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25.08.2005
 

Freilaufende Reptilien

Chinesischer Zoo vermisst 13 Krokodile

Reptilienjagd in Ost und West: Aus einem chinesischen Zoo sind bei einer Überschwemmung 13 seltene Siamkrokodile ausgebrochen. In Kalifornien stromert ein zwei Meter langer Alligator durch die Gegend. Der Polizei gelang es gerade mal, den Halter hinter Gitter zu bringen, nicht das Tier.

Krokodil in einem Zoo: Verzweifelte Suche nach entwischten Reptilien
AP

Krokodil in einem Zoo: Verzweifelte Suche nach entwischten Reptilien

Peking - Die chinesischen Krokodile brachen vor zwei Wochen aus und sind nun durch den nahenden Herbst bedroht. Der Benxi-Shuidong-Krokodilpark in der nordöstlichen Provinz Liaoning stellte eigens eine Telefon-Hotline bereit, damit Bürger Sichtungen der Ausreißer melden können, wie die Staatspresse heute berichtete. Die Tierpfleger fürchten, die Siamesischen Krokodile könnten an Unterkühlung sterben. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die bis zu drei Meter langen Reptilien aggressiv werden könnten, weil sie in der freien Natur nicht genug zu Essen finden. "Sie sind verloren, wenn wir sie nicht so schnell wie möglich finden, denn die Herbstkälte kommt näher", sagte Zoomanager Mai Yingpei.

Für Hinweise zum Wiederaufspüren der Krokodile wurde eine Belohnung von umgerechnet zwischen 200 und 300 Euro pro Tier ausgesetzt. Bei einer Überschwemmung des Zoogeländes vor zwei Wochen waren insgesamt 29 Siamesische Krokodile entkommen. 15 konnten seitdem wieder eingefangen werden, ein Tier wurde tot gefunden. Laut Experten brauchen Siamesische Krokodile eine Umgebungstemperatur von mindestens 17 Grad. Derzeit ist das Wasser im Taizi-Fluss in der Nähe des Zoos zwischen zwölf und 14 Grad warm. Die aus Südostasien stammende Krokodilart ist in der Wildnis praktisch ausgestorben.

In Kalifornien hält bereits seit Wochen ein Alligator Polizei und Tierexperten auf Trab. Gestern nahm die Polizei seinen 36-jährigen Besitzer fest. Gemeinsam mit einem Freund muss sich der Mann nun vor Gericht verantworten, weil er unerlaubt exotische Haustiere besessen und freigelassen hat, berichtete die "Los Angeles Times". Das Reptil, das vor zwei Wochen in einem See bei Los Angeles entdeckt wurde, läuft aber weiterhin frei herum, bislang scheiterten alle Fangversuche.

Die Männer sollen den Alligator vor zwei Monaten im Lake Machado ausgesetzt haben. Nach Angaben der Polizei war ihnen das 70 Kilogramm schwere Tier über den Kopf gewachsen und zu gefährlich geworden. In den Wohnungen der beiden Beschuldigten fanden die Beamten drei weitere Alligatoren sowie Klapperschlangen, Skorpione und Piranhas.

Vor zwei Wochen hatten Angler und Spaziergänger Alarm geschlagen, als sie den Alligator erspähten. Das Tier hatte sich auf Brot und Tortillas gestürzt, die eigentlich als Fischköder gedacht waren. Alle Fangversuche sind bisher gescheitert. Ein Reptilien-Bändiger aus Colorado zog nach zweitägigen Bemühungen ohne Erfolg wieder ab.

In dieser Woche reisten Experten des Alligator-Parks "Gatorland" in Florida nach Kalifornien. "Wir werden hier nicht ohne den Alligator weggehen", sagte der Tierbändiger Tim Williams, der nach eigenen Angaben seit 30 Jahren mit Reptilien arbeitet. Das Katz-und- Maus-Spiel hat schon viele Hundert Schaulustige mit Picknickkörben und Ferngläsern an das Seeufer gelockt. Händler verkaufen T-Shirts mit der Aufschrift "Ihr werdet mich niemals fangen".

Williams und seine Helfer wollen den Alligator ans seichte Ufer locken und ihn dort mit wenigen Handgriffen überwältigen. Auf diese Weise habe er schon mehr als 5000 Tiere eingefangen, versicherte der Experte aus Florida. Der Alligator würde als erstes im Zoo von Los Angeles unter Quarantäne gestellt. Langfristig gibt es bereits ein Platzangebot aus "Gatorland", wo mehr als 1000 Krokodile und Alligatoren leben.

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