Hamburg - "Wenn jemand durch einen vorsätzlichen Vollrausch sich und andere in Gefahr bringt, ist es nicht verständlich, warum dadurch entstehende medizinische Kosten automatisch von der Krankenkasse gezahlt werden müssen", sagte der Gesundheitsexperte und SPD-Bundestagskandidat Karl Lauterbach der "Bild am Sonntag" (BamS). FDP-Kandidatin Julika Sandt sagte dem Blatt, wer es sich leisten könne, sich auf dem Oktoberfest bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken, könne sich auch die Kosten für seine Ausnüchterung leisten.
Das Oktoberfest wurde gestern vom Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) eröffnet. Allein auf der Wiesn müssen jährlich rund 500 Betrunkene wegen eines Vollrausches vom Notarzt behandelt werden. Bundesweit entstehen den Krankenkassen durch Alkoholvergiftungen Kosten von 70 bis 100 Millionen Euro pro Jahr.
Alkoholmissbrauch nimmt vor allem unter Jugendlichen besorgniserregende Züge an. Neue Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung belegen laut "BamS", dass fast zwanzig Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland das sogenannte "binge drinking" praktizieren - Alkoholkonsum mit dem alleinigen Ziel eines Vollrausches.
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