Osnabrück - Die aus Wallenhorst bei Osnabrück stammende Simon hatte am Samstag ein Millionenpublikum begeistert, als sie mit den Fingern die Farben von T-Shirts und Blusen erkannte. In der heutigen Ausgabe der "Neuen Osnabrücker Zeitung" versichert die 48-Jährige, sie habe sich ihren Tastsinn "in mehr als 20 Jahren antrainiert".
Das Vorstandsmitglied des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten, Hans Peter Brass, hatte Simon vorgeworfen, das ZDF übers Ohr gehauen zu haben. "So etwas ist mir noch nie untergekommen", hatte Brass gesagt. "Das ist sein Defizit", hielt die Wettkönigin entgegen. Der Sender stärkte der Siegerin den Rücken: Die Frau sei im Besitz eines Blindenausweis. Zudem habe man der Wallenhorsterin während der Wette sogar noch eine Augenbinde umgebunden, hieß es.
"1980 hatte ich einen Unfall mit meiner rechten Hand. Ich musste danach zwei Jahre üben, um mit dieser Hand wieder die Blindenschrift lesen zu können", sagte Simon. Während dieser Zeit habe sie mit ihrer Schwester Gertrud immer wieder trainiert - auch sehr viel mit Kleidungsstücken, die eben mit verschiedenen Härtegraden ausgestattet seien.
Die unterschiedlichen Härtegrade habe sie entsprechenden Farben zugeordnet, "das ist reine Konzentrations- und Lernarbeit". Und im Übrigen kein Hobby. "Für mich bedeutet diese Fähigkeit mehr Unabhängigkeit. Meine Mutter muss nicht mehr sagen, was ich anziehen kann. Das kann ich selbst", erklärte die Wettkönigin.
Simon kam eigenen Angaben zufolge fast vollständig blind zur Welt. "Ich kann vielleicht noch 1,5 Prozent sehen, ein bisschen hell und dunkel unterscheiden. Links habe ich ein Glasauge."
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