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"Katrina"-Folgen Kurzmeldungen vom Donnerstag

Über den Südosten der USA ist einer der schlimmsten Hurrikane in der Geschichte des Landes hinweggefegt. SPIEGEL ONLINE berichtet im News-Ticker über die neuesten Entwicklungen.

+++Behörden verteidigen sich gegen Vorwurf schlechter Organisation+++

[23.43] Angesichts der chaotischen Zustände im Katastrophengebiet von New Orleans müssen die Behörden sich inzwischen gegen den Vorwurf schlechter Organisation verteidigen. "Alle tun alles in ihrer Macht stehende", sagte der Direktor der Behörde für Katastrophenmanagement, Michael Brown. Immer mehr verzweifelte Leute richten Hilfsappelle an die Medien, weil sie seit Tagen keine Hilfe bekommen haben.

+++Mehr als 20 Länder bieten USA Hilfe an+++

[22.34] Die Regierungen von mehr als 20 Ländern haben den USA nach dem Hurrikan "Katrina" Hilfe angeboten. Nach Angaben des Außenministeriums in Washington sind darunter reiche Verbündete wie Deutschland und Japan, aber auch arme Länder wie Honduras und die US-kritische Regierung in Venezuela.

+++Gouverneurin fürchtet Tausende Tote+++

[21.58] Die Hurrikan-Katastrophe in den USA könnte nach den Worten der Gouverneurin des Bundesstaats Louisiana, Kathleen Blanco, tausende Menschen das Leben gekostet haben. Bis jetzt liege allerdings kein Beweis für eine solch hohe Opferbilanz vor, sagte sie in Baton Rouge vor Journalisten. Zuvor waren die Behörden von hunderten Toten ausgegangen.

Hubschrauber werden in New Orleans beschossen+++

[21.22 ] In New Orleans wird die Evakuierung aus Krankenhäusern von Protesten aufgebrachter Menschen massiv gestört, teilte eine Sprecherin des städtischen Rettungszentrums mit. Von jedem Krankenhaus gebe es Berichte, dass die Hubschrauber beschossen würden. Leute würden aus der Nähe auf Helikopter und Polizisten schießen und ihnen zurufen: "Ihr solltet lieber meine Familie abholen."

+++Bush will zehn Milliarden Dollar Soforthilfe+++

[21.16]Die Regierung von US-Präsident George W. Bush will nach Angaben aus dem Kongress zehn Milliarden Dollar Soforthilfe für die Opfer der Hurrikan-Katastrophe bereitstellen. Das Geld würde die Ausgaben der Notstandsbehörde FEMA decken, hieß es.

+++ Washington schickt täglich 1400 Soldaten nach New Orleans+++

[20.30] Die US-Nationalgarde verstärkt ihre Präsenz i New Orleans massiv. Die Regierung schicke jeden Tag zusätzlich 1400 Mitglieder der Nationalgarde und der Militärpolizei in die von Chaos und Gesetzlosigkeit heimgesuchte Stadt, teilte Heimatschutzminister Michael Chertoff mit. Derzeit befänden sich schon 2800 Nationalgardisten dort.

+++ Fats Domino wird vermisst +++

[20.05] Der in New Orleans lebende Musiker Fats Domino wird vermisst. Sein langjähriger Agent Al Embry sagte, er habe Domino seit seinem letzten Telefonat mit ihm am Sonntagabend nicht mehr erreichen können. Der 77-Jährige, eine Legende des R&B, habe ihm dabei erzählt, dass er trotz des nahenden Hurrikans mit Frau und Tochter in seinem Haus in New Orleans bleiben wolle.

+++ Mehr als 120 Todesopfer in Mississippi +++

[20.00] Nach den verheerenden Verwüstungen infolge des Hurrikans "Katrina" sind im US-Staat Mississippi bis heute Mittag (Ortszeit) 121 Leichen geborgen worden. Die Behörden befürchteten jedoch, dass sich die Opferzahl noch verdoppeln oder gar verdreifachen könnte. Die meisten Toten waren im Bezirk Harrison zu beklagen. Allein in einem Wohnblock in der Kleinstadt Biloxi kamen nach Angaben des Katastrophenschutzzentrums 30 Menschen um.

+++ Rettungsaktionen wegen Attacken ausgesetzt +++

[18.40] Der US-Behörde für Katastrophenmanagement zufolge sind die Rettungsaktionen in New Orleans aus Sorge um die Sicherheit der Mannschaften ausgesetzt worden. Zuvor war es bei den Einsätzen immer häufiger zu tätlichen Übergriffen von Hilfesuchenden gekommen war, meldete der Sender CNN. Mehrfach habe es lebensgefährliche Kämpfe um Plätze in Rettungsbooten gegeben.

+++ George W. Bush: New Orleans verwüsteter als New York +++

[18.15] US-Präsident George W. Bush besucht morgen die Katastrophengebiete an der Golfküste. Er werde die verwüsteten Regionen in den Staaten Alabama und Mississippi sowie das überflutete New Orleans mit einem Hubschrauber überfliegen und einige Male landen, teilte Bushs Sprecher Scott McClellan mit. Bush sagte in einem Fernseh-Interview, seine Regierung habe die größte Hilfsaktion in der Geschichte der Vereinigten Staaten gestartet. "New Orleans ist verwüsteter als New York es war", sagte der Präsident mit Blick auf die Anschläge vom 11. September 2001. Zuvor hatte er sich auf seiner Rückreise von Texas nach Washington einen persönlichen Eindruck vom Ausmaß der Katastrophe verschafft, als er einen Teil der Südküste überflog.

+++ Tankstellen schlagen nochmals auf +++

[17.50] Die Mineralölkonzerne haben die Preise an den deutschen Tankstellen zum dritten Mal binnen weniger Tagen angehoben. Die Preise seien um weitere vier Cent je Liter Superkraftstoff auf nun 1,41 Euro im Schnitt angehoben worden, sagte ein Sprecher von Marktführer Aral. Diesel habe sich um zwei Cent auf 1,17 Euro verteuert. Die Mineralölgesellschaften begründen die ihre Preisanhebungen mit Produktionsausfällen durch den Wirbelsturm "Katrina" im Süden der USA. Als Folge decken sich die USA mit Treibstoff auf dem europäischen Markt ein, wodurch auch hier die Preise steigen.

+++ Auch Baden-Württemberg will helfen +++

[17.45] Nach dem Bund und Bayern hat nun auch Baden-Württemberg den USA nach dem verheerenden Hurrikan Hilfe zugesagt. Ministerpräsident Günther Oettinger drückte in einem Brief an den US-Botschafter in Deutschland, William Robert Timken, sein Mitgefühl aus und bot ihm "jegliche Unterstützung" an. Baden-Württemberg könne Hilfe durch das Technische Hilfswerk, mit Mannschaften zur Suche nach Vermissten und mit Trinkwasseraufbereitungsanlagen leisten, ließ der CDU-Politiker mitteilen.

+++ Mississippi: Steigende Opferzahlen +++

[17.21] Die Zahl der Todesopfer im US-Bundesstaat Mississippi steigt immer weiter. Gouverneur Haley Barbour nannte in einem CNN-Interview eine Zahl von 185 Toten als glaubwürdig. Angesichts der gewaltigen Zerstörung werde aber mit noch mehr Todesopfern gerechnet. Nach den Worten von Barbour ist ein 80 Kilometer langer Küstenstreifen vollständig zerstört worden, als der Hurrikan am Montag über Mississippi hereinbrach. "Das steht nahezu nichts mehr", sagte Barbour. Es sei realistisch davon auszugehen, dass noch mehr Menschen verschüttet wurden. 75 Prozent aller Haushalte in Mississippi seien am Morgen ohne Strom gewesen, sagte Barbour. "Es wird noch viele Wochen dauern, bis sie die erste Glühlampe brennen sehen", sagte er.

