Berlin - Über die neuen Erkenntnisse berichtete die ARD am Nachmittag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach gehen die Ermittler der Spur nach, dass der Fahrer Osthoffs möglicherweise gemeinsame Sache mit den späteren Entführern gemacht habe. Diese Spur deckt sich mit einem Bericht des SPIEGEL, der in der kommenden Ausgabe am Samstag ausführlich über die Hintergründe des Geisel-Dramas und die Maßnahmen zur Freilassung der Entführten berichtet.
Bisher gibt es zwei Indizien, dass der Fahrer Khalid el-Schimani mit den Entführern unter einer Decke stecken könnte. Zum einen wurde der Fahrer von einem Scheich des Stammes der Duleimi vermittelt, aus dem nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden auch die Geiselnehmer stammen sollen. Zudem hat sich der Fahrer bis heute nicht wieder bei der deutschen Botschaft gemeldet. Zwar erfuhr die Botschaft über einen Mittelsmann, dass er frei sein soll. Trotzdem konnte bisher kein Kontakt zu dem Fahrer hergestellt werden.
Auch der Duleimi-Scheich, der Osthoff vor der Entführung den Fahrer empfahl, ist nach bisherigen Erkenntnissen untergetaucht. Er hatte sich laut der SPIEGEL-Recherchen zuerst als Vermittler angeboten, war dann aber nicht mehr erreichbar. Laut der Meldung der ARD soll der Stamm der Duleimi mehrheitlich dem sunnitischen Widerstand gegen die jetzige Regierung angehören.
Unterdessen hat Susanne Osthoff selber den Irak gestern verlassen. Wohin sie gereist ist, wollte das Auswärtige Amt nicht mitteilen. Osthoff selber hatte die Diplomaten gebeten, erstmal ein paar "ruhige Tage" mit ihrer Tochter verbringen zu dürfen. Demnach fürchtet sich die Frau, die 23 Tage in der Hand von Entführern war, vor dem Rummel um ihre Person.
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