Amsterdam - Bei den Todesopfern handelt es sich um illegal eingewanderte Flüchtlinge, die in einem Gefängnistrakt am östlichen Rand des Flughafens Schiphol untergebracht waren, teilten die Einwanderungsbehörden mit. Das Feuer brach gegen Mitternacht aus und konnte erst drei Stunden später unter Kontrolle gebracht werden, berichten niederländische Medien.
Elf Häftlinge kamen ums Leben, 15 weitere Personen wurden verletzt, vier von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Über die Nationalität der Todesopfer war zunächst nichts bekannt. Unter den Verletzten sind den Angaben zufolge mehrere Feuerwehrleute und Polizisten.
Mehreren Häftlingen gelang die Flucht, drei von ihnen seien jedoch inzwischen wieder festgenommen worden, sagte der Bürgermeister von Schiphol-Harlemmermeer, Michel Bezuijen. Die übrigen Gefangenen wurden in andere Zellen auf Schiphol oder in Städte in der Umgebung verlegt. Die Brandursache war zunächst unklar. Berichten zufolge wurde das Feuer möglicherweise von einem Häftling gelegt, die Behörden wollten sich dazu zunächst nicht äußern.
Einer der Gefangenen sagte dem niederländischen Fernsehsender NOS, die Aufseher hätten die Hilferufe der Häftlinge im ersten Moment nicht ernst genommen. "Sie machten die Tür nicht auf, sie ließen uns eingeschlossen. Unsere Kehlen fingen an zu schmerzen. Wir haben geschrien und getreten", sagte der Gefangene.
Insgesamt waren in dem Gefängnistrakt 350 Personen inhaftiert, darunter auch Drogenkuriere. In dem Flügel, in dem das Feuer ausbrach, waren 43 Menschen untergebracht. Die Kapazität der Haftanstalt war erst 2002 erweitert worden. Der Gefängnistrakt auf dem viertgrößten Flughafen Europas ist mit einem drei Meter hohen Zaun und Stacheldraht umgeben.
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