+++ Weitere 10.000 Nationalgardisten mobilisiert +++

[17.19] Die US-Streitkräfte wollen für den Einsatz in den Katastrophengebieten über 10.000 weitere Nationalgardisten abstellen. Ihre Zahl solle von derzeit 7400 auf 18.000 mehr als verdoppelt werden, teilte Generalleutnant Russel Honore mit. Die zusätzlichen Truppen sollten bereits Freitag in den vom Hurrikan "Katrina" zerstörten Gebieten an der Südküste eintreffen. Die Streitkräfte schickten außerdem das Kriegsschiff "USS Harry Truman" in den Golf von Mexiko, wo es als schwimmende Einsatzzentrale dienen soll.

+++ "Auswirkungen wie nach 9/11" +++

[17.05] US-Regierungsvertreter gehen davon aus, dass die "Katrina"-Katastrophe in ihren verheerenden Auswirkungen sogar den Anschlägen vom 11. September in den USA Konkurrenz machen könnte. "Die Kosten werden katastrophal sein", hieß es. Zuletzt enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA haben zudem den Dollar unter Druck gebracht. Der wichtige Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA fiel von 56,6 Punkten im Vormonat auf 53,6 Punkten. Zudem belasten die Folgen des Hurrikans den Dollar. Die erwarteten hohen Kosten erhöhten auch die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung in den USA.

+++ Steigende Ölpreise bereiten EZB Sorgen +++

[16.39] Die steigenden Ölpreise werden von der Europäischen Zentralbank (EZB) mit großer Sorge beobacht. Die Ölpreise belasteten Nachfrage und Vertrauen im Euro-Raum, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Die Notenbank korrigierte deshalb ihre Wachstumsprognose für dieses und nächstes Jahr nach unten. Die EZB erwartet nun für 2005 ein BIP-Wachstum von 1,3 Prozent, zuvor hatte sie mit 1,4 Prozent gerechnet. Für 2006 stufte sie die Erwartung von zwei Prozent auf 1,8 Prozent herunter. Zu den wirtschaftlichen Folgen des Hurrikans "Katrina" wollte sich Trichet nicht äußern. Zu Fragen nach einer Energiekrise als Folge des Sturms bemerkte der EZB-Präsident, es sei "viel zu früh", etwas dazu zu sagen.

+++ Rice dankt Fischer für Hilfsangebot +++

[16.22] US-Außenministerin Condoleezza Rice hat dem deutschen Außenminister Joschka Fischer nach Angaben eines AA-Sprechers in einem Telefongespräch für das deutsche Hilfsangebot gedankt. Sie wollte US-Präsident George W. Bush über das deutsche Angebot unterrichten. Rice, die selbst aus dem betroffenen Bundesstaat Alabama stammt, habe betont, dass sie nicht zögern werde, auf das Angebot der Bundesregierung zurückzukommen. Ein offizielles Hilfsgesuch aus Washington bislang jedoch noch nicht vor. Auch soll die Bundeswehr laut Agenturberichten prüfen, inwieweit sie sich an Hilfen beteiligen könnte.

+++ Bush bittet Clinton und Bush Senior um Hilfe +++

[16.14] US-Präsident George W. Bush hat seinen Vorgänger Bill Clinton und seinen Vater George Bush Senior um Hilfe beim Sammeln von Spenden für die Opfer der Naturkatastrophe gebeten. Zudem kündigte das Weiße Haus an, dass Bush am Freitag in die vom Hurrikan betroffene Region reisen wird. Der Präsident plane einen Hubschrauberrundflug mit mehreren Landungen in der Region.

+++ Nationalgardist angeschossen +++

[16.04] Bei der Evakuierung des Superdome-Stadions in New Orleans ist ein Nationalgardist von Unbekannten angeschossen worden. Bewaffnete hatten zudem auf einen Hubschrauber gefeuert, der an der Evakuierung der Obdachlosen aus dem Stadion beteiligt gewesen sei.

+++ US-Senatorin: Tausende Tote +++

[15.43] Der Hurrikan "Katrina" hat laut einer US-Senatorin Tausenden Menschen das Leben gekostet. "Wir gehen davon aus, dass Tausende tot sind", sagte Senatorin Mary Landrieu aus Louisiana bei einer Pressekonferenz in Baton Rouge.

