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11.03.2006
 

Israel

Briten verdächtigten Begin der Spionage

Der spätere israelische Ministerpräsident Begin stand lange Jahre in Verdacht, ein Agent Moskaus zu sein. Dies geht aus Geheimpapieren hervor, die der britische Geheimdienst jetzt freigegeben hat.

Hamburg - Die britischen Geheimdienste für Inlands- und Auslandsaufklärung, MI5 und MI6, hielten Menachem Begin in den vierziger und fünfziger Jahren für ein "Sicherheitsrisiko" und einen Spion, der zeitweise von Friedrich Wolf, Vater des späteren DDR-Spionagechefs Markus Wolf, geführt wurde.

Laut Geheimdokumenten, die die Dienste jetzt freigegeben haben, führte der Friedensnobelpreisträger von 1978 in Palästina seit 1943 eine Untergrundorganisation, die mit blutigen Terroranschlägen die britische Mandatsmacht zu vertreiben suchte. Nach der Gründung Israels zog Begin 1949 in die Knesset ein. 1992 starb er im Alter von 78 Jahren.

Ins Visier der Geheimdienste geriet der aus Polen stammende Begin, nachdem ihm zahlreiche Informanten unterstellten, früher Mitglied der Kommunisten gewesen zu sein und unter dem deutschen Genossen Wolf am Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) teilgenommen zu haben. Tatsächlich waren weder Begin noch Wolf in Spanien.

Andere Denunzianten bezichtigten Begin, für Terroranschläge 1947 Geld aus Moskau erhalten oder sich einer Operation zur Gesichtsveränderung unterzogen zu haben. Erst 1953 überprüfte ein Geheimdienstler alle Vorwürfe und kam zu dem Ergebnis: "Begin war wahrscheinlich kein sowjetischer Agent." An der Abneigung Londons änderte das allerdings wenig. Im internen Schriftverkehr blieb Begin für die Briten ein "jüdischer Terrorist".

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