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15.08.2005
 

Flugzeugabsturz

Die meisten Leichen waren gefroren

Während Angehörige nach dem Absturz der Boeing 737 bei Athen versuchen, die Leichen zu identifizieren, suchen die Ermittler noch immer nach der Unglücksursache. Alles deutet auf einen Ausfall der Klimaanlage hin, die meisten geborgenen Leichen waren gefroren.

Ein Flugzeug der Feuerwehr bekämpft den Brand an der Absturzstelle
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AFP

Ein Flugzeug der Feuerwehr bekämpft den Brand an der Absturzstelle

Athen/Grammatiko - Die griechischen Rettungsmannschaften fanden am Morgen den Stimmenrekorder aus dem Cockpit der abgestürzten Maschine der zyprischen Charterfluggesellschaft Helios Airways. Das Gerät, das die Gespräche der Piloten untereinander und mit der Flugsicherung aufnimmt, sei schwer beschädigt, berichtete das staatliche Fernsehen. Bereits gestern war der Flugdatenschreiber entdeckt worden. Von der Auswertung der beiden sogenannten Blackboxes erhoffen sich die Behörden Aufschluss darüber, was wirklich im Flugzeug geschehen ist. Die Geräte sollen zur Auswertung nach Paris geschickt werden.

Bis zum Morgen waren auch alle 121 Opfer geborgen, deren Nationalität aber weiter unklar ist. Es wird jedoch vermutet, dass die meisten Passagiere griechische Zyprer waren. Nach Berichten des staatlichen Fernsehens (NET) waren auch 42 Kinder an Bord, die Mitglieder einer Fußballschule aus der Hafenstadt Limassol waren. Einer der beiden Piloten stammte aus Berlin, wie das Auswärtige Amt bestätigte. Die Opfer werden in einer Halle im Norden Athens aufgebahrt.

Ein Teil der Verwandten der Opfer wurden in der Nacht mit einer Sondermaschine nach Athen gebracht. Weitere Angehörige wurden heute Vormittag in Athen erwartet. Sie und Gerichtsmediziner sollen helfen, die Toten zu identifizieren. Ermittler berichteten, einige der Leichen wiesen starke Spuren von Verbrennungen auf. Aus dem Verteidigungsministerium war dagegen zu hören, dass ein Großteil der getöteten Insassen in gefrorenem Zustand geborgen worden seien.

Regierungssprecher Theodoros Roussopoulos sagte, die Piloten der Kampfjets hätten den Kopiloten der Boeing zusammengesunken im Sitz gesehen. Der Flugkapitän sei nicht im Cockpit gewesen. In der Kabine seien herabhängende Sauerstoffmasken zu sehen gewesen. Während eines zweiten Vorbeiflugs hätten die Jetpiloten zwei Personen gesehen, die versucht hätten, das Verkehrsflugzeug unter Kontrolle zu bringen. Der Cousin eines Passagiers sagte dem Sender Alpha, er habe kurz vor dem Absturz eine SMS erhalten. "Die Piloten sind bewusstlos", habe es darin geheißen. "Mein Cousin, ich sage Lebewohl. Wir erfrieren."

Die Boeing 737-300 der Helios Airways war gestern rund zehn Kilometer nordöstlich des Flughafens von Athen abgestürzt. Nach Berichten griechischer Medien war während des Fluges von Larnaka nach Athen vermutlich die Klimaanlage ausgefallen und der Sauerstoff ausgegangen. Zugleich brach der Funkkontakt mit der Flugsicherung in Athen ab. Crew und Passagiere seien bewusstlos gewesen, die Maschine mit Autopilot weitergeflogen. Nachdem der Treibstoff verbraucht war, stürzte sie ab.

Ein Augenzeuge berichtete, er habe die Kampfflugzeuge gesehen, die die Boeing 737 begleitet hatten, nachdem der Funkkontakt abgebrochen war. "Wir sahen die sehr niedrig fliegenden Kampfflugzeuge und hörten dann nach ein paar Minuten ein sehr lautes Geräusch und sahen dann Flugzeugteile durch die Luft fliegen", berichtete Spyros Papachristou.

Konstantinos Michas, ein Bewohnter des Ortes Grammatiko, war als einer der ersten vor Ort. "Ich sah etwa 80 Leichen, einige waren Kinder", sagte Michas. "Da waren auch einige Leichenteile, aber die meisten waren so wie sie erschaffen wurden." Drei Teile der Maschine schienen noch intakt - das Heck, das Cockpit und ein großes Teil des Rumpfs. Das Heck mit dem Höhenruder und dem antiken griechischen Symbol der Sonne landete auf einer staubigen Straße.

Sofort nach dem Absturz gab es Spekulationen über Sicherheitsmängel, Angehörige beschimpften Mitarbeiter der Airline als Mörder. Die Airline wies diese zurück. "Nach unserer Erkenntnis ist etwas im Flugzeug geschehen, wobei die Piloten das Bewusstsein verloren, und keiner im Flugzeug konnte uns etwas sagen", erläuterte der zyprische Verkehrsminister Haris Thrassou. Eine endgültige Klärung der Unfallursache wird es erst nach der Auswertung der Flugschreiber geben. Auch der griechische Regierungssprecher schloss sich dieser Ansicht an und fügte hinzu, dass es keine Hinweise auf einen Terrorakt oder eine Entführung gebe.

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