Montag, 23. November 2009

Panorama



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20.08.2005
 

Papst trifft Muslime

Gemeinsam gegen den Terror

In einem eindringlichen Appell hat Papst Benedikt XVI. Muslime und Christen zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus aufgefordert. Am Samstag traf er als erster Papst Vertreter der muslimischen Gemeinden Deutschlands.

Köln - "Wenn es uns gemeinsam gelingt, das Hassgefühl aus den Herzen auszurotten, uns gegen jede Form der Intoleranz zu verwahren und uns jeder Manifestation von Gewalt zu widersetzen, dann werden wir die Welle des grausamen Fanatismus aufhalten", sagte der Papst in seiner Ansprache vor den Muslimen. Die Kirche wolle die Wege der Versöhnung suchen und lernen, "dass jeder die Identität des anderen respektiert". Man müsse sich in seiner Verschiedenheit akzeptieren.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Nadeem Elyas, der dem Papst ein Exemplar des Korans mit deutschen Erläuterungen überreichte, forderte einen neuen und konstruktiven Anfang im Verhältnis mit der katholischen Kirche. Man solle einen Schlussstrich unter die schwarzen Kapitel der gemeinsamen Geschichte ziehen. "Nicht zuletzt unser gemeinsamer Feind, der Terrorismus, macht dies erforderlich", erklärte er.

Der Präsident der Türkisch Islamischen Union, Ridvan Cakir, erklärte nach dem Treffen, man teile mit dem Papst die Meinung zur Terrorbekämpfung. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, sagte, die Begegnung habe in einer friedlichen und sehr verständnisvollen Atmosphäre stattgefunden.

Vatikan-Beobachter sprachen von einer ungewöhnlich engagierten Rede des Papstes. "Der Terrorismus, welcher Herkunft auch sei, ist eine perverse und grausame Entscheidung, die das unantastbare Recht auf Leben mit Füßen tritt und die Fundamente jedes geordneten Zusammenlebens untergräbt", sagte das katholische Kirchenoberhaupt. Die Attentäter und deren Hintermänner hätte das Ziel, "unsere Beziehungen vergiften zu wollen". Dabei "bedienen sie sich aller Mittel, sogar der Religion...". Es war Ratzingers erste ausführliche öffentliche Auseinandersetzung mit dem fundamentalistischen Terrorismus seit seiner Papstwahl vor vier Monaten.

Zur blutigen Vergangenheit zwischen Christen und Muslime sagte Ratzinger: "Wie viele Seiten der Geschichte verzeichnen Schlachten, die auf der einen wie auf der anderen Seite unter Anrufung des Namen Gottes begonnen wurde." Dies müsse Christen wie Muslime mit Scham erfüllen.

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