Hamburg - Eines der Geparden-Kätzchen war auf einem Auge erblindet, als die Soldaten während eines humanitären Einsatzes in das abgelegene Dorf in Äthiopien gelangten. Schläge hatten das Sehorgan des Tieres zerstört. Der Besitzer der drei Monate alten Geparde, ein Wirt, gab an, Wilderer hätten ihm die Tiere verkauft. Diese hätten dem Weibchen ins Gesicht getreten, so dass es ein Auge verlor.
Jetzt sind die Geparden in den Händen der zwei- und vierjährigen Kinder des Restaurantbesitzers. Sie ziehen die Kätzchen am Schwanz über den glutheißen, staubigen Hof, oder sie zerren sie an eng um die Hälse der Katzen geschnürte Leinen durch die Gegend. Andere Kinder stoßen und kicken die verängstigten Tiere. Der Eigentümer macht die Tiere hin und wieder durch Quälereien aggressiv und lässt sie zur Belustigung seiner Gäste gegeneinander kämpfen.
Die Soldaten gaben den Geparden zu Fressen und versuchten, das Auge des einen zu verarzten. Auch versuchten sie, den Besitzer zu überreden, ihnen die Tiere zu übergeben. Doch der weigerte sich: "Warum sollte ich sie hergeben", fragte er die Amerikaner, "als ich jünger war, kümmerte ich mich um Ziegen und Kamele. Ich weiß, wie man mit Tieren umgeht." Er war bereit, die bedrohten Katzen für 1000 Dollar - das sind zehn Monatslöhne in Äthiopien - pro Tier verkaufen.
Befekadu Refera, ein Mitglied der Umweltschutzbehörde im 1100 Kilometer entfernten Addis Abeba, will sich nun um die Tiere kümmern. "Wenn wir uns um die Geparden nicht kümmern, werden sie bald sterben", sagte Befekadu. Es sei illegal, wilde Tiere ohne eine Genehmigung zu halten. Beim Restaurantbesitzer trafen die US-Soldaten auch einen Falken mit gebrochenem Flügel an und drei dürre Straußenküken.
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