Rom - Dem Mailänder "Corriere della Sera" zufolge sollen Männer mit homosexuellen Tendenzen, die nicht seit mindestens drei Jahren keusch leben, künftig nicht mehr zum Priester geweiht werden. Ausgeschlossen werden sollen auch Anwärter, die sich offen zu ihrer sexuellen Neigung bekennen und etwa Schwulen-Treffs besuchen. Homosexuelle Literatur, Filme oder Internetseiten sollen in Zukunft in Seminaristenzellen tabu sein. Selbst ein lediglich intellektuelles Bekenntnis zur "homosexuellen Kultur" wird dem "Corriere" zufolge in Zukunft für ein innerkirchliches "Berufsverbot" reichen.
Auf einer 16 Seiten langen "Anleitung" führen die Glaubenswächter aus, wann sie homosexuellen Geistlichen den Weg ins Priesteramt versperren wollen. Das Dokument wurde vom polnischen Kardinal Zenon Grocholewski, dem Vorsitzenden der Kongregation für katholische Erziehung, unterzeichnet und vom Papst noch auf seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo genehmigt. Beobachter rechnen mit einer Veröffentlichung gegen Anfang November.
In der Zwischenzeit soll ein "Psychologe von Weltruhm" den Text des Dokumentes aus wissenschaftlicher Sicht analysieren und bewerten. Sein Urteil wird in der Zeitung "Osservatore romano" veröffentlicht werden, berichtet die Wochenzeitschrift "Panorama".
US-Medien hatten unlängst berichtet, der Vatikan überprüfe alle 229 katholischen Priesterseminare in den Vereinigten Staaten auf Homosexuelle.
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