Rom - Die Nachrichtensendung TG2 des Staatsfernsehens Rai berichtete gestern Abend unter Berufung auf das anonyme Tagebuch eines Mitglieds des Konklaves, dass Kardinal Joseph Ratzinger mit 84 Stimmen zum neuen Papst gewählt wurde. Auf dem zweiten Platz habe mit großen Abstand der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio gelegen. Auf ihn seien im vierten Wahlgang am 19. April 26 Stimmen entfallen. Der Vatikan lehnte eine Stellungnahme ab.
Dem Bericht zufolge erhielt Ratzinger im ersten Wahlgang 47 und der konservative Jesuit Bergoglio zehn Stimmen, gefolgt von den italienischen Kardinälen Carlo Maria Martini und Camillo Ruini mit neun beziehungsweise sechs Stimmen. Im zweiten Wahlgang habe Ratzinger mit 65 Stimmen abermals vor Bergoglio mit 35 Stimmen gelegen, im dritten Wahlgang habe dieses Verhältnis 72 zu 40 Stimmen betragen. Notwendig waren für die ersten Wahlgänge mindestens 77 Stimmen der 115 Kardinale im Konklave.
Diese Zwei-Drittel-Mehrheit wurde dem Bericht zufolge im vierten Wahlgang weit überschritten. Die Mitglieder des Konklaves sind zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Gleichwohl war schon kurz nach der Papstwahl durchgesickert, dass Ratzinger von Anfang an in Führung gelegen habe. Genaue Zahlen wurden bislang jedoch nicht bekannt.
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