+++ Kritik an Bütikofers Bush-Schelte +++

[15.40] Die Schelte von Reinhard Bütikofer an George W. Bush ist auf heftige Reaktionen der deutschen Opposition gestoßen. Der Grünen-Chef hatte dem US-Präsidenten in der "Berliner Zeitung" vorgeworfen, dieser habe sich standhaft geweigert, klimapolitische Ziele ernsthaft ins Auge zu fassen. "Bush betreibt eine Energiepolitik aus der Perspektive der Öl- und Atomlobby". Bush sei ein "Öko-Reaktionär", fügte er hinzu. Es sei ein "Treppenwitz der Zeitgeschichte", dass CDU-Chefin Angela Merkel und der BDI diese Energiepolitik kopieren wollten. Der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, kritisierte Bütikofers Äußerung. Hinter "solcherlei Verbalausfällen" verberge sich nicht nur "pure Panik" angesichts des drohenden Machtverlusts, sondern ein bei den Grünen nach wie vor "gepflegtes tiefes anti-amerikanisches Ressentiment". Der FDP-Außenpolitiker Werner Hoyer kritisierte Bütikofers Äußerungen als "Geschmacklosigkeit".

+++ Wachsende Seuchengefahr +++

[15.28] In den Katastrophengebieten in den Südstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama warten noch immer Tausende auf Rettung. Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit wachsen. Vielerorts fehlen Lebensmittel und sauberes Trinkwasser, Plünderer rauben Nahrungsmittel und Waffen aus Geschäften, Einbrecher räumen verlassene Häuser aus. Offizielle Stellen befürchten zudem, dass zehntausende Häuser irreparabel sind. Auch wächst die Sorge, dass sich Seuchen wie Typhus und Cholera ausbreiten könnten. "Die Bedingungen verschlechtern sich rapide", warnte ein Gesundheitsexperte von der Universität Louisiana.

+++ US-Benzinpreise steigen weiter +++

[15.26] Die amerikanischen Benzinpreise steigen weiter an. Heute gab es vereinzelte Lieferbeschränkungen an Großhändler und unabhängige Tankstellenbetreiber. Benzin zur Oktober-Auslieferung legte im elektronischen Handel am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 5,5 Prozent zu, nachdem es in den Vortagen wegen der Sturmauswirkungen auf die Raffinerien und Pipelines bereits Preisaufschläge von insgesamt 27 Prozent gegeben hatte. Der Rohölpreis legte um 0,30 Prozent auf 69,15 Dollar je Barrel (159 Liter) zu. Heizöl verteuerte sich um 2,93 Prozent, während der Erdgas-Preis leicht nachgab.

+++ Bayern zur Hilfe bereit +++

[15.08] Nach dem Bund hat auch der Freistaat Bayern den USA Hilfe bei der Bewältigung der Naturkatastrophe angeboten. Ministerpräsident Edmund Stoiber sagte in München, wo Hilfe nötig sei, stehe Bayern zu humanitärer und technischer Unterstützung der Betroffenen bereit. Spezialkräfte von Katastrophenschutz, Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen könnten in die Katastrophengebiete entsandt werden. Stoiber sagte, die Erfahrungen der Helfer nach dem Tsunami in Südostasien könnten auch in den Vereinigten Staaten genutzt werden.

+++ Mehrere kleine Feuer im Superdome +++

[15.00] Das Chaos in der überfluteten US-Südstaatenmetropole New Orleans nimmt immer mehr zu. Ein Mann von der Nationalgarde in Louisiana sagte, seien im und um das Footballstadion Superdome Mülleimer in Brand gesetzt worden. Es sei eine sehr Besorgnis erregende Situation, da die Feuer wegen der Überschwemmungen nur schwer erreicht würden und sich daher leicht ausbreiten könnten. Wie der Mann weiter schilderte, sollen in den nächsten Tagen Zehntausende Menschen aus der Stadt gebracht werden - nicht nur mit Bussen, sondern auch mit Hubschraubern, Flugzeugen und per Bahn. Es gebe mittlerweile mehrere Bahnlinien, die wieder befahrbar seien.

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