ThemaHurrikan "Katrina"RSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Chronik der Ereignisse Die gestrigen Meldungen aus dem Katastrophengebiet

2. Teil: Nachrichten vor 12 Uhr

+++ 125.000 Nationalgardisten alarmiert +++

[11.47] Laut dem Nachrichtensender CNN wurden in den gesamten USA mehr als 125.000 Nationalgardisten alarmiert, um in der Katastrophenregion bei den Rettungsarbeiten und der Versorgung der Bevölkerung zu helfen. Die US-Marine schickte ein Schiff zur Trinkwasserversorgung, das auch 600 Krankenbetten an Bord hat, sowie mehrere Schnellboote zur Unterstützung. In wenigen Tagen soll ein Lazarettschiff die Südküstenstaaten erreichen. Das Wasser hat sich inzwischen auch seinen Weg in das historische "French Quarter" gebahnt. Soldaten der Nationalgarde bezogen Position, um Plünderungen der Hotels zu verhindern.

+++ Experte erwartet weitere große Stürme +++

[11.45] "Katrina" ist nach Überzeugung der Rückversicherung Münchener Rück nicht der letzte große Sturm des Jahres gewesen. Sturmexperte Ernst Rauch warnte in der Wochenzeitung "Die Zeit": "Wir erwarten noch fünf bis acht weitere Stürme in dieser überaktiven Saison im Atlantik und in der Karibik." Bisher habe es bis Ende August elf Tropenstürme oder Hurrikans gegeben. Das seien so viele wie normalerweise im gesamten Jahr. "Bereits im Juni und im Juli 2005 verzeichneten wir eine absolute Rekordaktivität." Das Wasser im Golf von Mexiko und im Atlantik sei ein bis vier Grad wärmer als üblich. Der Trend passe zu den Prognosen, wonach die Klimaerwärmung zu größerer Sturmaktivität führe.

+++ Clement: Ernste Lage auf den Ölmärkten +++

[11.34] Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement schließt ein weiteres Ansteigen des Ölpreises nach der Hurrikan-Katastrophe nicht aus. Möglicherweise sei durch die Katastrophe "Raffineriekapazität zerstört" worden, was die ohnehin zugespitzte Lage weiter verschärfen würde, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Die Situation auf den Ölmärkten sei sehr ernst. Es spreche aber für die Robustheit der Weltkonjunktur und der deutschen Wirtschaft, dass die Auswirkungen bisher in Grenzen gehalten würden. Clement forderte die USA auf, längerfristig für mehr Raffineriekapazitäten zu sorgen. "Die USA müssen hier zu Korrekturen kommen."

+++ Hannover Rück: Schäden noch unabschätzbar +++

[11.27] Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück kann die Schadensbelastung durch den Hurrikan noch immer nicht abschätzen. "Es ist alles noch relativ unübersichtlich, was den Marktschaden angeht", sagte eine Sprecherin der Hannover Rück in Hannover. Sie gehe davon aus, dass noch in dieser Woche eine Schätzung vorliegen werde. "Solange wir nicht wissen, wie sich 'Katrina' auswirkt, kennen wir auch keine mögliche Auswirkung auf das Ergebnis", fügte die Sprecherin hinzu. Der Weltmarktführer Münchener Rück hatte den versicherten Schaden durch den Sturm auf 15 bis 20 Milliarden Dollar geschätzt. Die versicherten Gesamtschäden durch den Hurrikan könnten gar bis zu 26 Milliarden Dollar betragen, schätzt die auf die Risiko-Analyse von Katastrophen und Wetter spezialisierte US-Firma AIR Worldwide Corporation. Damit wird "Katrina" möglicherweise die teuerste Naturkatastrophe der USA.

+++ Albtraum einer Familie +++

[11.20] Für Cherrenonda Lee wurde die zu späte Flucht vor dem Hurrikan zum Albtraum. Sie musste mit ansehen, wie ihr Ehemann von den Sturmfluten weggespült wurde. Zunächst hatte die Familie die Warnungen der Behörden ignoriert und war in ihrem Haus geblieben. Nach dem rasanten Anstieg der Fluten versuchte die Familie, den zum Notlager umfunktionierten "Superdome" zu erreichen. Die Wassermassen aber seien zu stark gewesen. Kurz darauf seien sie von einem Mann mit einer Taschenlampe in eine Schule gelotst worden. Ihr Ehemann aber habe es nicht mehr geschafft, er sei vom Wasser mitgerissen worden. "Ich erinnere mich nur daran, wie er sich an einem Ast festhielt", sagt Lee unter Tränen.

+++ Verschärfte Notlage +++

[11.01] In den von Hurrikan "Katrina" betroffenen Gebieten versuchen Einsatzkräfte angesichts des steigenden Hochwassers verzweifelt, Überlebende zu retten. Die weitgehend evakuierte Stadt New Orleans steht nach Dammbrüchen zu 80 Prozent unter Wasser. Berichten zufolge kommt es zu Plünderungen in großem Ausmaß.

+++ Humanitäre Katastrophe droht +++

[10.20] Zwei Tage nach dem verheerenden Hurrikan droht eine humanitäre Katastrophe in der Region. Mehr als 2,5 Millionen Bewohner sind ohne Strom. Allein in Louisiana sind eine Million Menschen obdachlos. Tausende verzweifelter Menschen, die seit mehr als 48 Stunden ohne Licht, Strom und Telefon auf den Dächern ihrer Häuser ausharren, warteten weiter auf Rettung. Bürgermeister Ray Nagin berichtete, Leichen würden von den Rettungskräften in den Booten einfach bei Seite gestoßen. Die Häuser mit Toten würden mit roten oder schwarzen Zeichen markiert. Im Superdome, einem als Notunterkunft ausgewiesenen Football-Stadion, herrschten katastrophale Zustände, nachdem sich die Zahl der Flüchtlinge auf 30.000 verdreifacht hat.

+++"New Orleans bald zu 100 Prozent unter Wasser"+++

[9.26] New Orleans Bürgermeister Ray Nagin befürchtet, dass seine Stadt bald zu 100 Prozent unter Wasser stehen könnte. "Die Schüssel füllt sich", sagte Nagin in der Nacht. Durch das ständig steigende Wasser funktionierten die Generatoren nicht mehr. Leitende Techniker der Wasserversorgung erwarteten, dass der Wasserspiegel in Teilen der Stadt die Höhe des nahe gelegenen Lake Pontchartrain erreichen wird.

+++ Mehr als 100 Tote bestätigt +++

[8.45] In den vom Hurrikan "Katrina" verwüsteten Katastrophengebieten kündigte die Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco, nach zwei Dammbrüchen am Dienstag die vollständige Evakuierung von New Orleans an. Hunderte Menschen harrten dort noch immer auf den Dächern ihrer Häuser aus und warteten auf Rettung, sagte Bürgermeister Ray Nagin. Die Zahl der Toten stieg allein in einem Bezirk im Staat Mississippi auf mehr als 100. Der Leiter der Behörde für Zivilverteidigung des Bezirks Harrison, Joe Spraggins, äußerte die Befürchtung, dass sich diese Zahl noch verdoppeln oder verdreifachen könnte. US-Präsident George W. Bush beendete seinen Urlaub zwei Tage früher und sollte heute nach Washington zurückkehren. Nach Angaben des Weißen Hauses will Bush die Katastrophengebiete Ende der Woche besuchen.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles zum Thema Hurrikan "Katrina"

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP