habe Probleme mit den Bandscheiben, den Knien und dem Treppensteigen gehabt, berichteten die Bankräuber.

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